Dokumentationen zum Vorkommen
von besonderen Pflanzen und Tieren
im Großraum Aachen
Türkentaube (Einwanderung)
Wildgänse
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Dokumentation: Bibervorkommen im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Der Biber (Castor fiber) galt für den Großraum Aachen wie für das gesamte
Nordrhein-Westfalen als ausgestorben. Wenn seit den 90er Jahren
Biber-Beobachtungen gemacht werden, so sind sie im Zusammenhang mit
Wiedereinbürgerungsprogrammen zu sehen. Solche Versuche hat es bereits 1981 in
dem auch für unseren Bereich relevanten Gebiet des Hetzingerwaldes im Dreieck
Schmidt – Nideggen – Heimbach gegeben. Erste Maßnahme ist die Auswilderung von
fünf Exemplaren gewesen. Die Population soll von dort aus mittlerweile auf etwa
100 Familien angewachsen sein (Stand: 2003). Der Hetzingerwald ist übrigens
zusammen mit dem Kermeter, dem ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang und dem
Dedenborner Forst im Nationalpark Eifel zu finden.
Im Wesentlichen erfolgt in unserer Gegend zunächst die Ausbreitung
im Flusssystem der Rur und an der Wurm. Betrachtet man das Ganze großräumiger,
so ist die Einordnung folgendermaßen vorzunehmen: Im
belgisch-deutsch-niederländischen Grenzgebiet erstreckt sich das Bibervorkommen
inzwischen von den Höhenlagen der Schnee-Eifel über die Gewässersysteme von Rur,
Inde und Maas bis an den Niederrhein. Dort treffen die Biber bereits auf
Artgenossen, welche aus einer niederländischen Wiederansiedlungsaktion im
„Gelderse Port“ stammen.
An dieser Stelle werden Meldungen aus dem Großraum Aachen
dokumentiert. Es sind jeweils die Jahre der ersten und letzten Erfassungen mit
den jeweiligen Beobachtern angegeben, sofern durchgängige Feststellungen
erfolgt sind. Gibt es größere Beobachtungslücken, so taucht das entsprechende
Gebiet mit neuer Jahreszahl einer Wiederbeobachtung auf.
2010 / - Bei einem Ortstermin des
Landschaftsbeirats der StädteRegion Aachen mit dem Wasserverband Eifel-Rur im
Indetal bei Stolberg-Hamm wird ein schwimmender Biber beobachtet. Vorher
hat man schon eindeutige Spuren an Bäumen entdeckt. (13.4., WOLFGANG VOIGT)
2010 / - Auf einer Wurmtal-Exkursion des NABU
Aachen-Land am 11.4. nördlich Herzogenrath (Leitung: HANS RAIDA) wird
ein Tier an einem Weiher gesichtet. (Quelle: WOLFGANG VOIGT)
2009 / - MILAN PERLIC beobachtet am 23. August einen
Biber an der Inde zwischen Eschweiler und Weisweiler.
2008 / - Rur bei Doveren (zunächst
Fraßspuren, dann Sichtbeobachtungen und Fotodokumente am 23. Juni,
PEGGY DOMAGK)
2008 / 2009 Auf einer OVA-Exkursion zum Barmener See bei
Linnich am 27. Januar 2008 werden Fraßspuren festgestellt. Dieselben
Beobachtungen macht man am 22. März 2009. (Quelle: GERHARD ERDTMANN)
2004 / - Nach einer Pressemeldung wird am 15.
Februar ein Tier aus dem Überlaufbecken der Kall-Talsperre gerettet. (AN
online)
2002 / - Rur bei Kirchberg im Jülicher Land
(zukünftiger Braunkohle-Tagebau; HERMANN SCHMALDIENST)
2002 / - NSG Unteres Broichbachtal bei Noppenberg
(WERNER BARTES)
2002 / - Kalltal und Nebentäler von Kallbrück
bis Zerkall (KREIS DÜREN)
2001 / 2003 Mehrere Bachtäler an der Wehebach-Talsperre
(KARL GLUTH / ARNO KOHLERT)
2001 / 2003 Obersee bei Einruhr (mindestens drei
Tiere; HERBERT WOLGARTEN / HERBERT WOLGARTEN)
2000 / - Oberes Kalltal (GÜNTER KRINGS; vgl.
1999, Bickerath!)
2000 / - Rurstaubecken Heimbach (Quelle:
LANDWIRTSCHAFTSKAMMER RHEINLAND)
2000 / 2003 Wurmtal bei Nivelstein in Herzogenrath
(GÜNTER VENOHR / AACHENER ZEITUNG)
1999 / - Kalltal bei Bickerath (GÜNTER
KRINGS; vgl. 2000, Oberes Kalltal!)
1999 / - Wurmtal bei Herzogenrath-Worm (Exkursion
des NABU Aachen-Land)
1999 / 2010 Wurmtal beim Alten Bahndamm in der Nähe des
Kälberbend in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR / Exkursion des NABU
Aachen-Land, HANS RAIDA und WOLFGANG VOIGT)
1999 / - Flaschenweiher im Wurmtal nördlich Herzogenrath
(NICO SCHAAFSTRA)
1976 / 2002 Narzissengebiet im Perlbachtal (Paar,
GERHARD MOLL / KARL GLUTH)
Bibermeldungen aus dem Aachener Raum bitte an:
Wolfgang Voigt, Entenweg 12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 16. April 2010
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Dokumentation:
Vorkommen des C-Falters im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Der C-Falter (Polygonia
C-album) ist auch unter dem Namen Weißes C bekannt. Die C-artige Zeichnung erkennt
man, wenn der Schmetterling mit zusammengeklappten Flügeln ruht.
In der Folge sind die
Beobachtungen wiedergegeben, die mir aus dem Aachener Raum vorliegen. Bei den
Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort
zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker
und letzte Informanten.
2006 / - Anzuchtteiche oberhalb Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
2005 / 2006 Rückhaltebecken in Herzogenrath (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2003 / 2006 Garten in Alsdorf-Zopp (WALTRAUD SCHILKE / WALTRAUD SCHILKE)
2003 / - Auwald bei Kranentalsmühle in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
2002 / 2006 Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2002 / 2007 Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2001 / - Bergehalde Anna 2 in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
2000 / - Ofdener Wald oberhalb der B 57 in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
1999 / 2007 ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR / WOLFGANG VOIGT)
1997 / 2009 Further Wald in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR / WOLFGANG VOIGT)
1997 / - Burg Rode in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
1997 / 2009 Garten in Alsdorf-Ofden (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1996 / - Herzogenrather Kieferwald (HANS RAIDA)
1996 / 2002 Bergehalde Anna 1 in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1995 / 2001 Bergehalde Anna bei Herzogenrath-Noppenberg (WOLFGANG VOIGT / GÜNTER VENOHR)
1993 / - Feuchtgebiete an der Wurm südlich Herzogenrath (GÜNTER KALINKA)
1991 / 2003 Obstwiese in Alt-Ofden (GRUPPE BROICHBACHTAL / WOLFGANG VOIGT)
1988 / - Bergehalde Maria Hauptschacht in Alsdorf-Mariadorf (KARL GLUTH)
1988 / 1997 Schlangenberg bei Stolberg-Breinigerberg (ULRICH HAESE / WOLFGANG VOIGT)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 19. April 2009
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Dokumentation: Dachsvorkommen im Aachener Raum
von Lothar Beelitz und Wolfgang Voigt
19.04.2010
HEIKE MERKENS sieht zwei Jungtiere aus
dem Vorjahr am Waldrand zwischen Herzogenrath und Wefelen.
01.07.2007
HELMUT BRAUN beobachtet am Abend ein
vermutlich adultes Tier auf seinem Grundstück in Stolberg-Vicht.
Juni
2007 HERMANN SCHMALDIENST berichtet
über einen Dachsbau im Bereich Wilkensberg in Aachen.
29.01.2006
Im Pappelwäldchen am Kiesschacht in
Alsdorf werden im Schnee frische Spuren entdeckt. Der Bereich ist vorgesehen
für die Ablagerung von Erdaushub, der beim Abtragen des benachbarten Alten
Bahndamms anfällt. (WOLFGANG VOIGT)
30.11.2005
NORBERT DÜNGFELDER beobachtet gegen 22
Uhr vermutlich ein Jungtier am Bahndamm zwischen La Calamine und Alt-Moresnet
in Belgien.
21.07.2005
Die von HUBERT DEMMER in letzter Zeit
beobachtete Dachs-Familie im Propsteier Wald kann an diesem Abend nicht
bestätigt werden; allerdings sieht man ein adultes Einzeltier. (HERMANN
SCHMALDIENST / WOLFGANG VOIGT) – Später teilt HUBERT DEMMER mit, dass es im
Jahr 2005 drei Jungtiere gegeben hat (mündlich am 22. März 2006)
08.2004
STEFAN J. BECKER meldet für diesen
Monat eine Fähe mit zwei Jungtieren von der ehemaligen Deponie Maria Theresia
in Herzogenrath. Die Tiere werden in demselben Zeitraum von ihm auch auf der
großen Wiese unterhalb der Deponie in Richtung Wurmtal beobachtet. (Meldung per
E-Mail am 15. Februar 2005)
2004 HUBERT DEMMER teilt mit, dass auf dem
Gelände von Camp Astrid (Propsteier Wald) Dachse seit mindestens sechs Jahren
jedes Jahr Junge aufziehen. (mündlich am 8. Februar 2005)
24.10.2004
Auf einer Exkursion des NABU AACHEN-LAND
stellt man frische Spuren am Dachsbau in der Horbacher Börde fest. (HERMANN
SCHMALDIENST / WOLFGANG VOIGT)
01.07.2004
GILBERT KUHNERT beobachtet am Abend im
Preuswald bei Aachen (auf belgischer Seite) zwei Dachse, die einander offenbar
jagen.
02.04.2004
An derselben Stelle wie am 12. Februar
2004 wird in La Calamine ein Jungtier überfahren. (NORBERT DÜNGFELDER)
12.02.2004
NORBERT DÜNGFELDER sieht einen Dachs, der
im belgischen La Calamine an der Lütticher Straße am Ortsausgang (etwa ein
Kilometer in Richtung Battice) den Straßentod gefunden hat.
2003 HORST HANDSCHUR meldet eine Dachsburg
mit 10 bis 20 Röhren aus dem Aachener Stadtwald unweit des Grenzhofes bei
Aachen-Köpfchen. Ein weiteres Vorkommen von vergleichbarer Größenordnung gibt
es nach HANDSCHUR in der Nähe des Grenzsteines 955 auf belgischem Gebiet.
09.2003
GÜNTER VENOHR findet frische
Dachsspuren in der Teverener Heide.
2003 JOSEF METZEN entdeckt einen Dachsbau
im Stolberger Stadtteil Breinig.
18.12.2002 WOLFGANG VOIGT sieht in Alsdorf eine frische
Spur in der sogenannten Tageserholungsanlage Broichbachtal.
2002 GÜNTER VENOHR entdeckt in diesem Jahr
Dachsspuren in der Teverener Heide.
01.07.2001 Am ehemaligen Bahndamm zwischen Alsdorf-Ofden
und Euchen findet WOLFGANG VOIGT frische Dachsspuren.
06.2001 Von MATTHIAS BÜLLES werden zwei junge
Dachse von der Broicher Mühle in Alsdorf gemeldet.
19.05.2001 WOLFGANG VOIGT sieht im Aufforstungsbereich
Blumenrath (Alsdorfer Stadtgebiet) frische Dachsspuren.
01.05.2001 GÜNTER VENOHR und WOLFGANG VOIGT stellen am
Hohlweg oberhalb Broicher Mühle (Alsdorfer Stadtgebiet) einen Dachsbau mit
frischen Spuren fest.
16.04.2001 WOLFGANG VOIGT findet im Tal des Euchener
Baches auf Alsdorfer Stadtgebiet einen Schädel.
01.2001 GERHARD ERDTMANN und GÜNTER VENOHR
entdecken bei einem Feldgehölz in der Horbacher Börde einen Bau mit frischen
Spuren.
2000/01 Die Jagdstrecke für den Kreis Aachen weist
18 Dachse aus. Davon sind 12 Verkehrsopfer gewesen. (Quelle: KREIS AACHEN)
05.05.2000 NORBERT DÜNGFELDER sieht an der Lütticher
Straße in Aachen in Höhe der Waldschenke ein überfahrenes Tier.
2000 KARL GLUTH findet in diesem Jahr ein überfahrenes
Tier an der K 30 in der Nähe des „Aquana“-Bades (Würselener Stadtgebiet).
1999/2000 In der Jagdstatistik vom KREIS AACHEN sind 16
Dachse angegeben. Von den zehn Fallwild-Fällen sind neun Verkehrsverluste.
12.1999 Von KARL GLUTH wird an der
Autobahn-Auffahrt Begau ein Exemplar entdeckt, das den Straßentod gefunden hat.
05.1999 BERND ALMSTÄDT meldet ein überfahrenes
Tier von der Autobahn-Ausfahrt bei Alsdorf-Hoengen
1998/99 Die Jagdstatistik vom KREIS AACHEN erwähnt
10 Tiere, acht davon als Fallwild (mit sieben Verkehrsopfern).
20.09.1998 BERND ALMSTÄDT, KARL GLUTH und WOLFGANG VOIGT
bestimmen ein überfahrenes Tier, das von der Nähe des Herzogenrather
Schulzentrums gemeldet worden ist, als adulten Dachs. Man vermutet, dass er vom
Bau in der Sandgrube beim Herzogenrather Friedhof stammt.
05.1998 WOLFGANG VOIGT beobachtet ein Tier am
Ofdener Feld in der Nähe des Eidechsenstraße in Alsdorf.
13.04.1998 GÜNTER VENOHR findet eine frische Spur auf der
ehemaligen Deponie Maria Theresia in Herzogenrath. Laut einem Zeitungsartikel
hat JAKOB FRENZ hier bereits früher einen Dachs nachgewiesen.
1998 HANS RAIDA stellt ein Dachsvorkommen
auf dem Herzogenrather Waldfriedhof fest.
1998 KARL GLUTH sieht ein Tier am Alten
Bahndamm in Alt-Ofden (Alsdorfer Stadtgebiet).
05.1997 BERNHARD SICKING beobachtet ein Tier bei
der Halde Carl Alexander in Baesweiler.
05.1997 KARL GLUTH, GÜNTER VENOHR und WOLFGANG
VOIGT sehen auf der Bergehalde Anna bei Noppenberg Dachsspuren.
12.01.1997 KARL GLUTH und WOLFGANG VOIGT entdecken am
Broichbach bei Schloss Ottenfeld (Alsdorfer Stadtgebiet) frische Spuren im
Schnee.
1997 HANS RAIDA berichtet von einem
Dachsbau beim Kälberbend im Herzogenrather Teil des Wurmtals.
1997 GÜNTER VENOHR entdeckt in der Sandgrube
beim Herzogenrather Waldfriedhof einen Bau mit frischen Dachsspuren.
1997 In diesem Jahr beobachtet HUBERT
DEMMER zwei Tage lang ein Tier im Kellersberger Wald in Alsdorf.
1996/97 Die Jagdstatistik für den KREIS AACHEN
weist eine Jagdstrecke von 10 Dachsen für diesen Zeitraum auf, davon 6
Verkehrsopfer.
1995/96 Ohne weitere Hinweise sind 18 Dachse in
der Jagdstrecke für diesen Zeitraum vermerkt (KREIS AACHEN).
1994/95 Die Jagdstrecke für das Kreisgebiet weist
neun Tiere aus, davon zweimal Fallwild und sechs Verkehrstote. (Quelle: KREIS
AACHEN)
1994 Laut LÖLF gibt es ein Dachsvorkommen
im Perlbachtal
1993/94 In der Jagdstatistik vom KREIS AACHEN ist
ein Dachs aufgeführt, der den Straßentod gefunden hat.
1992/93 Die sechs Dachse in der Jagdstatistik vom
KREIS AACHEN werden als Verkehrsverluste geführt.
1991/92 Die Jagdstrecke aus diesem Zeitraum
enthält 15 Dachse, davon acht als Fallwild und sechs als Verkehrsverluste.
(Quelle: KREIS AACHEN)
1985 ROBERT DRELING gibt für dieses Jahr eine
Beobachtung im Orsbacher Wald an.
1964 - 1970 Bau im Südhang des Lousberges in Aachen
(WOLFGANG VOIGT)
30.05.1958 GERHARD MOLL beobachtet ein Tier am
sogenannten Euchener Bend zwischen Euchen und Ofden.
1957 Im MOLL-Tagebuch Nr. 3 ist eine
Beobachtung in Alt-Merberen bei Baesweiler vermerkt. (GERHARD MOLL)
Dachsmeldungen aus dem Aachener Raum bitte an:
Wolfgang Voigt, Entenweg 12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 20. April 2010
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Dokumentation:
Vorkommen des Fadenmolches im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Der Fadenmolch (Triturus helveticus) hat seinen Namen von einem 5
bis 10 Millimeter langen dunklen Schwanzfaden, der beim Männchen zur Laichzeit
den leistenartigen, glattrandigen Hautsaum auf dem Rücken an der Schwanzspitze
optisch fortsetzt.
Der Fadenmolch ist durch Umwandlung von Laub- in Nadelwald, durch
die Intensivierung der Forstwirtschaft und vor allem durch den Ausbau von
Waldwegen stark zurückgegangen und nach wie vor gefährdet.
Nachfolgend
die mir bisher vorliegenden Daten. Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die
Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet
wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2003 / - Further Wald in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
2002 / - Truppenübungsplatz Vogelsang (LÖBF)
2000 / 2001 NSG Brockenberg in Stolberg (JOSEF METZEN / JOSEF METZEN)
2000 / - Gewässer bei der Kläranlage Euchen in Würselen (WILHELM LEMMEN)
1998 / - Bovenberger Wald bei Eschweiler (HELMUT SANG)
1985 / - Eschweiler Stadtwald (GERHARD MOLL)
1980 / 1983 Schlangenberg bei Stolberg-Breinigerberg (WILHELM LEMMEN, WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 1. September 2004
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Dokumentation:
Vorkommen des Galmeiveilchens im
Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Das Galmeiveilchen (Viola
calaminaria) kommt weltweit nur auf Schwermetallböden in Westfalen und im
Aachener Raum vor. Bei FOERSTER (1878) heißt die Art nur undifferenziert Viola
lutea. Bei ihm steht zu lesen: „bloß auf Galmeiboden, zu Nirm, Eilendorf,
Stolberg, Breinig, zwischen Nirm und Haaren, selbst im Wurmtal hinter der
Wolfsfurth auf angespültem Galmeiboden“. HÖPPNER/PREUSS nennen die Art
ebenfalls Viola lutea. Sie geben „Aachen. Büsbach. Vicht. Maubach“ als
Verbreitungsschwerpunkte an.
Die Stammart Viola lutea ssp. lutea kommt heute noch in den
Vogesen und Sudeten sowie in der Steiermark vor. Die Subspezies V. l.
calaminaria und V. l. guestphalica werden als Eiszeit-Relikte gedeutet. Zur
Eiszeit angesiedelt, haben sie sich auf Schwermetallböden gegen die später
wieder einwandernden, anderswo konkurrenzstärkeren Arten behaupten können und
eine Sonderentwicklung durchgemacht.
Nachfolgend die mir bisher vorliegenden Daten. Bei den
Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort
zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker
und letzte Informanten.
2000 / - NSG Heidegebiet Steinfurt in Eschweiler (LÖBF)
2000 / 2004 Steinbruch „Binsfeldhammer“ in Stolberg (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1998 / - Aachen-Eilendorf, im Bereich der ehemaligen Grube Herrenberg im Ortsteil Nirm (KAUSSEN)
1997 / 2007 Galmei-Standort im Hohnbachtal bei La Calamine (URSULA BRAUN-SPRAKTIES, WOLFGANG VOIGT / OLAF OP DEN KAMP)
1991 / - NSG Halde Birkengang in Stolberg (WOLFGANG VOIGT)
1988 / - Münsterbusch in Stolberg (WOLFGANG VOIGT)
1988 / - NSG „Napoleonsweg“ in Stolberg (WOLFGANG VOIGT)
1987 / 2000 „Werther Heide“ in Stolberg (ULRICH HAESE / LÖBF)
1987 / 2004 NSG „Brockenberg“ in Stolberg (ULRICH HAESE / WOLFGANG VOIGT)
1987 / 2004 „Hammerberg“ in Stolberg (ULRICH HAESE / WOLFGANG VOIGT)
1984 / 2005 Künstliche Böschung des Nirmer Tunnels (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1983 / - Umgebung der Stolberger Bleihütte im Vichttal (ULRICH HAESE)
1982 / - Truppenübungsplatz Brander Wald in Aachen (ROBERT DRELING, OTTO HIRTZ)
1980 / 2004 Halde der ehemaligen Erzwäsche in La Calamine (GERHARD MOLL / WOLFGANG VOIGT)
1967 / 1977 Auf Galmeiboden beim belgischen La Calamine (dort auch Exemplare mit zwei violetten Blütenblättern; WOLFGANG VOIGT / OTTO HIRTZ)
1962 / 2005 „Schlangenberg“ bei Stolberg-Breinigerberg (GEORG SCHEPERS / WILHELM LEMMEN, WOLFGANG VOIGT. Anmerkung: MATTHIAS SCHWICKERATH beschreibt die Art für dieses Gebiet bereits im Jahre 1931!)
Meldungen (auch über
zurückliegende Feststellungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 26. Mai 2007
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Dokumentation:
Vorkommen der Geburtshelferkröte im
Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die nachtaktive
Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans), ein kleiner Froschlurch mit
zugespitzter Schnauze und senkrechten Pupillen, wird im Volksmund auch
„Glockenfrosch“ genannt. Wenn mehrere Exemplare aus ihren Verstecken rufen, so
klingt das nämlich von weitem wie Glockenläuten. Dies ist wahrscheinlich auch
der Grund dafür, dass Ornithologen diese Amphibienart gerne zusammen mit den
Vögeln in ihr Erfassungsprogramm aufnehmen.
Die Art kommt
ursprünglich in sonnenexponierten, mit lockerem Gestein durchsetzten Böschungen
vor, die nur lückenhafte Vegetation aufweisen. Zum Absetzen der Larven werden
flache, schlammige Wasserstellen bevorzugt, die ebenfalls arm an
Pflanzenbewuchs sein müssen. Beide Bedingungen sind heutzutage fast nur noch in
Sekundärbiotopen anzutreffen. Dies trifft auch weitgehend für den Aachener Raum
zu, wie die nachfolgende Auflistung zeigt.
Bei den Jahreszahlen handelt
es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt
beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker und letzte
Informanten.
2011 / - Senserbachtal bei Aachen-Orsbach (PIERRE THOMAS)
2009 / - Aachen-Burtscheid in der Nähe einer Kleingarten-Anlage (S. KREITZ)
2002 / - Steinbruch Atzenach in Stolberg (ROSWITHA WEINBERG)
2002 / - Truppenübungsplatz Vogelsang (LÖBF)
2000 / 2001 NSG Brockenberg in Stolberg (JOSEF METZEN / JOSEF METZEN)
1997 / - ehemalige Kieswäsche in Eschweiler-Kinzweiler (KARL GLUTH)
1996 / - Bergehalde Anna 1 in Alsdorf (KARL GLUTH)
1995 / 2001 Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler (KARL GLUTH / WOLFGANG VOIGT)
1993 / 2004 Wurmtal
bei Würselen und Bardenberg (GÜNTER KALINKA)
1993 / 2004 Bergehalde Gouley und Kalkhalde Teuterhof in Würselen (GÜNTER KALINKA / KLAUS SCHULZ)
1991 / - Blausteinsee bei Eschweiler (KARL GLUTH)
1988 / - Jaspersberg in Alsdorf (KARL GLUTH)
1987 / 2000 NSG Rüst in Stolberg (ULRICH HAESE / JOSEF METZEN)
1986 / 1994 Kalksteinbruch in Aachen-Hahn (ROBERT DRELING / WOLFGANG VOIGT)
1986 / 2001 NSG Binsfeldhammer in Stolberg (GERHARD MOLL / JOSEF METZEN)
1985 / 1992 Eschweiler Stadtwald (GERHARD MOLL / WOLFGANG VOIGT)
1985 / 1986 ehemalige Kiesgrube Euchener Heid in Alsdorf (HELMUT MEURER / HELMUT MEURER)
1985 / 2001 Bergehalde Anna bei Noppenberg (KARL GLUTH / KARL GLUTH)
1983 / - Schlangenberg in Stolberg-Breinigerberg (GERHARD MOLL)
1982 /1987 Truppenübungsplatz im Brander Wald in Aachen-Brand (ROBERT DRELING, OTTO HIRTZ / HORST HANDSCHUR)
1976 / - Bergehalde Adolf in Herzogenrath-Merkstein (GERHARD MOLL)
1974 / - Alsdorf-Schleibach (GERHARD MOLL)
1969 / - Bergehalde Maria Hauptschacht in Alsdorf-Mariadorf (GERHARD MOLL)
1963 / - Fuchsberg in Herzogenrath (GERHARD MOLL)
1961 / - Schlosspark Ottenfeld in Alsdorf (GERHARD MOLL)
1953 / 1963 Kellersberger Weiher in Alsdorf (GERHARD MOLL / GERHARD MOLL)
1953 / 1954 Broicher Weiher in Alsdorf (GERHARD MOLL / GERHARD MOLL)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 11. Mai 2011
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Dokumentation:
Vorkommen der Gelbbauchunke im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die Gelbbauchunke
(Bombina variegata) ist an dem auffälligen gelben Fleckenmuster auf der
Bauchseite eindeutig zu erkennen. In der üblichen Körperhaltung ist sie durch
gräuliche bis dunkelbräunliche Färbung eher getarnt. Bei Gefahr wirft sie sich
auf den Rücken und lässt ihre Schreckfärbung aufleuchten. Ein weiteres Merkmal
der Unken ist die herzförmige Pupille.
Im Gegensatz zur verwandten Rotbauchunke ist diese Art eher ein Vertreter aus dem Hügel- und Bergland. In den Mittelgebirgen steigt sie bis etwa 1.800 Meter Meereshöhe. Sie ist das ganze Jahr über in und an flachen Tümpeln zu finden, wenn diese weitgehend frei von Pflanzenbewuchs und sonnenexponiert sind. Mittlerweile nimmt sie auch wassergefüllte Fahrzeugspuren, weswegen sie auch in Sekundärbiotopen wie Kies- und Sandgruben sowie Steinbrüchen vorkommt. Auch Truppenübungsplätze bieten diesbezüglich meist optimale Lebensräume.
Nachfolgend sind die mir bekannten Vorkommen im Aachener Raum
aufgelistet. Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die
Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den
Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2003 / - Steinbruch Atzenach in Stolberg (KARL GLUTH)
2001 / 2003 NSG Zur Mühlen II in Stolberg (JOSEF METZEN / JOSEF METZEN)
2000 / 2007 NSG Binsfeldhammer in Stolberg (JOSEF METZEN / JOSEF METZEN)
1994 / 2007 NSG Brockenberg in Stolberg (HILDEGARD KREBS-MAY / JOFEF METZEN)
1987 / - Gedautal in Stolberg (ULRICH HAESE)
1987 / 2000 NSG Rüst in Stolberg (HILDEGARD KREBS-MAY / JOSEF METZEN)
1982 / 2004 Standortübungsplatz Brander Wald in Aachen (in Fahrspuren; ROBERT DRELING, OTTO HIRTZ / PETER ROBERTZ)
1982 / 1997 Eschweiler Stadtwald (GERHARD MOLL / WOLFGANG VOIGT)
1962 / 2000 Schlangenberg in Stolberg-Breinigerberg (in Panzer-Fahrspuren; GERHARD MOLL / WOLFGANG VOIGT). Anmerkung: Seit Einstellung des Betriebes auf dem ehemaligen Truppenübungsgelände ist der Bestand stark zurückgegangen.
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 26. Mai 2007
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Dokumentation:
Vorkommen der Graugans im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die Graugans (Anser anser) wird von HARTMUT FEHR in seinem Buch
„Die Vögel im Norden des Kreises Aachen“ als „seltener Durchzügler“ und als
„seltener Wintergast“ eingestuft. Entsprechend enthält die Veröffentlichung aus
dem Jahre 1991 auch nur drei Meldungen für dieses Gebiet.
Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe zusätzlicher Nachweise, vor
allem, wenn man den gesamten Aachener Großraum und die letzten Jahre
einbezieht. Nachfolgend die mir inzwischen vorliegenden Daten.
15.11.2010 ARMIN TEICHMANN beobachtet auf den Feldern südlich Schloss Rimburg zwölf Tiere.
02.04.2010 Am Vormittag sieht MATTHIAS BÜLLES zwei Exemplare am Broicher Weiher in Alsdorf.
04.02.2010 HANS-GEORG BOMMER und ARMIN TEICHMANN beobachten am Blausteinsee bei Eschweiler elf Tiere.
19.03.2009 GERHARD ERDTMANN zählt am Barmener See acht Exemplare.
27.01.2008 Sechs fliegende Tiere am Barmener See bei Linnich (GERHARD ERDTMANN)
26.01.2008 Rastendes Tier auf dem Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
31.03.2007 Paar an einem Pingo im Roten Venn bei Mützenich (BURGHARDT, Quelle: GÜNTER KRINGS)
25.02.2007 Fünf Tiere auf dem Barmener See bei Linnich (MARIA ESSER, GERHARD ERDTMANN)
04.02.2007 Mehr als hundert Exemplare am Adolphosee bei Hückelhoven (GÜNTER KRINGS)
11.03.2006 Zwei Exemplare auf dem Feldgewässer gegenüber dem Sueren Pley in Alsdorf (ARNOLD NÖTHGEN)
08.02.2006 Elf Tiere bei Konzen (JUNG, Quelle: KRINGS)
06.02.2006 Zehn Tiere auf einer Wiese am Forsthaus Hochau bei Simmerath (DERX, Quelle: KRINGS)
14.10.2005 Etwa 50 ziehende Exemplare über dem Gewerbegebiet Aachener Kreuz (TINA HUNSCHEIDT)
09.05.2004 Sechs Tiere in der Teverener Heide (HANS-GEORG BOMMER)
01.02.2004 Dreizehn Exemplare im Alsdorfer Tierpark (WOLFGANG VOIGT)
05.01.2004 Neun Tiere im Alsdorfer Tierpark (auch noch am 25. Januar 2004 dort; WOLFGANG VOIGT)
03.12.2003 Rufe am Pingo beim alten Zollamt Mützenich (BURGHARDT, Quelle: GÜNTER KRINGS)
02.11.2003 Etwa 30 - meist Hausgansmischlinge - bei Oud Erenstein in Kerkrade/NL (OVA)
24.09.2003 30 Tiere in Keilformation über Kohlscheid-Mühlenbach nach Südwest ziehend (LOTHAR BEELITZ)
2003 Brut in der Teverener Heide (GÜNTER VENOHR)
09.03.2003 Zwei auf einer Wiese bei Mützenich-Plattevenn (HEINZ WEISHAUPT)
03.05.2003 Blausteinsee bei Eschweiler (KARL-FRIEDRICH POHL)
23.02.2003 Drei Exemplare im NSG Rurmäander bei Jülich-Barmen (OVA, auch im März 2003 dort, KARL-FRIEDRICH POHL)
14.02.2002 Drei flugfähige Tiere im Alsdorfer Tierpark (WOLFGANG VOIGT)
02.02.2002 Bastard von Graugans und Kanadagans auf dem Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT); KARL GLUTH sieht vermutlich dasselbe Tier am 7. Februar auf einem Angelteich beim Alsdorfer Tierpark.
02.2001 Teverener Heide (KARL-FRIEDRICH POHL)
2000 Rückhaltebecken Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
20.10.1999 Etwa 150 Tiere rastend an der B 57 bei Alsdorf-Duffesheide (EMIL NORD)
09.10.1999 Rückhaltebecken Herzogenrath (GERHARD MOLL)
06.1999 Brut mit sechs Jungtieren im Alsdorfer Tierpark (GERHARD MOLL)
14.10.1997 Zwei rastende Exemplare am Blausteinsee bei Eschweiler (HELMUT SANG)
01.1997 Zwei freifliegende Exemplare im Alsdorfer Tierpark (KARL GLUTH)
12.1996 Rursee (GÜNTER KRINGS)
12.03.1995 Einzelexemplar beim Haus Heyden in Aachen-Horbach (LOTHAR BEELITZ)
14.02.1993 Fünf Tiere auf dem Staubecken Obermaubach (ORNITHOLOGISCHER VEREIN AACHEN, OVA)
15.03.1988 Zehn Exemplare der östlichen Unterart auf einem Feld bei Baesweiler-Altmerberen (GERHARD MOLL)
11.01.1988 42 Exemplare in der Teverener Heide (TONI SCHELLARTZ)
1987 Wintergast am Rückhaltebecken Herzogenrath (GERHARD MOLL)
01/02.1987
Tittisee in Herzogenrath (GERHARD
MOLL)
1986 Zwei Exemplare als Wintergäste am Rückhaltebecken Herzogenrath (GERHARD MOLL)
16.01.1986
Tittisee in Herzogenrath (GERHARD
MOLL)
25.04.1982 Lucherberger See (GERHARD MOLL)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 1. Dezember 2010
*****
Dokumentation:
zusammengestellt von Wolfgang
Voigt
Der
Grauspecht (Picus canus) wird bei FEHR (1991) als „Ausnahmeerscheinung“
geführt, weil bis zum Erscheinungsdatum des Buches im gesamten Nordkreis Aachen
nur eine einzige Beobachtung vorgelegen hat (Alsdorf, aus dem Jahre 1966).
Tatsächlich konzentrieren sich die Vorkommen und Gelegenheitsbeobachtungen auch
heute noch auf den südlichen Teil des Kreisgebietes und auf den
deutsch-belgischen Grenzbereich.
Nachfolgend die Beobachtungen, die mir bisher vorliegen. Bei den
Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort
zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker
und letzte Informanten.
2003 / 2004 Raerener Wald in Belgien (Brutpaar;
HORST HANDSCHUR / HORST HANDSCHUR)
2003 / 2004 Augustinerwald im Bereich des
Aachener Waldes (Brutpaar; HORST HANDSCHUR / HORST HANDSCHUR)
2000 / - Fuhrtsbachtal (GÜNTER
KRINGS)
1998 / - Roetgen-Rott (Brut 1998;
GÜNTER KRINGS)
1997 / - Ruhezone an der
Tageserholungsanlage (TEA) Broichbachtal in Alsdorf (Weibchen am 6.
November; KARL GLUTH)
1997 / - Seifenauel (Einzelexemplar
in einem Apfelbaum, Oktober; HANS-GEORG BOMMER)
1997 / 2004 Münsterwald an der sogenannten
„Himmelsleiter“ (zwei Exemplare am 2. März / Brutpaar; HORST HANDSCHUR)
1997 / - Kupferbachtal in Aachen (23.
Februar; HANS-GEORG BOMMER)
1993 / - Burg Rode in Herzogenrath
(Durchzügler im November; GÜNTER VENOHR)
1982 / - Truppenübungsplatz Brander Wald in Aachen
(ROBERT DRELING, OTTO HIRTZ)
1978 / - oberhalb Staubecken Obermaubach
(5. März; GERHARD MOLL)
1974 / 1999 Staatsforst Roetgen (bis zu vier
Tiere; UDO BICK / Balzrufe; GÜNTER KRINGS)
1968 / - Stolberger Wald (24. März;
GERHARD MOLL)
1966 / - Herrenweg in der Nähe des
Alsdorfer Weihers (9. Januar; GERHARD MOLL)
Meldungen
(auch über zurückliegende Feststellungen) bitte an
Wolfgang
Voigt, Entenweg 12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 4. September 2004
*****
Dokumentation:
Hamstervorkommen im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Der Feldhamster Cricetus cricetus) erreicht etwa die Größe einer
Wanderratte. Durch das bunte Fell mit der schwarzen Unterseite ist er kaum zu
verwechseln. Allerdings bekommt man ihn nur selten zu sehen, weil er meist in
der Dämmerung und nachts aktiv ist. Er bewohnt Kultursteppen auf Lehmboden,
bevorzugt Getreidefelder.
Im Aachener Raum ist die Verbreitung bisher kaum untersucht,
weswegen ich an dieser Stelle diese Dokumentationsseite einrichte und um
Meldungen bitte. (Kontakt: siehe am Ende!)
Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die
Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den
Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2000 / - Teverener Heide (RICHARD
RIEDIGER)
1996 / 1998 geplantes Gewerbegebiet AVANTIS bei Aachen
(NABU AACHEN / AVANTIS-GESELLSCHAFT)
1969 / - Feld ostwärts des Merberener Weges
in Baesweiler (GERHARD und WILFRIED MOLL)
1956 / - Totfund bei Alsdorf
(genauere Angaben fehlen; Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 3)
Hamstermeldungen aus dem Aachener Raum bitte an:
Wolfgang Voigt, Entenweg 12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 4. September 2004
*****
Dokumentation:
Vorkommen der Heidelerche im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die Heidelerche (Lullula
arborea) mit ihren auffallend weißen Augenstreifen ist kleiner als die
Feldlerche. Wie ihr Name sagt bewohnt sie Heideflächen, kommt aber auch allgemein
auf Ödlandflächen als Brutvogel vor, wenn diese mit Busch- und Baumgruppen oder
kleinen Wäldchen durchsetzt sind.
Nachfolgend sind die mir bekannten Vorkommen im Aachener Raum
aufgelistet. Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die
Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den
Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2009 / - Feuchtgebiet bei Aldenhoven-Siersdorf (ARNOLD NÖTHGEN, WOLFGANG VOIGT)
2009 / - Bergehalde Emil Mayrisch bei Aldenhoven-Siersdorf (WOLFGANG VOIGT)
2003 / - Blausteinsee bei Eschweiler (LOTHAR BEELITZ)
2002 / - Münsterbachtal in Stolberg (JOSEF METZEN)
2002 / 2005 ehemalige Kieswäsche in Eschweiler-Kinzweiler (HERMANN SCHMALDIENST / WOLFGANG VOIGT)
2002 / - NSG Bernhardshammer in Stolberg (LÖBF)
2001 / - Bergehalde Carolus Magnus in Übach-Palenberg (HANS-GEORG BOMMER)
2000 / - NSG Rüst in Stolberg (JOSEF METZEN)
2000 / 2002 bei Aachen-Horbach (LOTHAR BEELITZ / LOTHAR BEELITZ)
1999 / - Broicher Bend in Würselen (GERHARD MOLL)
1999 / - Bergehalde Anna 1 in Alsdorf (GÜNTER VENOHR)
1997 / 1998 Wehebachtalsperre (HELMUT SANG / HELMUT SANG)
1997 / - NSG Napoleonsweg in Stolberg (HELMUT SANG)
1997 / - „Mönchsfelsen“ in Aachen-Hahn (HELMUT SANG)
1997 / 2002 Standortübungsplatz Brander Wald in Stolberg-Münsterbusch (HANS-GEORG BOMMER, JOSEF METZEN / JOSEF METZEN, PETER ROBERTZ)
1997 / - Nivelsteiner Sandwerke in Herzogenrath (HANS-GEORG BOMMER)
1997 / 2003 Bergehalde Anna 2 in Alsdorf (GÜNTER VENOHR / LOTHAR BEELITZ, WOLFGANG VOIGT)
1997 / 2004 Bergehalde Anna bei Noppenberg (KARL GLUTH, GÜNTER VENOHR, WOLFGANG VOIGT / GÜNTER VENOHR)
1996 / - Brunssumer Heide (LOTHAR BEELITZ)
1996 / 2001 NATO-Depot an der Wurm bei Herzogenrath (NICO SCHAAFSTRA / NICO SCHAAFSTRA)
1996 / - Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler (GERHARD ERDTMANN, GÜNTER VENOHR)
1995 / 1997 ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR / GÜNTER VENOHR)
1992 / - Flaschenweiher in Herzogenrath (GERHARD MOLL, ARNOLD NÖTHGEN)
1991 / 2007 NSG Brockenberg in Stolberg (HILDEGARD KREBS-MAY, MARTIN MAY / JOSEF METZEN)
1991 / 2007 NSG Binsfeldhammer in Stolberg (MARTIN MAY / JOSEF METZEN)
1988 / 1995 Schneeberg bei Aachen-Seffent (HANS-GEORG BOMMER / LOTHAR BEELITZ)
1986 / - südöstlich Alsdorf-Bettendorf (ROLF HENNES)
1983 / 1998 Feldflur bei Alsdorf-Hoengen (drei Tiere am 4.12., ROLF HENNES / ARMIN TEICHMANN)
1968 / 2007 Teverener Heide (GERHARD MOLL / WOLFGANG VOIGT)
1965 / - Diepenlinchen in Stolberg (GERHARD MOLL)
1965 / 2005 Schlangenberg bei Stolberg-Breinigerberg (GERHARD MOLL / WOLFGANG VOIGT)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg 12,
52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 17. Oktober 2009
*****
Dokumentation:
von Wolfgang Voigt
Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)
hat seinen Namen von den geweihartig vergrößerten Kiefer der Männchen. Während
der Paarungszeit werden damit harmlose Kommentkämpfe ausgeführt.
Die Larven leben in
verrottenden Baumleichen und Stubben, wobei eindeutig Eichen bevorzugt werden.
Die Imagines, die in der Regel abends fliegen, lecken am Saftfluss blutender
Bäume.
Die übertriebene
„Säuberung“ der Forste hat den Bestand des Hirschkäfers – auch im Raum Aachen –
stark zurückgehen lassen. Erst in jüngster Zeit kommt es zu einer gewissen
Erholung.
In der Folge sind die
Beobachtungen wiedergegeben, die mir aus dem Aachener Raum vorliegen. Bei den
Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort
zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker
und letzte Informanten.
2011 / - Jülich-Barmen (Männchen an einer Hauswand; GERHARD ERDTMANN)
2008 / - Eschweiler in der Feldstraße (Weibchen; MARCUS STEINHAUS)
2007 / - Eschweiler auf dem Gelände der Donnerbergkaserne (Männchen; MARCUS STEINHAUS)
2005 / - Garten in Stolberg-Schevenhütte (KERSTIN POPPE)
2003 / - Nationalpark Eifel (Nationalparkverwaltung Eifel)
2003 / - Broicher Weiher in Alsdorf (Recherche: WOLFGANG VOIGT)
2002 / - Wurmtal südlich Herzogenrath (LÖBF)
2000 / - Schlosspark Ottenfeld in Alsdorf (KARL GLUTH)
2000 / - Scherbstraße in Herzogenrath (Quelle: KARL GLUTH)
1997 / - Eichenwälder im Hangbereich der Buntsandsteinfelsen im Rurtal südlich Düren (NABU Düren)
1997 / - Schlangenberg bei Stolberg-Breinigerberg (WOLFGANG VOIGT)
1996 / - Baumgarten Beggendorf in Baesweiler (KARL GLUTH)
1993 / - Berensberger Wald an der Wurm (GÜNTER KALINKA)
1990 / - Obstwiesen um Alsdorf-Bettendorf (JOSEF LOTHMANN)
1985 / 2000 Orsbacher Wald in Aachen (ROBERT DRELING / LÖBF)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 30. Juni 2011
*****
Dokumentation:
zusammengestellt von Wolfgang
Voigt
Der Kolkrabe (Corvus corax) wird bei HARTMUT FEHR in seinem Buch
„Die Vögel im Norden des Kreises Aachen“ (1991) nicht erwähnt. Auch für den
Südkreis und das Stadtgebiet von Aachen
sind die Meldungen eher spärlich gewesen. Seit den 90er Jahren wird der
Rabenvogel etwas häufiger beobachtet.
Die nachfolgende Aufstellung listet die Beobachtungen auf, welche
mir bisher aus dem Großraum Aachen vorliegen.
15.11.2010 Über der Bergehalde Anna 1 in Alsdorf kreisen um 9.15 Uhr zwei Exemplare. (WOLFGANG VOIGT)
02.05.2010 WOLFGANG VOIGT sieht um die Mittagszeit einen Raben im Ofdener Grünkreuz in Alsdorf.
19.04.2009 Auf einer NABU-Exkursion wird ein Exemplar im Fuhrtsbachtal bei Monschau-Höfen gesichtet. (RALF EVERTZ)
26.03.2009 Im Bereich des Alsdorfer Tierparks hält sich am späten Vormittag ein Einzelexemplar auf. (WOLFGANG VOIGT)
03.03.2009 Nachmittags kreisen vier Tiere hoch über der Bergehalde Anna 1 in Alsdorf. (WOLFGANG VOIGT)
26.05.2008 In der Spitze einer Pappel hält sich längere Zeit ein rufendes Tier am Ententeich des Alsdorfer Tierparks auf. (WOLFGANG VOIGT)
03.06.2007 WOLFGANG VOIGT beobachtet am Vormittag ein Einzelexemplar in den Bäumen bei der Graureiher-Kolonie am Alsdorfer Tierpark. Nachmittags fliegen zwei rufende Tiere etwa eine halbe Stunde lang über der Siedlung Alsdorf-Ofden.
30.04.2007 RENATE und WOLFGANG VOIGT sehen ein Exemplar in der Spitze einer Trauerweide an den Anzuchtteichen oberhalb Alsdorfer Weiher.
24.04.2006 WOLFGANG VOIGT beobachtet ein Einzelexemplar vormittags im Umfeld der Bergehalde Anna 1 in Alsdorf.
10.01.2006 Am Vormittag sind in Alsdorf zwei Exemplare längere Zeit im Bereich Bergehalde Anna 1, Tierpark, Realschule, Gymnasium und Alsdorfer Weiher zu beobachten (WOLFGANG VOIGT). Am 16.1.2006 macht BERNHARD A. CÜPPER ähnliche Beobachtungen.
08.11.2005 Ein Exemplar hält sich längere Zeit auf Pappeln im Alsdorfer Tierpark auf und fliegt dann zur Bergehalde Anna 1 ab. (WOLFGANG VOIGT)
17.09.2005 Feuchtgebiet bei Siersdorf: Einzeltier zunächst von Rabenkrähen, dann von Dohlen attackiert (ARNOLD NÖTHGEN / WOLFGANG VOIGT)
29.05.2005 Ehemalige Kieswäsche in Eschweiler-Kinzweiler: Rufe, Exemplar in Richtung ehemalige Deponie Warden abstreichend (HERMANN SCHMALDIENST / WOLFGANG VOIGT)
20.03.2005 Auf dem Schulgelände des Gymnasiums der Stadt Alsdorf, im so genannten „Schulwäldchen“ zwischen Sportplatz und Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
07.02.2005 Alsdorfer Tierpark, in einer Pappel am Ententeich (WOLFGANG VOIGT)
15.01.2005 Über der Tageserholungsanlage Broichbachtal, vom Alsdorfer Tierpark kommend: er wird von vier Rabenkrähen gehasst; in der Nähe des Bolzplatzes fliegen neun Elstern von ihrem Schlafbaum auf (WOLFGANG VOIGT)
06.01.2005 Zunächst rufend an der Ruhezone oberhalb Alsdorfer Weiher, dann über die Tageserholungsanlage Broichbachtal in Richtung Siedlung Ofden abziehend (WOLFGANG VOIGT)
23.12.2004 Bergehalde Anna 1 in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
06.11.2004 Siedlung Ofden in Alsdorf, Meldungen von mehreren Stellen, auch am 7.11.; bussardgroßes Exemplar im Landeanflug auf ein Garagendach am Fohlenweg am 16.11. (Beobachtungen und Recherche: WOLFGANG VOIGT)
12.08.2004 Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf: rufend in der Nähe von St. Barbara, später auch Sichtkontakt auf der Spitze einer Kiefer (WOLFGANG VOIGT)
29.07.2004 Rufend auf einer Pappel beim Alsdorfer Weiher (hier auch am 2. und 15.8.), später nach einem Zwischenaufenthalt am Herrenweg zur Bergehalde Anna 1 ziehend (WOLFGANG VOIGT)
16.07.2004 Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
17.06.2004 Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
11.06. 2004 Mittags über der Kranentalsmühle in
Alsdorf, einen Mäusebussard attackierend (WOLFGANG VOIGT); vermutlich dasselbe
Tier eine halbe Stunde später rufend am Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
02.06.2004 Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
25.05.2004 TEA Broichbachtal in Alsdorf (BERNHARD A.
CÜPPER / WOLFGANG VOIGT)
23.05.2004 TEA Broichbachtal in Alsdorf (GERHARD
MOLL)
16.05.2004 TEA Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG
VOIGT)
11.05.2004 TEA Broichbachtal in Alsdorf (BERNHARD A.
CÜPPER / WOLFGANG VOIGT)
09.05.2004 Tageserholungsanlage (TEA) Broichbachtal
in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
24.10.2002 Über Herzogenrath-Merkstein mit Nordkurs
(HANS RAIDA)
11.08.1997 Östlich von Eschweiler-Dürwiss (HEINZ
WEISHAUPT)
06.1997 Über der Bergehalde Anna 1 in Alsdorf,
mit zwei Mäusebussarden kämpfend (WALTRAUD SCHILKE)
21.04.1997 Fliegendes Exemplar über Schloss Rahe in
Aachen-Laurensberg (LOTHAR BEELITZ)
16.03.1996 Zwei Exemplare über Herzogenrath (KARL
GLUTH / JÜRGEN KLÜNDER)
1995 Blausteinsee bei Eschweiler
(Quelle: GERHARD MOLL)
10.07.1994 Höckerlinie bei Simmerath (GERHARD
ERDTMANN / TONI LORENZ)
04.11.1983 Schneeberg bei Aachen-Seffent (VON
LINDENEINER, Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 40)
01.05.1983 Monschau (PAUL ETSCHENBERG)
Meldungen aus
dem Raum Aachen bitte an
Wolfgang
Voigt, Entenweg 12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 15. November 2010
*****
Dokumentation:
Vorkommen der Kornblume im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die Kornblume (Centaurea
cyanus) wird zusammen mit anderen Pflanzen als „Acker-Unkraut“ bekämpft. Bei
SCHMEIL/FITSCHEN (Flora von Deutschland, 2000) wird sie als „verbreitet und
häufig, aber vielfach zurückgehend“ geführt. Für den Aachener Raum gilt eher
Letzteres. In den Kornfeldern ist sie wohl gänzlich verschwunden, so dass sie
vor allem nur noch an Wegrainen, auf Schuttflächen und Ödland zu finden ist.
Ich bitte um Meldungen, auch wenn die Feststellungen weiter
zurückliegen.
Nachfolgend
die bisher vorliegenden Daten. Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die
Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet
wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2009 / - An der Autobahn-Anschlussstelle Eschweiler-Weisweiler zahlreiche Exemplare neben Margeriten und Klatschmohn: vermutlich aus einer ausgebrachten Saargutmischung (RENATE VOIGT)
2007 / - Im Alsdorfer Stadtteil Alt-Ofden wird ab Herbst 2006 der Alte Bahndamm zum Teil abgetragen, um den Broichbach frei fließen zu lassen. Im Sommer tauchen an den Hängen des Einschnitts Dutzende Kornblumen auf. Sie stammen mit Sicherheit aus einer hier ausgebrachten Saatgutmischung. Keine gute Wahl für ein zukünftiges Feuchtgebiet! (WOLFGANG VOIGT)
2005 / - Feuchtgebiet bei Siersdorf (vermutlich gesät; WOLFGANG VOIGT)
2003 / - Ofdener Feld in Alsdorf-Ofden (SONJA HENNES)
2002 / - NABU-Obstwiese Am Galgenmorgen beim Blausteinsee (KARL GLUTH)
1991 / - Feld im Oberen Broichbachtal in Alsdorf (HARTMUT FEHR)
1989 / 1990 vorübergehend zu Hunderten auf Brachflächen beim Bau der Umgehungsstraße EB 57n in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1986 / - Aufforstungsbereich in Alsdorf-Blumenrath (WILFRIED und GERHARD MOLL)
1985 / - Feldwege bei Würselen-Elchenrath (GERHARD MOLL)
1982 / 1983 Ruhezone an der Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (aus Saatgut-Mischung, nur vorübergehend; GRUPPE BROICHBACHTAL / GRUPPE BROICHBACHTAL)
1976 / - ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (GERHARD MOLL)
1972 / 1978 Feldwege im Schneeberg-Gebiet bei Aachen-Seffent (WOLFGANG VOIGT / OTTO HIRTZ)
Meldungen (auch über
zurückliegende Feststellungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 26. Mai 2009
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Dokumentation:
Vorkommen der Kreuzkröte im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die Kreuzkröte (Bufo
calamita) hüpft nicht, sondern sie läuft, manchmal mausschnell. Erkennungsmerkmale
sind der gelbliche Mittelstreifen auf dem Rücken und waagerechte Pupillen.
Sie bevorzugt sonniges, vegetationsarmes Gelände und ist daher
auch in Sekundärbiotopen zu finden. Im Aachener Raum sind dies vor allem die
Bergehalden und Steinbrüche sowie Sand- und Kiesgruben, wie es die nachfolgende
Liste auch ausweist.
Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die
Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den
Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2009 / - Bergehalde Emil Mayrisch bei Aldenhoven-Siersdorf (zahlreiche Jungkröten, auch noch Larven, 27. September 2009, WOLFGANG VOIGT)
2003 / - Steinbruch Atzenach in Stolberg (KARL GLUTH)
2003 / - Teverener Heide (GÜNTER VENOHR)
2002 / - Truppenübungsplatz Vogelsang (LÖBF)
2000 / - NSG Binsfeldhammer in Stolberg (JOSEF METZEN)
1997 / 2005 ehemalige Kieswäsche in Eschweiler-Kinzweiler (KARL GLUTH / WOLFGANG VOIGT)
1997 / - Alter Bahndamm in Alt-Ofden, Alsdorf (KARL GLUTH)
1997 / 2000 Bergehalde Anna 2 in Alsdorf (KARL GLUTH / WOLFGANG VOIGT)
1993 / 1996 Nivelsteiner Sandwerke in Herzogenrath (GÜNTER KALINKA / HANS RAIDA)
1992 / 2001 Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler (HARTMUT FEHR / WOLFGANG VOIGT)
1991 / 2000 Blausteinsee bei Eschweiler (KARL GLUTH / WOLFGANG VOIGT)
1988 / 2001 Bergehalde Anna 1 in Alsdorf (GRUPPE BROICHBACHTAL / WOLFGANG VOIGT)
1991 / - Temporäre Gewässer am Fuße der ehemaligen Deponie Alsdorf-Busch (HARTMUT FEHR)
1987 / 1988 Jaspersberg in Alsdorf (KARL GLUTH / KARL GLUTH)
1986 / 1987 Vom Deutschen Bund für Vogelschutz angelegtes Laichgewässer im Rückhaltebecken Alsdorf-Warden (HELMUT MEURER / HELMUT MEURER) Anmerkung: Mit zunehmender Verfüllung der nahegelegenen Mülldeponie Warden sind zahlreiche Laichbiotope verloren gegangen.
1985 / 1989 Senke auf dem sogenannten Körfer-Gelände (Deponie Körfer in ehemaliger Kiesgrube) bei Alsdorf-Mariadorf (HELMUT MEURER / HERMANN SCHMALDIENST; das Vorkommen ist seitdem wegen Erdverkippungen und Pflanzenbewuchs erloschen!)
1985 / - Eschweiler Stadtwald (GERHARD MOLL)
1984 / 1985 Kiesgrube / Deponie David zwischen Alsdorf-Blumenrath und Broicher Weiher (GRUPPE BROICHBACHTAL): ehemals größtes Laichgebiet im gesamten Nordkreis; 1985 trotz entsprechender Anträge von Naturschutzseite durch Restverfüllung (Rekultivierungsauflagen) verlorengegangen; das Gelände (sogenannte „Giftmüll-Deponie“) unterliegt inzwischen wegen dort vergrabener Giftfässer einer äußerst aufwändigen Dauer-Sanierungsmaßnahme.
1984 / 2005 Bergehalde Maria Hauptschacht in Alsdorf-Mariadorf (KARL GLUTH / WILHELM LEMMEN, WOLFGANG VOIGT)
1984 / 2001 Bergehalde Anna bei Noppenberg (KARL GLUTH / GÜNTER VENOHR)
1984 / 1998 ehemalige Kiesgrube Euchener Heid in Alsdorf (HELMUT MEURER / WOLFGANG VOIGT)
1983 / 2000 ehemalige Sandgrube am Broicher Bend in Würselen (GERHARD MOLL / WOLFGANG VOIGT)
1976 / 2001 Bergehalde Adolf in Herzogenrath-Merkstein (GERHARD MOLL / BERNHARD A. CÜPPER)
1973 / - Kläranlage Broichbachtal in Alsdorf (GERHARD MOLL)
1970 / - Bergsenkungsgewässer Sueren Pley in Alsdorf (GERHARD MOLL)
1962 / - Schlangenberg in Stolberg-Breinigerberg (in Fahrspuren; GERHARD MOLL)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg 12,
52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 27. September 2009
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Dokumentation:
von Wolfgang Voigt
Der Wissenschaftler nennt die „Neubürger“ eigentlich Neophyten und Neozoen und meint damit Pflanzen oder Tiere, die nach dem 15. Jahrhundert unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein bestimmtes Gebiet gelangt sind und – das ist wichtig – fortan dort wild leben. Der exakte Zeitschnitt liegt im Jahre 1492, das heißt in jenem Jahr, in dem Amerika (wieder-)entdeckt worden ist.
Einige hier vorgestellte Arten erfüllen (noch) nicht die strenge Definition von „wild leben“. Darunter versteht man eigentlich, dass eine neu angesiedelte Art bereits 25 Jahre im Gebiet vorkommt und/oder seit mindestens drei Generationen frei lebend in ihm existiert.
Neubürger
im Raum Aachen:
Neophyten:
· Späte und Kanadische Goldrute
· Sommerflieder
· Robinie
· Riesen-Bärenklau
· Drüsiges Springkraut
· Japanischer Staudenknöterich und Sachalinknöterich
Neozoen:
· Wanderratte
· Bisam
· Nutria
· Waschbär
· Kanadagans
· Nilgans
· Mandarinente
· Fasan
· Rotwangen-Schmuckschildkröte
· Graskarpfen
· Regenbogenforelle
· Amerikanischer Flusskrebs
· Wespenspinne
· Süßwassermeduse
Späte
und Kanadische Goldrute, Solidago gigantea und S. canadensis
Wer kennt sie nicht, diese 0,5 bis 2,5 Meter hohen, kräftigen Pflanzen, die mit unzähligen gelben, winzigen Blüte übersät sind? Die Blütenköpfchen sind in bogenförmig gekrümmten Trauben und diese wiederum in einer pyramidenförmigen Rispe zusammengefasst. Bei der Betrachtung mit einer Lupe wird an den äußeren Zungen- und inneren Röhrenblüten deutlich, dass es sich um Köpfchen- oder Körbchenblütler, kurz Compositen handelt. Während bei der Kanadischen Goldrute Blätter und Stängel behaart sind, ist die Späte kahl.
In ihrer nordamerikanischen Heimat kommen die beiden Arten neben etwa 130 weiteren vor, in den USA haben sie sich fast flächendeckend ausgebreitet. Dagegen ist in Mitteleuropa lediglich eine Art, nämlich die Echte Goldrute (S. virgaurea) zu Hause. Solidago canadensis wurde 1648 und S. gigantea 1758 aus dem atlantischen Teil Nordamerikas nach England als Zierpflanze eingeführt, von wo aus zahlreiche Sortenzüchtungen die europäischen Gärten eroberten. In Deutschland sind die ersten Einbürgerungen in Westfalen um 1850 belegt. Um 1900 erfolgten Auswilderungen in Baden-Württemberg. Etwa seit 1950 ist die Ausbreitung explosionsartig, unterstützt durch gezielte Ausbringung der Pflanzen als Bienentracht in die freie Landschaft. Den Imkern stand seinerzeit noch nicht das heutige Wissen zur Verfügung, wonach die Blüten nur mäßige Nektar- und Pollenwerte haben, zwar auch von Honigbienen besucht werden, ansonsten aber nur von wenigen Wildbienen-Arten. Eine Vielzahl von Schwebfliegen-Arten scheint dagegen magisch angezogen zu werden.
Die bis zu 19.000 Schließfrüchte pro Stängel sind durch einen weißlichen Haarkranz flugfähig und zudem neben ihrer großen Reichweite mit einer hohen Keim- und Konkurrenzfähigkeit ausgerüstet. Haben die Pflanzen sich erst einmal an einem Standort angesiedelt, sorgt die vegetative Vermehrung über Neuaustriebe aus unterirdischen Rhizomen für eine weitere effektive Ausbreitung. So verwundert es nicht, dass die beiden Arten sich mittlerweile an geeigneten Wuchsorten mit Ausnahme der Hochlagen der Mittelgebirge überall flächendeckend breit gemacht haben.
Da die Goldruten viel Licht und lockeren, tiefgründigen, frischen bis feuchten Boden benötigen, kommen sie besonders häufig entlang von Straßen und Bahndämmen und an Uferböschungen vor. Freiflächen wie Kahlschläge, Schuttfluren und größere Baustellen werden im Aachener Raum ebenso besiedelt wie die hier charakteristischen Standorte Bergehalden, Steinbrüche sowie Sand- und Kiesgruben.
Das starke Ausbreitungspotenzial kann durchaus zu einem ökologischen Problem werden, da einheimische Pflanzen verdrängt werden. Will man die Solidago-Arten erfolgreich zurückdrängen, so ist über einen Zeitraum von mehreren Jahren kurzes Abmähen vor der Blütezeit erforderlich.
Sommerflieder,
Buddleja davidii
Dieses Nachschattengewächs hat im Volksmund nicht umsonst den Namen „Schmetterlingsflieder“. Die stark duftenden, meist lilafarbenen Blüten, die von Juli bis September in bis zu 20 Zentimeter langen, kegelförmigen Rispen stehen, locken eine Vielzahl von Tag- und Nachtfaltern an. Aber auch Bienen wissen die Futterquelle durchaus zu schätzen.
Ein weiterer Name ist „Chinesischer Fliederspeer“. Dieser bezieht sich auf die ursprüngliche Heimat China, wo er ebenso wild vorkommt wie in Tibet. In Europa hat man in zunächst als Zierstrauch in den wärmeren Teilen angepflanzt. Aufgrund seiner imposanten Wuchshöhe (bis zu fünf Meter) und seiner überaus großen Blütenfülle und Blühdauer wurde er rasch immer beliebter.
Die Pflanzen bevorzugen neben warm-trockenen Klima auch kalkhaltige Böden. So ist es nicht verwunderlich, dass die Sträucher auch an entsprechenden Standorten verwilderten. Das erste Auftauchen in Deutschland ist allerdings mitten im Rhein für eine Kiesbank und das Jahr 1928 belegt. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg breitete sich dann die Art von den Bahnhöfen der Oberrheinischen Tiefebene entlang der Bahndämme aus, die seit jeher für einwandernde Arten mit solchen besonderen Ansprüchen wichtige Ausbreitungsareale darstellen. Diese Linienbiotope vernetzen das Land und ermöglichen so das Vordringen der Neubürger. (Ähnliches gilt prinzipiell für die Autobahnen. Dort sind es allerdings bevorzugt Halophyten, die sich aufgrund des Streusalzeinsatzes hier entlang breit machen.)
Im Aachener Raum sind es ebenfalls stillgelegte Bahnstrecken, auf denen der Sommerflieder zunächst verwilderte. In Alsdorf sind die Trassen nach dem Ende des Bergbaus regelrecht zugewachsen. Auch auf den Industrie- und Bergbaubrachen haben sich die Sträucher ausgebreitet. Auf dem ehemaligen Annagelände ist die Art durch Neuanlagen von Parkstrukturen und Baumaßnahmen wieder verdrängt worden. Den Beständen auf der zukünftigen Euregiobahn-Trasse dürfte Ähnliches passieren. So bleiben hier vor allem die Bergehalden sowie Sand- und Kiesgruben als Wuchsorte übrig. Im weiteren Bereich des Aachener Raumes gibt es aber noch zahlreiche potenzielle und tatsächliche Biotope für den „Schmetterlingsstrauch“. Zu ihnen zählen die Steinbrüche in Stolberg und im Aachener Südraum.
Angemerkt seien noch zwei Gesichtspunkte: Die Pflanzen spielen zwar als Nektarquelle für die Schmetterlinge eine wichtige Rolle, ansonsten haben sie aber für diese Insektengruppe keine weitere ökologische Bedeutung; sie stellen keine spezielle Futterpflanze für ihre Raupen dar. Und: Trotz der raschen Ausbreitung der Strauchbestände sind bisher keine negativen Auswirkungen auf die heimische Pflanzenwelt erkennbar.
Robinie,
Robinia pseudacacia
Die Falsche Akazie oder Scheinakazie hat ihre Heimat im Osten der USA in den Appalachen. Diese Baumart wurde 1630 durch den französischen Botaniker Jean Robin nach Frankreich eingeführt und kam exakt 40 Jahre später nach Deutschland. Die Ausbreitung erfolgte von Berlin aus. Vor allem in Brandenburg wurde Ödland etwa ab 1750 großflächig mit Robinien aufgeforstet. In den Weinbaugebieten Süddeutschlands wurden sie kultiviert, weil sich Pfähle aus Jungbäumen besonders gut zum Anbinden von Rebstöcken eigneten.
Mittlerweile breitet sich die Robinie auch ohne forstliche Maßnahmen aus. Da sie auch als Zierbaum in Gärten und Parkanlagen Einzug gehalten hat, gibt es inzwischen auch verwilderte Exemplare fernab von Forsten und Wäldern. Dies trifft auch für den Aachener Raum zu.
Eine Besonderheit in unserer Gegend ist die Verwendung der Scheinakazie auf den Bergehalden des Aachener Reviers. Die längste Entwicklung haben die Bestände auf dem Jaspersberg im Alsdorfer Stadtteil Mariadorf hinter sich. Sie stehen hier seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Bei Hans Höppner und Hans Preuss findet man in deren „Flora des Westfälisch-Rheinischen Industriegebietes“ von 1926 den Hinweis: „Im Gebiet besonders an Bahndämmen und auf Zechenhalden häufig angepflanzt und verwildert.“ Ob gepflanzt oder wild gewachsen, - in jedem Fall können sie als Pionierbäume gewertet werden, welche den Boden mit ihrem dichten Wurzelwerk festigen und ihm zudem Luftstickstoff in einer für andere Pflanzen nutzbaren Form zuführen. Die Knöllchenbakterien, mit denen ihre Wurzeln in Symbiose leben, bringen diese Leistung zustande. Zusammen mit der stickstoffreichen Laubstreu wird so Boden gebildet und verbessert. Mit der Zeit ist auf diese Weise eine etwa 30 Zentimeter dicke Humusschicht auf dem ursprünglich weitgehend nackten Bergematerial entstanden. Die Stickstoffanreicherung ist soweit fortgeschritten, dass die Robinie selbst im Unterwuchs fehlt. So wird sie mit der Zeit infolge Überalterung den Platz für konkurrenzstärkere Baumarten frei machen.
Einige Robinien haben es im Kreis Aachen geschafft, als Naturdenkmale unter Schutz gestellt zu werden. Es sind dies vier Exemplare in Herzogenrath-Kohlscheid im Volksgarten und auf dem Friedhof an der Oststraße (Unterschutzstellung am 8. November 1973).
Riesen-Bärenklau,
Heracleum mantegazzianum
Dieses Doldengewächs, das die stattliche Höhe von drei bis fünf Metern erreichen kann, ist im Kaukasus zu Hause. Die Art kam im 19. Jahrhundert nach Mitteleuropa und wurde um 1890 in Genf als Kulturpflanze gezogen. Zunächst wurde sie in Botanischen Gärten kultiviert, hielt dann aber als Solitärpflanze auch Einzug in Privatgärten. Die „Herkulesstaude“ mit dem zweiten botanischen Namen Heracleum giganteum verwilderte gelegentlich oder kam mit Gartenabfällen und Bauschutt in die freie Landschaft. Als anspruchslose Art hat sie sich allmählich ausgebreitet. Bevorzugte Standorte sind dabei Grünlandbrachen, vor allem aber Bach- und Flussauen.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat man in Jagdzeitschriften die Bedeutung als Deckungspflanze für das Wild hervorgehoben. Hierbei hat man offenbar übersehen, dass das Laub erst relativ spät seine Wirkung als mögliche Deckung entfaltet, das heißt zu einer Zeit, wo die Tiere bereits anderswo ausreichend Schutz finden. Zudem verliert die frostempfindliche Pflanze bereits in ersten kalten Nächten ihre Blätter. Auch der Versuch mancher Imker, den Riesen-Bärenklau als Trachtpflanze anzusiedeln, muss als unnötig angesehen werden: Die Blütezeit liegt im Hochsommer, wenn die Bienen sowieso genügend Futterpflanzen vorfinden. Immerhin sind diese Experimente anfangs der 90er Jahre eingestellt worden.
„Turn and run, nothing can stop them, around every river and canal their power is growing”, so heißt es in einem Popsong der Gruppe “Genesis” über den “giant hogweed” aus dem Jahre 1971. Die stärkere Ausbreitung der Herkulesstaude ist zu dieser Zeit etwa zehn Jahre im Gang. Jede Pflanze bringt während einer Vegetationsperiode 6.000 bis 10.000 Samen hervor, die entlang der Fließgewässer – vor allem bei Hochwasser - schnell und weit verbreitet werden. Selbst bei anschließender Trockenheit bestehen gute Chancen, weil die Samen etwa sieben Jahre ihre Keimfähigkeit behalten.
Im Aachener Raum kommt die Art an vielen Gewässern vor, zum Beispiel am Rückhaltebecken in Herzogenrath, an Broichbach und Wurm, am Talbotbach in Aachen, an der Inde in Eschweiler, an der Vicht in Stolberg und im Perlen- und Fuhrtsbachtal bei Monschau-Höfen. Weitere Standorte findet man in den Stolberger Steinbrüchen und auf den Bergehalden des ehemaligen Aachener Steinkohlereviers. Auch ehemalige Bahntrassen und Autobahnböschungen weisen Vorkommen auf, so etwa bei Herzogenrath-Worm, zwischen Ofden und Euchen sowie bei Linden-Neussen. Leider sind auch ökologisch außerordentlich wertvolle Bereiche betroffen. Als Beispiele seien der Orsbacher Wald, der Schneeberg bei Aachen-Seffent (dort an der „Höckerlinie“) und das NSG Brockenberg in Stolberg genannt.
Da der Riesen-Bärenklau wegen seines Gehalts an Furanocumarinen giftig ist und der Pflanzensaft bei Hautkontakt verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung zu starken Hautreizungen führt, wird er mancherorts bekämpft. Auch aus ökologischer Sicht sollte die weitere Ausbreitung im Auge gehalten werden: wo immer die Herkulesstaude dichte Bestände bildet, wird die heimische Flora nahezu ganz unterdrückt. Mitarbeiter der Biologischen Station im Kreis Aachen haben aus diesem Grund zum Beispiel im Juni 2000 die Pflanzen im NSG Brockenberg entfernt.
Drüsiges
Springkraut, Impatiens glandulifera
Diese bis zu zwei Meter hohe Pflanze wird auch Indisches Springkraut genannt, was auf ihre ursprüngliche Verbreitung hinweist. Sie besiedelt das westliche Himalaya-Gebiet in einer Höhe zwischen 1.800 und 3.000 Metern. Der Gattungsname bezieht sich auf das Verhalten der reifen Fruchtkapseln bei Berührung: ihre Klappen springen dann auf und schleudern die Samen bis zu sieben Metern weit weg vom Standort (weiterer deutscher Name: „Rühr-mich-nicht-an“). Pro Pflanze können sich nach der Bestäubung durch Bienen, seltener Hummeln, 1.600 bis 4.300 Samen entwickeln. So kommen in Reinbeständen leicht bis zu 32.000 Samen pro Quadratmeter zusammen. Da die Art gerne entlang von Fließgewässern wächst, werden diese oft noch vom Hochwasser weggetragen. Dies alles erklärt die rasche Ausbreitung in der freien Landschaft und das massenhafte Auftreten an den Wuchsorten.
Die Art wurde 1839 nach England eingeführt und anschließend in den Gärten ganz Europas kultiviert. Heute kommt sie europaweit entlang von Bächen und Flüssen, aber auch auf Feuchtbrachen vor. Die Ausbreitung vor Ort beginnt oft mit der wilden Ablagerung von Gartenabfällen oder Erdaushub. Wie bei der Herkuleskeule sind aber auch die Imker nicht ganz unschuldig, die das Springkraut lange Zeit als Bienenfutterpflanze ausgesät haben.
Für den Aachener Raum gilt hinsichtlich der Verbreitung ähnliches. Robert Dreling, Gerhard Moll und Wolfgang Voigt beschreiben in den 80er Jahren die Ausbreitung entlang des Broichbachtales zwischen Broichweiden und Herzogenrath. Aber auch beispielsweise an Wurm, Rur, Inde und Vicht gibt es mittlerweile ausgedehnte Bestände. An den Weihern und Fischteichen kommt das Kraut ebenso vor wie in den Feuchtgebieten der Bergehalden. Selbst auf dem Aachener Lousberg ist es zu finden (Voigt 2001).
Das Drüsige Springkraut verdrängt die Vertreter der heimischen Flora nicht in dem starken Maße wie etwa Goldrute oder Staudenknöterich. Dennoch kann es manchmal nötig sein, regulierend einzugreifen. Dies geschieht am besten durch komplettes Mähen unmittelbar vor der Blüte. Das Mähgut muss unbedingt beseitigt werden, da sich bei Bodenberührung Adventivwurzeln bilden und neue Seitentriebe aufrecht weiterwachsen. Die Maßnahme muss außerdem über mehrere Jahre durchgeführt werden, weil die Samen lange Zeit ihre Keimfähigkeit behalten.
Japanischer
Staudenknöterich (Reynoutria japonica) und Sachalinknöterich (R. sachalinensis)
Die gemeinsame Behandlung in einem Abschnitt ergibt sich aus den hohen Übereinstimmungen bei beiden Arten. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist die Form der Blätter: Reynoutria japonica hat kleine, glatte und kahle Blätter, die am Vorderende plötzlich spitz zulaufen. Die Blätter von R. sachalinensis sind deutlich größer, runzelig, leicht behaart und an der Basis herzförmig; vorne sind sie allmählich zugespitzt.
Die satt grünen Blätter sitzen an knotig gegliederten Stängeln, die buschig verzweigt sind. Die Stauden können eine Wuchshöhe von etwa vier Metern erreichen. Jede Pflanze besitzt einen tiefreichenden Wurzelstock, der zahlreiche Ausläufer mit unterschiedlicher Länge hat. Dies führt zu einer starken flächenhaften Ausdehnung und zu dichten Beständen. Außerdem sind die Arten beim Austreiben durch ein schnelles Höhenwachstum gekennzeichnet, so dass andere Pflanzen durch Beschattung und Wurzelkonkurrenz unterdrückt werden.
Die ursprüngliche Heimat des Japanischen Knöterichs ist Ostasien, wo er auf Japan, in China und Korea weit verbreitet ist. Der zweite Vertreter verrät im Namen seine Herkunft von der nördlich von Japan gelegenen Insel Sachalin. Hier werden die Pflanzen in Silos zu Viehfutter verarbeitet. Nach Mitteleuropa sind beide Arten im 19. Jahrhundert zunächst als Zier-, später aber auch als Viehfutterpflanzen gekommen. Die Ausbreitung in der freien Landschaft wurde dadurch ermöglicht, dass man die Knöterich-Arten als Wildfutter und Deckungspflanze angebaut hat. Vor allem Fasane sollten sich in den Dickichten verstecken können. Der Blattverlust im Herbst und die geringe Deckung durch die vertrockneten Stängel zeigten, das sie hierfür jedoch für den Großteil des Jahres ungeeignet waren. Zudem wurden die Stauden kaum, wie man sich das erhofft hatte, zur Äsung angenommen.
Die weitere Ausbreitung erfolgt durch das wilde Abkippen von Gartenabfällen. Auch Erdbewegungen und Bodenablagerungen in Folge von Baumaßnahmen können zur Verschleppung von Wurzelstockteilen führen, was dann an den neuen Standorten zur raschen Ausdehnung des Bestandes führt. Entlang der Bäche und Flüsse können Rhizom-Bruchstücke bei Hochwasser verdriftet werden. Eine ganze Reihe von Vorkommen im Aachener Raum sind so zu erklären. Die Fundorte im Gebiet Stolberg stehen wohl mit einer gezielten Anpflanzung in Zusammenhang: Die Knötericharten können Schwermetalle (zum Beispiel Blei) in ihrem Körper anreichern und somit zur Dekontamination von Böden beitragen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Bestände nach der Vegetationsperiode gemäht und entsorgt werden. Da dies offensichtlich im Bereich der Bleihütten nicht erfolgt, haben sich die Knöterich-Flächen ständig ausgeweitet und bedrohen mittlerweile Naturschutzgebiete.
Will man die stark wuchernden Pflanzen beseitigen, muss man sich auf mehrjährige Maßnahmen einstellen. Oberstes Ziel muss es dann sein, die Rhizome ständig zu schwächen, bis sie ihre Wuchskraft verlieren. Häufiges Ausreißen der Wurzelstöcke im Abstand von etwa vier Wochen kann schon gute Erfolge bringen. Das Ausgraben dürfte aber die sicherste Methoden sein, was aber manchmal wegen des Ausmaßes der Bestände illusorisch bleibt. Will man den Bestand lediglich in Grenzen halten, kann ein mehrmals im Jahr durchgeführter Schnitt dafür sorgen, dass Wachstum und Ausbreitung stagnieren.
Wanderratte,
Rattus norvegicus
Viele Menschen denken, die Wanderratte hätte es schon immer in der europäischen Fauna gegeben. Dem ist aber nicht so. Ursprünglich in den weitläufigen Steppen der Mongolei und Nordchinas zu Hause, wurde sie erst anfangs des 18. Jahrhunderts mit Schiffen nach Europa eingeschleppt. Von den Hafenstädten ausgehend, hat sie sich aber rasant ausgebreitet. In Deutschland tauchte sie erstmals 1750 auf. Vorher hatte sie bereits England (ab 1730) und Frankreich (ab 1735) erobert. Heutzutage ist die Wanderratte Kosmopolit.
Die Fellfarbe schwankt auf dem Rücken von graubraun bis rotbraun, auf der Bauchseite von hellgrau bis reinweiß. Charakteristisch ist der nahezu unbehaarte, etwa 20 Zentimeter lange Schwanz, der somit etwas kürzer als der Körper ist.
Wanderratten sind es, die sprichwörtlich „das sinkende Schiff“ verlassen. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher. Das liegt daran, dass ihre Lebensweise seit jeher eng an das Wasser gebunden ist. Auch bei ihrer Entwicklung zum Kulturfolger hat sie dies beibehalten. Man findet sie nicht nur auf Schiffen, sondern auch in Gewässernähe auf dem Land, in feuchten Kellern und Ställen - und natürlich in der menschlichen Kanalisation, die zudem hervorragend ihrem Wesen als Höhlenbewohner entgegenkommt.
Die in Sippen lebenden Ratten mit ausgeprägtem Sozialverhalten sind Allesfresser, tierische Nahrung wird aber bevorzugt. Sie greifen zunächst auf Aas zurück, bevor sie bei Nahrungsmangel lebende Tiere und dabei sogar Menschen attackieren. Die Tiere leben in einem unterirdischen, stark verzweigten Röhrensystem mit Nest- und Vorratskammern, das sie in der Regel nur in der Dämmerung und in der Nacht zur Nahrungssuche verlassen. Hierbei werden hauptsächlich Schuttplätze sowie offene Komposthaufen mit gegarten Küchenabfällen und Essensresten aufgesucht. Zwischen April und September werfen die Weibchen drei- bis siebenmal bis zu zehn, bei guter Nahrungslage bis zu fünfzehn Junge, die ihrerseits mit zwei bis drei Monaten geschlechtsreif werden. Auch die Lebenserwartung von sieben Jahren trägt wesentlich zur starken Vermehrung der Art bei.
Wanderratten gelten als Träger und Überträger von Krankheiten. Bei der Haltung von Vieh spielen sie als Trichinenträger eine wichtige Rolle. Außerdem werden durch sie Salmonellen und Tollwut übertragen. Die Erreger der Weilschen Krankheit gelangen durch verunreinigte Lebensmittel zum Menschen und lösen bei ihm Gelbsucht aus. Auch ohne diese Krankheitskeime können Kot und Urin in den Lagerbeständen von Lebensmitteln großen wirtschaftlichen Schaden anrichten.
Man versucht bislang vergeblich, Wanderratten auszurotten. Man bekämpft sie hauptsächlich mit Fraßködern, die gerinnungshemmende Cumarinderivate enthalten. Die Wirkstoffe lösen zudem in den Kapillaren der Organe und Gewebe Blutungen aus, so dass schließlich der Tod eintritt. Seit Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts stellt man in manchen Gegenden Resistenzbildung bei den sogenannten „Superratten“ fest, die zudem eine höhere Intelligenz aufweisen können. Ihre Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit stellt die Menschheit vor neuartige Probleme.
Im Kreis Aachen wird die Wanderratte in allen Kommunen systematisch mit Ködern bekämpft. Der NABU Aachen-Land ist mehrmals aktiv geworden, wenn man auf die Bekämpfung lediglich mit Aufklebern aufmerksam gemacht hat, die an Straßenlaternen oder Zaunpfählen angebracht gewesen sind. Ohne genaue Ortsangabe ist Familien mit Kindern und Hundebesitzern damit nur wenig gedient.
Angemerkt sei noch, dass der Neubürger Wanderratte vor allem durch die größere Stärke und die höhere Aggressivität die seit dem frühen Mittelalter in ganz Europa heimische Hausratte (Rattus rattus) nahezu ganz verdrängt hat. Deren Flöhe galten seit jeher als Überträger des „Schwarzen Tods“. Im Mittelalter hat die Pest sich dadurch epidemisch im gesamten europäischen Raum mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung ausgebreitet.
Bisam,
Ondatra zibethica
Oft wird die Art auch „Bisamratte“ genannt, sie gehört aber zur Familie der Wühlmäuse und stellt darin den größten Vertreter. Die Kopf-Rumpf-Länge liegt zwischen 25 und 35 Zentimetern. Hinzu kommt noch ein spärlich behaarter, seitlich zusammengedrückter Schwanz von etwa 20 bis 25 Zentimetern. Das Fell erscheint glänzend, ist auf der Rückenseite kastanienbraun, seitlich heller und auf der Bauchseite braungrau bis weiß.
Der Bisam ist dämmerungs- und nachtaktiv, sehr scheu und wirkt an Land recht unbeholfen. Umso geschickter bewegt er sich im Wasser. Dichte Borstensäume an der Seite der Zehen und Schwimmhäute an deren Basis begünstigen das Schwimmen und Tauchen.
Die ursprüngliche Heimat des Bisam liegt in Nordamerika. Kanada und die meisten Gebiete der USA sind dort von der Art besiedelt. Heute ist aus ihr fast schon ein Kosmopolit geworden, wobei die Hauptverbreitungsgebiete in Eurasien, aber auch in Südamerika liegen.
Die Ausbreitung in Europa begann im Jahre 1905. Damals wurden fünf Exemplare des wertvollen Pelztieres in der Nähe von Prag ausgesetzt. Die rasche Ausbreitung erstaunt heute noch die Experten. Österreich und Deutschland wurden 1914 und die Schweiz 1928 erobert. Andere Populationen, zum Beispiel in Frankreich, entwickelten sich aus Tieren, welche aus nachlässig geführten Zuchtbetrieben entkamen. Heute gibt es kaum noch pflanzenreiche Gewässer in Tiefland und Mittelgebirgen, die nicht vom Bisam besiedelt sind. Seine Nahrung besteht aus Wasser- und Sumpfpflanzen. Bei Pflanzenmangel werden auch Muscheln und Krebse gefressen. An Steilufern gräbt das Tier meterlange Röhren, die in Wohnkesseln münden. Der Eingang liegt hier ebenso unter der Wasseroberfläche wie bei den kuppelförmigen Wohnburgen, die es aus Schilf, Binsen und Gras an Flachufern baut.
Die hohe Vermehrungsrate und das ausgeprägte Wanderverhalten hat auch im Raum Aachen zu einer nahezu flächendeckenden Verbreitung geführt. Wegen der Reduzierung des Pflanzenwuchses an den Gewässern durch Fraß und der Schädigung von Uferböschungen und Dämmen durch Wühlen wurden in der Vergangenheit Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung getroffen. In den 90er Jahren haben Kommunen die Hilfe von Mitarbeitern des Bonner Amtes für Pflanzenschutz für gezielte Bekämpfung in Anspruch genommen.
Naturschützer bewerten die Bisam-Problematik uneinheitlich. Auf der einen Seite werden Schilfbrütern wie Teichrohrsänger und Rohrdommel durch Entnahme von Pflanzenmaterial die Brutmöglichkeiten genommen, andererseits entstehen zum Beispiel durch den Burgenbau freie Wasserflächen inmitten des Röhrichts, die von anderen Wasservögeln genutzt werden und in denen sich Schwimmblattpflanzen ausbreiten können. Wasserwirtschaftliche Schäden treten vor allem dort auf, wo Bäche und Flüsse kanalisiert und Stehgewässer ausgebaut wurden. Würde man zum Beispiel den Forderungen des NABU Aachen-Land folgen und die Gewässer großzügig renaturieren, wären wohl die Gefahren durch den Bisam nicht so immens.
Nutria,
Myocastor coypus
Nutrias oder Biberratten erreichen Hasengröße und sind somit deutlich größer als der Bisam, der kleiner als ein Kaninchen ist. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 45 bis 65 Zentimeter, der drehrunde, beschuppte und fast haarlose Schwanz misst 30 bis 45 Zentimeter. Das Auffälligste sind die breiten, orangeroten Nagezähne. Die Grundfarbe des Fells ist Graubraun, die sogenannten Grannenhaare variieren von gelbgrau über braun bis zu schwarz, wodurch das Fell recht unterschiedlich wirken kann. Die Hinterfüße besitzen Schwimmhäute zwischen den Zehen, wodurch Nutrias sehr gut schwimmen können.
Ursprünglich ist die Art in den gemäßigten und subtropischen Teilen Südamerikas zu Hause. In Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Südbrasilien besiedeln sie Gewässer jeglicher Art. Auch im Mündungsbereich der Flüsse an den Küsten sind sie im Brackwasser zu finden. In Europa wurden sie wegen ihres sehr wertvollen Pelzes als Farmtiere gehalten. Ab Ende des 19. Jahrhunderts sind in Frankreich erste Exemplare aus Gefangenschaft entkommen und haben zunächst für eine nur sporadische Verbreitung gesorgt. Zwischen den beiden Weltkriegen kam es dann vermehrt zur Ansiedlung in sumpfreichem Gelände (Deutschland um 1930, England 1932, Schweden 1938 und Dänemark 1945). Später hat es regelrechte Ansiedlungsprojekte gegeben. Freilandvorkommen gibt es unter anderen noch in Finnland, den Niederlanden, Österreich, Spanien, Italien und Griechenland. Weltweit gilt die Biberratte noch in Afrika, Asien und im Mittleren Osten als eingebürgert.
Im Gegensatz zum Bisam sind Nutrias durchaus auch tagaktiv. Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Pflanzen und Pflanzenteilen, nur ganz selten werden Muscheln, Fische und Vogeleier aufgenommen. Neben Gras, Wasserpflanzen, Baumrinde und Wurzeln werden auch Feldfrüchte und Obst genommen, weswegen man inzwischen nicht selten Einzelexemplare weitab von Gewässern, dem ursprünglichen Lebensraum, findet.
Für das Alsdorfer Stadtgebiet ist dieses Phänomen relativ gut dokumentiert:
Bereits 1954 stellt Gerhard Moll die Art am Alsdorfer Weiher fest. Die scheinbare Gewässertreue ist in der Folgezeit durch folgende Beobachtungen und Totfunde belegt: Siefengraben bei der ehemaligen Kläranlage Broich, Broicher Weiher, Auwald bei Kranentalsmühle, Euchener Bach in Alt-Ofden, Broichbach im Bereich der sogenannten Ruhezone, Tümpel neben dem Alsdorfer Weiher. Totfunde gibt es aber auch in der Siedlung Busch, am Blumenrather Hof und in der Feldflur oberhalb der Broicher Mühle. In diesem Bereich dürften es die Tiere auf Zuckerrüben und Maispflanzen abgesehen haben. Gleich zwei Fundorte überfahrener Tiere gibt es an der Ofdener Theodor-Seipp-Straße. Während das eine Tier am Eingang zum Alsdorfer Tierpark festgestellt wird, also ganz in der Nähe des Alsdorfer Weihers, liegt das zweite in der Nähe der Alt-Ofdener Dorfstraße mitten in der Siedlung. Beim Umherstreifen entdecken sie auch neue Lebensräume am Wasser, was die Ansiedlung an der Bergehalde Anna im Jahre 2002 beweist.
Nutrias graben zwar auch Röhren-Baue in Uferböschungen und Dämme, wühlen dabei aber nicht so stark wie der Bisam. Dennoch können gelegentlich Schäden in geringem Umfang entstehen. Bisher werden die Tiere nicht gezielt verfolgt, fallen aber oft genug Bisamjägern zum Opfer, weil sie denselben Lebensraum beanspruchen.
Waschbär,
Procyon lotor
Waschbären kommen ursprünglich in Nord- und Mittelamerika vor. Sechs Arten mit 25 Unterarten haben ihr Verbreitungsgebiet von Panama über die USA bis hinauf in das südliche Kanada.
Die dämmerungs- und nachtaktiven Kleinbären bevorzugen Altholzbestände in Gewässernähe. Die ungünstige Jahreszeit verbringen sie in Winterruhe, wofür sie Erd- und Baumhöhlen aufsuchen. Ansonsten verbringen sie die Ruhezeiten in verlassenen Fuchs- und Dachsbauen, aber auch in hohlen Bäumen. Als anpassungsfähiger Kulturfolger kann man den Waschbär auch in Speichern und Schuppen antreffen.
Da er gut klettern und schwimmen kann und zudem als Allesfresser gilt, ist sein Tisch reichlich gedeckt. Die Nahrung wird zwischen den Händen mehrmals hin und her bewegt. Er ertastet sie dabei äußerst gründlich, bevor er sie verspeist. An und in Gewässern erweckt das Ganze für uns den Eindruck, als ob der Bär die Nahrungsobjekte wäscht. So erklärt sich sein Name. Auf der Suche nach etwas Fressbarem dringt er auf seinen Streifzügen bis in den Siedlungsbereich vor. Zahlreiche Fotos belegen seine Anwesenheit auf Mülldeponien, in Industriegebieten, an den Mülltonnen in den Ortschaften und an Abfallbehältern in Parks und sonstigen Grünanlagen. Auch Kompostplätze in Gärten werden aufgesucht.
Der Waschbär kommt heute in ganz Mitteleuropa vor. Erste Exemplare sind bereits um 1930 aus Pelztierfarmen in Rheinland-Pfalz entwichen, bevor 1934 im Bereich des hessischen Edersees eine erste offizielle Ansiedlung der Art Procyon lotor durchgeführt worden ist. In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten folgten dann weitere Ansiedlungen in verschiedenen Teilen Deutschlands und in Osteuropa. Die Waschbären sind mittlerweile auch in Dänemark, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Österreich und Tschechien eingewandert.
Aus dem Raum Aachen gibt es einige wenige Hinweise aus jüngerer Zeit. Vielleicht wird als Folge dieser Veröffentlichung mehr über die wirklich Verbreitung bekannt.
Sichere Beobachtungen stammen aus dem Alsdorfer Teil des Broichbachtales (1995, Hubert Demmer). Hier scheint ein Schwerpunkt am Broicher Weiher zu liegen (Demmer). Aber auch im weiteren Bachverlauf sind die Tiere heimisch. Ein Totfund in der Kläranlage Broichbachtal aus dem Jahre 1999 belegt dies (Voigt). Auch im NSG Unteres Broichbachtal bei Noppenberg im benachbarten Herzogenrath hat man die Art beobachtet, dort sogar tagsüber (Quelle: Gerhard Moll). Im September 2000 finden Karl Gluth und Josef Lothmann auf der Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler frische Waschbären-Spuren. Im April 2009 meldet Horst Handschur drei überfahrene Exemplare von der Autobahn bei Aachen-Lichtenbusch.
Kanadagans,
Branta canadensis
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Kanadagans liegt im östlichen Nordamerika zwischen den arktischen Inseln bis hin nach South-Dakota und zur St.-Lorenz-Bucht. Während sie in ihrer Heimat enorme Strecken an der Atlantikküste entlang zieht, ist sie in Europa Stand- oder Strichvogel. In die europäischen Länder hat man sie zu recht unterschiedlichen Zeiten eingeführt: Großbritannien im 17. Jahrhundert, Schweden 1929, Norwegen 1936, Niederlande 1945, Belgien 1952, Deutschland um 1955, Dänemark um 1960, Schweiz 1963 und Finnland 1964. Der Zuzug von Gefangenschaftsflüchtlingen ist in der Regel für den heutigen Aufbau freilebender Populationen verantwortlich.
Rolf Hennes beobachtet die Art erstmals am 5.5.1970 am Alsdorfer Weiher. Am Rückhaltebecken in Herzogenrath gibt es Exemplare seit dem 23.4.1989. Dort weist Gerhard Moll die erste Brut im Jahre 1995 mit sieben Jungtieren nach. In diesem Jahr tauchen dann auch erste Kanadagänse als freifliegende Tiere im Alsdorfer Tierpark und an den benachbarten Angelteichen als Wintergäste auf. Hier kommt es dann auch zu regelmäßigen Bruten. Lothar Beelitz und Hans-Georg Bommer stellen im Jahre 1997 eine Brut zwischen Richterich und Kohlscheid fest. Im Jahre 1999 findet die erste erfolgreiche Brut in der Ruhezone an der Tageserholungsanlage in Alsdorf statt. Gerhard Moll zählt hier fünf Jungtiere. In der Folgezeit nimmt die Zahl der Vögel im Raum Aachen kontinuierlich zu. Beeindruckend sind die 97 Exemplare, die im Jahre 2002 geschlossen durch den Nordkreis ziehen und zu manchen Kranich-Fehlmeldungen führen.
Mittlerweile sind die Kanadagänse zusammen mit den Fasanen die am weitesten in Mitteleuropa verbreiteten Neozoen. Sie stellen ein zunehmendes ökologisches Problem dar: sie verdrängen andere Wasservögel, führen zur Überweidung der Schilftriebe und damit zum Rückgang der Röhrichtbestände, tragen zur Abweidung von für Fische, Amphibien und Libellen wichtigen Wasserpflanzen, speziell Laichkrautarten, bei. Im Winter nehmen sie auch gerne junge Saaten von Getreide.
Nilgans
(Alopochen aegyptiacus)
Die durch braune Flecken an beiden Augen und in der Brustmitte unverwechselbare Halbgans ist ursprünglich in ganz Afrika südlich der Sahara sowie im Niltal, in Palästina und Syrien zu Hause. Dort bewohnt sie die Uferbereiche stehender und langsam fließender Gewässer.
Nilgänse sind hauptsächlich Pflanzenfresser. Sie weiden gerne auf Feldern und Grünland mit frischem Aufwuchs. Dabei nehmen sie auch Heuschrecken auf. An und in den Gewässern fressen sie wirbellose Tiere aller Art. In Bezug auf das Brutgeschäft zeigen die Gänse eine gute Anpassungsfähigkeit: bevorzugt werden für den Bau der Nester Bäume in Gewässernähe. Fehlen diese, so wird entweder in Felsnischen oder aber einfach auf dem Boden gebrütet. In der Heimat Afrika brüten sie zu recht unterschiedlichen Zeiten: in Ägypten beispielsweise bereits Anfang März, im Sudan dagegen erst im September nach Beginn der Regenzeit. Die Variationsbreite im Brutverhalten kommt der Art vielleicht auch in Europa zugute. Eine Besonderheit im Gesamtverhalten ist es übrigens, bei Gefahr in größere Tiefen abzutauchen und über weite Strecken unter Wasser zu bleiben. Auch die Jungtiere können dies bereits wenige Wochen nach dem Schlüpfen.
Im 17. Jahrhundert kamen die ersten Tiere nach England und Schottland. Mit der Zeit wurden sie in ganz Europa beliebte Ziervögel für Tiergehege und Stadtparks. Immer wieder ist es vorgekommen, dass Gefangenschaftsflüchtlinge frei herumflogen und dabei sogar einzelne Freibruten ausgeführt haben. In den Niederlanden hat eine solche Brut nachweislich 1969 stattgefunden. Spätestens ab 1989 ist es im Saarland, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zu Freibruten gekommen, ab 1993 auch in Baden-Württemberg.
Für den Raum Aachen ist die erste Beobachtung von zwei Exemplaren für das Staubecken Diepenbenden belegt (5.12.1976, Gerhard Moll). Ab den 80er Jahren häufen sich die Beobachtungen und Meldungen, die in diesem Rahmen im einzelnen gar nicht mehr aufgeführt werden können. Wenigstens einige der Beobachtungsstellen seien hier erwähnt, um die Verbreitung der Art zu dokumentieren: Feuchtgebiet bei Kloshaus, Bergsenkungsgebiet bei Alt-Merberen, der Sueren Pley in Alsdorf, das NSG Unteres Broichbachtal, die Nievelsteiner Sandwerke, Oud Erenstein in Kerkrade, das gesamte Wurmtal, die Bergehalde Anna bei Noppenberg, die Angelteiche und Weiher im Broichbachtal, die ehemalige Kieswäsche in Kinzweiler, das Gewerbe-Schulzentrum in Haaren, die Aachener Soers, Schloss Schönau in Richterich, die Drimborner Stauanlage in Aachen, der Casino-Weiher in Kelmis (La Calamine) und der Stausee in Obermaubach. Folgende Beobachtungen ragen heraus: Auf dem Rückhaltebecken in Herzogenrath zieht im Jahre 2002 ein Paar elf Jungtiere groß (Wolfgang Voigt). Im Jahre 1997 sind es beim Heidbendenweiher in Aachen zehn Jungvögel gewesen (Helmut Sang). Die durchschnittliche Anzahl liegt zwischen vier und sechs. Bis zu vierzig Tiere beobachtet Hans-Georg Bommer Ende August 1997 zwischen Vaalserquartier und Seffent. Im Monat darauf zählt Horst Handschur in Aachen 34 Exemplare bei Grüne Eiche, vielleicht derselbe Trupp.
Mandarinente,
Aix galericulata
Diese Glanzenten-Art bewohnt in ihrer Heimat in Ostasien stehende und langsam fließende Gewässer. Es handelt sich um Höhlenbrüter, wobei Baumhöhlen eindeutig bevorzugt werden. Seltener brüten die Weibchen in hohlen Baumstümpfen oder gar in Höhlungen unter Steinhaufen.
Anfang des 18. Jahrhunderts kam die Mandarinente als Ziervogel auf die britischen Inseln, wo ihr Gesamtbestand wohl inzwischen größer ist als im ursprünglichen Verbreitungsgebiet (ausgenommen Japan). In Großbritannien ist es auch gewesen, dass sich die ersten freilebenden Populationen um die Wende zum 20. Jahrhundert gebildet haben. Etwa zur gleichen Zeit hat man auch die ersten Exemplare auf dem Festland beobachtet.
In Deutschland sind inzwischen kleinere freifliegende Populationen aus den Parks von München, Stuttgart und Berlin bekannt. Im Grenzgebiet bei Basel hat es zwischen 1958 und 1961 mehrere Bruten gegeben. Zu Beginn der 80er Jahre sind weitere Bruten für die Schweiz belegt, ebenso für den Raum Wien. 1968 melden die Niederlande erste Bruterfolge im Freiland.
Am 8. April beobachtet Gerhard Moll im Schlosspark Ottenfeld in Alsdorf ein Männchen. Laut einer Notiz in seinem Tagebuch Nr. 8 soll es vorher am Kellersberger Weiher ausgesetzt worden sein. 1970 kommt es im Alsdorfer Tierpark zu einer ersten Brut. Freifliegende Tiere werden fortan häufiger gesichtet, zum Beispiel 1972 im Broichbachtal an der früheren Römerbrücke und 1973 am Broicher Weiher in Alsdorf. Erstmalig erfolgt 1983 in der neu geschaffenen Ruhezone bei der Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf eine einzelne Brut. Die Mandarinenten benutzen auch später Stockenten-Kästen und in Einzelfällen sogar Hohltauben-Nistkästen. Mit ziemlicher Sicherheit ist die Stammpopulation im Alsdorfer Tierpark zu lokalisieren. Von hier aus erobern die Tiere in den Folgejahren den Kellersberger Weiher, das Herzogenrather Staubecken und das Wurmtal am Kälberbend in Herzogenrath. Im Brutrevier beim Further Wald werden sogar standesgemäß Naturhöhlen in Bäumen angenommen.
Der Ausbreitung der Art werden hier wie anderswo gute Chancen eingeräumt. In West- und Mitteleuropa besteht zwischen ihr und anderen Entenarten keine Konkurrenz um Brutbiotope. Sie haben gewissermaßen eine freie ökologische Nische besetzt. Die tag- und nachtaktiven Tiere ernähren sich gründelnd von allerlei wirbellosen Wassertieren, während sie im Herbst und Winter hauptsächlich Pflanzennahrung zu sich nehmen. Darunter befinden sich dann auch stärkehaltige Bucheckern, Eicheln und Kastanien.
Fasan,
Phasianus colchicus
Die Artbezeichnung „colchicus“ bedeutet soviel wie „aus Colchis stammend“. Colchis wiederum ist der antike Name des Küstenlandes an der Ostseite des Schwarzen Meeres. Im allgemeinen wird heute die ursprüngliche Verbreitung des Fasans mit folgendem Gebiet angegeben: Mittelasien nördlich und südlich des Kaukasus, Nordpersien, Süd- und Ostmongolei, China, Mandschurei und Formosa.
Heute ist der Fasan in weiteren Teilen Asiens, in Afrika, Nord- und Südamerika (dort mit Schwerpunkt Chile), Australien und Neuseeland eingebürgert. Für Europa werden zwar erste Ansiedlungsversuche bereits durch die Römer beschrieben. Auch im Mittelalter soll es in Deutschland und Österreich freilebende Fasane gegeben haben. Eine systematische Aussetzung des Fasans ist aber erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgt.
Der heute in Mitteleuropa verbreitete „Jagdfasan“ ist das Resultat von Kreuzungen zwischen der Stammform und verschiedenen importierten Rassen. Die Bestände werden für Jagdzwecke durch Anfütterung – vor allem in der kalten Jahreszeit – künstlich hoch gehalten.
Der tagaktive Standvogel bevorzugt offenes Gelände, das mit Deckungsmöglichkeiten strukturiert ist. Bei uns bedeutet dies, dass Feldfluren mit Buschwerk, kleinere Gehölze und vor allem die Restbestände der Auwälder entlang der naturnahen Fließgewässer besiedelt werden. Der Fasan übernachtet nämlich gerne in Bäumen oder hohen Sträuchern, die er mit dem ersten Licht verlässt, um in der offenen Landschaft auf Nahrungssuche zu gehen. Das Nahrungsspektrum besteht hauptsächlich aus pflanzlichen Teilen wie Sämereien, Beeren, Wurzelstücken und frischem Grün. Gelegentlich werden Insekten, Schnecken und Ringelwürmer gefressen. Die Tiere können durch die Bevorzugung von Pflanzenkost in Getreide- und Gemüsefeldern, aber auch in Rebanlagen wirtschaftlichen Schaden anrichten, der dann ein Argument zur intensiveren Bejagung liefert.
Rotwangen-Schmuckschildkröte,
Chrysemis scripta elegans
Diese Schildkröten-Art ist früher aus ihrer Heimat Nordamerika in großer Stückzahl nach Mitteleuropa exportiert und im Zoohandel verkauft worden. Seit im Jahre 1990 die Einfuhrbestimmungen drastisch verschärft worden sind, haben die Importe deutlich abgenommen.
In der freien Natur tauchen diese als Haustiere gehaltenen Exoten immer wieder – stellenweise in größerer Stückzahl – auf. Es handelt sich dabei in der Regel nicht um Gefangenschaftsflüchtlinge. Vielmehr sind die Tiere, besonders zu Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit, ausgesetzt worden. In früherer Zeit haben sie kaum Chancen gehabt, den mitteleuropäischen Winter zu überleben. Auch heutzutage dürften deswegen schätzungsweise noch 95 Prozent der ausgesetzten Exemplare zugrunde gehen. Am Nahrungsangebot kann es nämlich nicht liegen: Sie nehmen als ausgesprochene Fleischfresser sowohl Würmer und Schnecken als auch Amphibien und deren Entwicklungsstadien. Hin und wieder ist auch ein geschwächter oder kranker Fisch leichte Beute. Man hat die Tiere auch schon an Aas gesehen.
Einigen Tieren gelingt es immer wieder, vor allem im Zusammenhang mit der allgemeinen Klimaveränderung, unbeschadet über den Winter zu kommen. So hat man zum Beispiel im Rhein-Ruhr-Emscher-Gebiet eine dauerhafte Ansiedlung der Rotwangen-Schildkröten festgestellt. Auch im Aachener Raum sind einige Stellen bekannt, wo man seit Jahren diese Tiere beobachten kann. Eine Erstbeobachtung für Alsdorf gelingt im Jahre 1988 durch Wolfgang Voigt. Hier werden 2001 von Max Müller die letzten Exemplare beobachtet. Ab dem Jahre 2002 scheinen sie nämlich zu fehlen. Vielleicht sind sie zum nahegelegenen Alsdorfer Weiher umgezogen, wo noch im Herbst 2001 von Dominik Adolph sechs große Tiere gesehen werden, die sich auch 2002 das ganze Jahr über zeigen (Voigt). Für den Ententeich des Alsdorfer Tierparks werden von Gerhard Moll erstmals 1997 neun Schildkröten in einem seiner Tagebücher erwähnt. Die Zahl ist hier mittlerweile auf zehn angewachsen (Voigt), aber wohl kaum durch Fortpflanzung. Für den Broicher Weiher – ebenfalls im Alsdorfer Teil des Broichbachtales gelegen - stellt Karl Gluth 1998 erstmals zwei Tiere fest, die sich bis heute (2002) dort aufhalten (Gluth, Voigt). Roswitha Weinberg berichtet von Rotwangen-Schildkröten in den Gewässern des Eschweiler Stadtwaldes im Jahre 2000. Günter Venohr aus Herzogenrath meldet 2001 ein Vorkommen in der Wurm bei Nievelstein.
Es wäre interessant zu erfahren, wo im Großraum Aachen weitere länger andauernde Vorkommen dieser Reptilien-Art sind. Eine sichere Bestimmung ist durch die namengebenden roten Wangenstriche beidseits des Kopfes möglich. (Kontakt: siehe am Ende dieser Dokumentation!)
Graskarpfen,
Ctenopharyngodon idella
Dieser ausgesprochene Exot stammt aus Ostasien. Bereits ab dem 10. Jahrhundert ist in China ein künstlicher Besatz erfolgt, so dass man die ursprüngliche Heimat nur schlecht rekonstruieren kann. Bevorzugt werden große Flüsse und Seen der Tiefebenen, wo etwa 25 Grad Wassertemperatur erreicht werden. Unter 15 Grad wird die Nahrungsaufnahme eingestellt. Ansonsten vertilgen die Karpfen große Mengen an Nahrung, die zum überwiegenden Teil aus Wasserpflanzen besteht. Dabei kann ein Tier an einem Tag bis zu 120 Prozent seines Körpergewichts fressen, das sind immerhin bis zu 60 Kilogramm.
Ab 1965 hat man die Art nach Deutschland eingeführt. Heute kommt sie in den Einzugsgebieten von Donau, Rhein und Elbe, aber auch in unzähligen stehenden Gewässern vor. Bei den in Mitteleuropa herrschenden Temperaturen ist eine natürliche Vermehrung nahezu ausgeschlossen. Die Bestände sind daher nur durch ständiges Aussetzen zu erklären.
Als in den 70er Jahren in Europa eine starke Eutrophierung der Gewässer eintrat, hat man den Graskarpfen gezielt zur Regulierung der Wasserpflanzenbestände eingesetzt. Dies hatte aber zum Teil schwerwiegende Folgen: Vor allem die für Karpfen, Rotfedern und Schleien wichtigen Laichkraut-Bestände gingen dramatisch zurück. Wasserinsekten, z.B. Libellen, wurden wichtige Eiablagemöglichkeiten genommen, wodurch das Nahrungsnetz in den Gewässern empfindlich gestört wurde. Nahrungsplätze, Unterstände und Nistnischen gingen verloren. Mancherorts wurde an den Gewässern der gesamte Pflanzenbestand vernichtet.
Das Aussetzen des Graskarpfens ist ein typisches Beispiel für die zunehmend zu beobachtende Kurzsichtigkeit des modernen Menschen. Da werden Pflanzenfresser eingesetzt, um das Angeln zu erleichtern, gleichzeitig beseitigt man aber damit die Fortpflanzungsvoraussetzungen für die Tiere, die man fangen will.
Auch am Broicher Weiher in Alsdorf vermutete man seitens des NABU Aachen-Land, dass es in der Vergangenheit Angler gewesen sind, die hier Graskarpfen eingebracht hatten. So erklärten sich die Naturschützer auch den verheerenden Rückgang eines ehemals intakten Schilfgürtels. Auch wenn diese Zusammenhänge immer wieder bestritten wurden, ging man als neuer Eigentümer des Gewässers am 7.11.2000 daran, mit Genehmigung der Behörden eine Abfischaktion durchzuführen. Nachdem man vorher einen Teil des Wassers abgelassen hatte, führte der Angelverein „Forelle Aachen“ vormittags die Maßnahme mit Hilfe von Elektrofischen durch. Nachmittags kam ein Schleppnetz zum Einsatz. Tatsächlich holte man eine ganze Reihe von Graskarpfen aus dem Weiher, darunter auch besonders große Exemplare von etwa einem Meter Länge. Bei der Aktion ging übrigens auch eine relativ große Anzahl von Amerikanischen Flusskrebsen ins Netz.
Auch in anderen Gewässern des Kreisgebietes (überwiegend Angelteichen) kommen Graskarpfen vor. Aus ökologischer Sicht sollte man in Zukunft allerdings dazu übergehen, eine weitere Ausbreitung der Art zu verhindern.
Regenbogenforelle,
Oncorhynchus mykiss
Die ursprüngliche Heimat der Regenbogenforelle liegt in Nordamerika. Dort werden zwei Formen unterschieden: die Süßwasserform lebt in den Flüssen und Seen der Sierra Nevada, während die Küstenform nur zum Ablaichen die Flüsse zwischen Süd-Oregon und Süd-Alaska hinaufwandert, ansonsten sich aber im Küstenbereich aufhält.
In Deutschland wurde sie erstmals 1882 eingeführt und – wie überall auf der Erde – ein bedeutender Wirtschaftsfisch. Dabei nutzte man ihre Eigenart, bei guter Fütterung innerhalb von zwei Sommern auf eine Länge von 20 bis 26 Zentimetern heranzuwachsen. Bei uns kommt sie entweder fangfrisch oder geräuchert in den Handel. Während sie zunächst nur in speziellen Fischzuchtanstalten gehalten wurde, hat man sie mit der Zeit in alle mögliche Gewässer ausgesetzt.
Von der einheimischen Bachforelle unterscheidet sich der amerikanische Neubürger vor allem durch das rosafarbene, schillernde Längsband an den Flanken, das wohl auch namengebend ist. Wenn die Regenbogenforellen in der Forellen- und Äschenregion der Flüsse ausgesetzt werden, entwickeln sie sich zu Konkurrenten der Bachforellen mit verdrängendem Charakter. In der letzten Zeit wird nämlich immer häufiger natürliche Fortpflanzung in der freien Natur beobachtet. Die Exoten sind zudem gegenüber höheren Wassertemperaturen und geringerem Sauerstoffgehalt wesentlich toleranter. Auch Nahrung und Laichverhalten stimmen überein. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bachforelle auf demselben Substrat laicht wie der Konkurrent, allerdings etwa früher. Daher können anschließend die bereits abgelegten Eier durch die Ablage der gebietsfremden Art aus dem kiesigen Untergrund gespült werden und zugrunde gehen. Um die heimischen Bachfischarten zu schützen, ist man im Bereich des Bodensees sowie in Liechtenstein und in der Schweiz dazu übergegangen, den Besatz von Fließgewässern mit Regenbogenforellen zu verbieten.
Solche Überlegungen können im Raum Aachen bestenfalls für den Bereich des Naturschutzgebietes „Perlenbach-/Fuhrtsbachtal“ im Monschauer Land angestellt werden. Nur dort gibt es noch Restbestände der Flussperlmuschel, mit der die Bachforelle in Symbiose lebt und von deren Existenz ihr eigenes Überleben abhängt. Letzte Daten liegen dem NABU Aachen-Land aus dem Jahre 1997 vor. Damals hat die Population der Muscheln aus 18 Exemplaren bestanden, allerdings auf belgischem Gebiet. Bei einer Produktion von maximal 60.000 Larven pro Muschel und einer Infektion von 100 Larven pro Bachforelle sah Kreismitarbeiter Udo Thorwesten seinerzeit noch berechtigte Hoffnungen auf einen Erfolg des Artenschutzprojekts „Perlmuschel/Bachforelle“. Nun muss man aber einschränken: Bei langen, kalten Frühjahren und zeitweise niedrigem Wasserstand bleibt die Reproduktion der Muscheln aus. (Quelle: Untere Landschaftsbehörde des Kreises Aachen, Vermerk vom 26.11.1997)
Amerikanischer
Flusskrebs, Orconectes limosus
Früher hieß dieser Krebs auch „Kamberkrebs“ nach seinem alten wissenschaftlichen Namen Cambarus affinis. Gut erkennbar ist er durch gelbe bis orangefarbene Spitzen der Scherenfinger am ersten Laufbeinpaar sowie durch ein oder zwei braunrote Querbänder auf der Oberseite der Hinterleibssegmente. Allerdings muss man häufig erst eine Reinigungsprozedur durchführen oder Algenbewuchs beseitigen, um diese Merkmale zu entdecken.
Seine ursprüngliche Heimat ist Nordamerika. An seine Wohngewässer stellt er keine allzu großen Ansprüche, so dass man ihn in Kanälen, langsam fließenden Flüssen und Seen findet. Auch in kleineren Stehgewässern ist er zu Hause. Die Krebse sind tag- wie nachtaktiv und ständig auf der Suche nach pflanzlicher oder tierischer Nahrung. Jungtiere bevorzugen zunächst Pflanzenkost, mit zunehmenden Alter steigen sie auf Würmer, Insekten, Muscheln, Schnecken, kleine Fische und Kaulquappen um.
Nach Europa gelangte die Art im Jahre 1890. Ein Fischzüchter in der damaligen Neumark (heute zu Polen gehörend) setzte hundert Tiere aus dem Osten der Vereinigten Staaten in einen Teich. In Europa waren die Bestände des Edelkrebses (Astacus astacus) und des Steinkrebses (Austropotamobius torrentium) durch den Aphanomyzes-Pilz stark dezimiert. Der Züchter hielt den Amerikaner für immun gegen die „Krebs-Pest“ und wollte die Krebsbestände auf diesem Wege wieder auffüllen. Das Gegenteil trat ein: zwar erkranken die Amerikanischen Flusskrebse nicht, aber sie sind Ausscheider und Überträger des Pilzes. In der Folgezeit brachen daher die Populationen der europäischen Flusskrebse nahezu komplett zusammen. Beschleunigt wurde der Prozess dadurch, dass man anderswo (zum Beispiel in Frankreich) ebenfalls diese Maßnahmen traf. Heute besiedelt Orconectes limosus alle Flusssysteme Mitteleuropas und gilt überall als „häufig“.
Eine genaue Verbreitung im Raum Aachen ist noch nicht dokumentiert. Allerdings hat der NABU Aachen-Land unter anderem Kenntnis von zwei interessanten Vorkommen. An dem einen ist der Verband selber beteiligt: als im Herbst 2000 am NABU-eigenen Broicher Weiher in Alsdorf eine Abfischaktion stattfand, gingen Dutzende von Amerikanischen Flusskrebsen ins Netz. Der Bestand wird auf weit über hundert geschätzt. Eine andere Meldung aus den 90er Jahren erschien zunächst zweifelhaft. Gartenteich-Besitzer aus dem Raum Herzogenrath berichteten über das Auftauchen mehrere Exemplare in ihren künstlichen Kleingewässern. Eine Überprüfung bestätigte dies nicht nur, mit der Entdeckung der Art in der Wurm gelang vermutlich auch der Nachweis für ihre Herkunft. Nach eigenen Recherchen (2009) kommt diese Flusskrebs-Art auch im Blausteinsee und im Lucherberger See bei Eschweiler vor.
Wespenspinne,
Argiope bruennichi
Diese Radnetzspinne mit der auffälligen Körperzeichnung hat ihr ursprüngliches Vorkommen auf der Alpensüdseite und im gesamten Mittelmeerraum. Namengebend ist der schwarz-gelb gebänderte Hinterkörper. Der Vorderkörper ist silbrig behaart. Der zweite Name Zebraspinne ist bezüglich der Färbung etwas irreführend. In unseren Breiten erreicht diese Spinnenart die stattliche Körperlänge von 15, in südeuropäischen Gebieten sogar von 20 Millimetern. Das Männchen ist mit seinen maximal 5 Millimetern dagegen eher winzig.
Die Wespenspinne bevorzugt sonnige Gebiete mit niedrigem Bewuchs. Wenn die anderen Umweltbedingungen stimmen, kommt sie durchaus auch auf feuchteren Wiesen vor. Das meist unmittelbar über dem Erdboden angelegte Radnetz, mit dem die Spinne Beutetiere bis Heuschreckengröße fängt, ist sehr charakteristisch und erleichtert die Erfassung ihres Vorkommens, auch ohne dass man sie antrifft: es trägt ein senkrecht verlaufendes, zickzackartiges Gespinstband. Dieses dient zum einen als sogenanntes Stabiliment, zum anderen zur Tarnung der Spinne. Diese ist vor allem dann perfekt, wenn sie in der Mitte des Netzes sitzend dieses plötzlich in Schwingungen versetzt. Das muss in der Gesamtheit eines wackelnden, unscharfen Streifenmusters jeden Beutegreifer - vor allem einen Vogel - erheblich irritieren.
Ab Ende Juli trifft man adulte Exemplare in der Landschaft an. Die Paarung findet dann in der Mitte des Netzes statt. Das Männchen wird meist noch während der Paarung eingesponnen, später getötet und verspeist. Nur ganz selten gelingt es vereinzelten Männchen, unter Verlust des einen oder anderen Beines zu entkommen. Ende August werden von begatteten Weibchen in der Regel mehrere Kokons gesponnen, in die Eier abgelegt werden, aus denen die Jungtiere dann im Herbst schlüpfen. Den Kokon verlassen sie aber erst im darauffolgenden Mai.
Bis etwa in das Jahr 1940 hat es in Deutschland zwei eng umgrenzte Vorkommen gegeben: in der Oberrheinischen Tiefebene und bei Berlin. Seit dieser Zeit hat die Spinne ihre Verbreitungsareale ständig erweitert, so dass sie mittlerweile in ganz Süddeutschland und im Norden bis zur Elbe heimisch geworden ist.
Auch im Aachener Raum kann man die schöne Art in immer mehr Lebensräumen entdecken, allerdings – wie überall – mit von Jahr zu Jahr schwankenden Häufigkeiten. Auf NABU-Exkursionen und bei Biotopkartierungen durch Aktive dieses Verbandes hat man sie auf Trockenrasen, aber auch in Sumpfwiesen bachbegleitender Auen, in Sand- und Kiesgruben, in Steinbrüchen sowie auf den Bergehalden des Aachener Reviers angetroffen. Dass die Wespenspinne nicht allzu wählerisch ist, beweist ein Vorkommen auf einer Schuttablagerung im Alsdorfer Stadtteil Ofden im Jahre 2000, die allerdings nur vorübergehend als Nahrungsbiotop angenommen worden ist.
Süßwassermeduse,
Craspedacusta sowerbii
Bei dieser Art handelt es sich um die einzige in Mitteleuropa vorkommende Süßwasserqualle, so dass ihre Bestimmung – bisher zumindest – einfach ist. Ihre ursprüngliche Heimat ist Ostasien, wo die Bewohner des Yangze-Tales die Tiere, die zu 99,26 Prozent aus Wasser bestehen, fangen und zum Vergnügen tagelang in Glasgefäßen halten.
Craspedacusta sowerbii hat wie viele Quallen zwei recht unterschiedliche Generationen: eine sich geschlechtlich fortpflanzende Medusen-Generation und eine sich durch Knospung vermehrende Polypen-Generation. Der Polyp der Süßwasserqualle wird mit seinen 0,5 bis 2 Millimetern Körperlänge selten wahrgenommen, zumal er nicht wie die anderen Polypen unserer Gewässer auffällige Fangarme (Tentakeln) besitzt. Meist steckt er zudem in einer Schleimhülle mit eingelagerten Fremdpartikeln, was sein Auffinden noch mehr erschwert.
Die Meduse ist dagegen mit 20 Millimetern Durchmessern und scheibenförmigem Körperbau auffällig und wegen ihrem zahlenmäßig oft massiven Auftreten im Gewässer kaum zu übersehen. Daher kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Art wirklich erst um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Mitteleuropa aufgetaucht ist. Der erste Polyp ist 1884 in einem Warmwasserbecken in London entdeckt worden. Die Meduse ist in Europa seit 1911 bekannt. Erste Freilandbeobachtungen stammen aus dem Jahre 1920.
Heute kommt die Süßwasserqualle in allen großen Flusssystemen vor. Sie ist aber auch in zahlreichen Stehgewässern vorhanden, zum Beispiel in Baggerseen und in aufgestauten Gewässern. In manchen Jahren ist sie besonders häufig, was wohl mit besonderen Witterungsbedingungen zusammenhängt. In der Literatur wird für Deutschland schwerpunktmäßig das Jahr 1988 genannt, als über 100 Neufunde vor allem für den Raum Donau und Main gemeldet worden sind. Der Aachener Raum hat zu diesem Zeitpunkt seine kleine Sensation bereits hinter sich. Im Jahre 1985 entdeckt Peter Gandelheidt im Alsdorfer Weiher, wo er einen Bootsverleih betreibt, mehrere Hundert Exemplare. In einem Bericht der Aachener Nachrichten vom 12. August des Jahres wird Professor Hinz von der Duisburger Ruhruniversität folgendermaßen zitiert: „Es ist erstaunlich, einfach erstaunlich.“ Das Erstaunen kommt wohl daher, dass zum damaligen Zeitpunkt für Nordrhein-Westfalen lediglich der Rhein-Herne-Kanal und die sogenannte „Sechs-Seen-Platte“ als Fundorte dieser noch als exotisch eingestuften Art gelten. Dort hat man zudem meist nur Einzelexemplare festgestellt.
Für den Alsdorfer Fund vermutet man, dass die Hydrozoen im Federkleid durchziehender Wasservögel eingeschleppt worden sind. Es könnte allerdings auch jemand Aquarienmaterial hier entsorgt haben. Es müssen in jedem Fall günstige Bedingungen im Wasser herrschen, damit sich aus Polypen die Medusen entwickeln. Werner Hinz weiß zu berichten: „Polypen und Medusen siedeln sich nicht in überdüngten oder verschlammten Gewässern an, sondern nur dort, wo hochgradig viel Sauerstoff vorhanden ist.“ Außerdem fügt er hellseherisch hinzu, dass sich das „seltene und beeindruckende Fortpflanzungsschauspiel ... im Glücksfall über mehrere Jahre fortsetzen“ kann. Tatsächlich stammen die - bisher – letzten Beobachtungen vom Alsdorfer Weiher aus dem Jahre 1995.
Meldungen zum Vorkommen
von Neubürgern bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Erstveröffentlichung: 14.
Februar 2003
Stand: 10. September 2005
*****
Dokumentation:
von Wolfgang Voigt
Diese tagaktive
Dickfußschrecke mit dem wissenschaftlichen Namen Oedipoda caerulescens liebt
sonniges, trockenes Gelände mit wenig Vegetation. Sie ist vor allem in
Südeuropa zu Hause, kommt aber auch an warmen Orten in Mitteleuropa vor. Ihre
Farbe ist eigentlich hellgrau mit dunkleren Marmorierungen, kann aber der
jeweiligen Bodenfärbung stark angepasst sein. In jedem Fall ist sie beim
Auffliegen an den hellblau aufleuchtenden Hinterflügeln eindeutig erkennbar.
Sie kann nicht nur weit fliegen, sondern auch weit springen. Dabei verlässt sie
in der Regel die offenen, kaum bewachsenen Bereiche nicht.
Seit den 80er Jahren ist
die Art in unserer Gegend hauptsächlich von den Bergehalden des ehemaligen Aachener
Steinkohlereviers bekannt. Mittlerweile breitet sie ihr Vorkommen aber auch auf
andere Ödlandbereiche aus. Möglicherweise ist die Besiedlung von der in den
Niederlanden gelegenen Brunssumer Heide aus erfolgt, wo das nächste
Großvorkommen der Schrecke ist (FEHR, 1991).
In der Folge sind die
Beobachtungen wiedergegeben, die mir aus dem Aachener Raum vorliegen. Bei den
Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort
zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker
und letzte Informanten.
2010 / - Sophienhöhe bei Jülich (WILHELM LEMMEN)
2009 / 2010 Brunssumer Heide (LISA und OLAF OP DEN KAMP / WOLFGANG VOIGT)
2007 / 2009 Bergehalde Emil Mayrisch bei Siersdorf (HERMANN SCHMALDIENST, WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2006 / - Blausteinsee bei Eschweiler (GÜNTER VENOHR)
2005 / 2006 Sportplatz-Baustelle (Brache seit 2002) am Gymnasium der Stadt Alsdorf (über hundert Exemplare Anfang Juli bis September 2005, BERNHARD A. CÜPPER, WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2003 / - Parkplatz Scherpenseel (HERBERT WOLGARTEN)
2003 / - Nivelsteiner Sandwerke in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
2003 / - Grünlandfläche am Blausteinsee bei Eschweiler (EIKE LANGE)
2003 / - Ödlandbereiche im Propsteier Wald bei Eschweiler (EIKE LANGE)
2000 / 2003 NSG Binsfeldhammer in Stolberg (JOSEF METZEN / JOSEF METZEN)
1999 / 2003 Teverener Heide (unterschiedlich gefärbte Exemplare; GÜNTER VENOHR / HERBERT WOLGARTEN)
1996 / 2001 Bergehalde Anna 2 in Alsdorf (KARL
GLUTH / WOLFGANG VOIGT)
1993 / 2005 Bergehalde Gouley in Würselen
(GÜNTER KALINKA / WOLFGANG VOIGT)
1991 / 2003 Bergehalde Adolf in Herzogenrath-Merkstein
(HANS RAIDA / HERBERT WOLGARTEN)
1991 / 2004 Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler
(HARTMUT FEHR / WOLFGANG VOIGT)
1991 / 2005 Bergehalde Anna bei Noppenberg
(HARTMUT FEHR / WOLFGANG VOIGT)
1988 / 2005 Bergehalde Maria Hauptschacht in Alsdorf-Mariadorf
(HARTMUT FEHR / WILHELM LEMMEN, WOLFGANG VOIGT)
1982 / 2005 Bergehalde Anna 1 in Alsdorf (sowohl
rot gefärbte als auch melanine Exemplare; KARL GLUTH / HERMANN SCHMALDIENST,
WOLFGANG VOIGT)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 31. August 2010
*****
Dokumentation:
Vorkommen von Prachtlibellen im Aachener
Raum
von Wolfgang Voigt
Im Aachener Raum hat man
bisher die beiden gefährdeten Arten Calopteryx virgo (Blauflügelige
Prachtlibelle oder Gemeine Seejungfer) und C. splendens (Gebänderte
Prachtlibelle oder Glänzende Schönjungfer) beobachtet. Ihre Flugzeit dauert von
Mai bis August, manchmal bis in den September hinein. Da sie nicht selten
gemeinsam an einem Gewässer fliegen, muss man immer wieder genau auf die
Unterschiede achten: Die Männchen der Blauflügeligen Prachtlibelle haben fast
ganz dunkle, blaugrün schillernde Flügel, diejenigen der Gebänderten
Prachtlibelle nur eine breite blaue Binde. Die Flügel der virgo-Weibchen sind
bräunlich, die von splendens-Weibchen dagegen grünlich transparent.
In der Folge sind die Beobachtungen wiedergegeben, die mir aus dem Aachener Raum vorliegen. Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
Die Blauflügelige Prachtlibelle
(Calopteryx virgo)
2008 / 2009 Wurmtal bei Finkenrath in Herzogenrath ( zwei Exemplare am 24.5.08, WOLFGANG VOIGT; drei Exemplare am 23.5.09, BERNHARD CÜPPER / WOLFGANG VOIGT)
2007 / - Gelände des Brückenkopfparks in Jülich (WOLFGANG VOIGT)
2007 / - Rurtal zwischen Linnich und Barmen (WILHELM LEMMEN, WOLFGANG VOIGT)
2007 / - Rückhaltebecken Herzogenrath (WOLFGANG VOIGT)
2006 / 2009 Angelteiche zwischen Alsdorfer Tierpark und B 57 (WOLFGANG VOIGT / WALTRAUD SCHILKE)
2005 / - Kälberbend im Wurmtal in Herzogenrath (WOLFGANG VOIGT)
2004 / - Bergsenkungsgewässer Sueren Pley in Alsdorf (Einzelexemplar am 17.7., WOLFGANG VOIGT)
2002 / 2005 ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR / WOLFGANG VOIGT)
2001 / - Orsbacher Wald (WOLFGANG VOIGT)
2001 / 2003 Obersee bei Einruhr (HERBERT WOLGARTEN / HERBERT WOLGARTEN)
2000 / 2006 Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2000 / - Buschmühle in Stolberg (JOSEF METZEN)
1997 / 2000 Bergehalde Anna bei Noppenberg (GÜNTER VENOHR / GÜNTER VENOHR)
1997 / - Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler (MARTIN MAY)
1993 / 1994 Perlbachtal in Monschau (LÖLF)
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Die Gebänderte Prachtlibelle
(Calopteryx splendens)
2010 / - Wurmtal zwischen Süggerath und Randerath (im Mai vor allem auf Höhe der Kläranlage Flahstraß, meist über 25 Exemplare, WERNER TRAUTWEIN)
2009 / - Wurmtal bei Herzogenrath-Finkenrath (etwa 20 Exemplare am 23.5., BERNHARD CÜPPER, WOLFGANG VOIGT)
2008 / - Broichbach unterhalb Broicher Weiher in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
2008 / 2009 Feuchtgebiet bei Siersdorf (RITA ROBERTZ / WOLFGANG VOIGT)
2007 / 2009 Tal des Euchener Baches in Alsdorf-Ofden (BERNHARD CÜPPER, WOLFGANG VOIGT / BERNHARD CÜPPER)
2005 / - Nordufer vom Alsdorfer Weiher (zwei Exemplare, 4.8., WOLFGANG VOIGT)
2005 / 2006 Angelteiche zwischen Alsdorfer Tierpark und B 57 (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2005 / - Bergehalde Gouley in Würselen (WOLFGANG VOIGT)
2004 / 2007 Rückhaltebecken in Herzogenrath (zwei Exemplare am 17.7., WOLFGANG VOIGT / vier Exemplare am 16.6., WOLFGANG VOIGT)
2004 / 2007 In den Wurmauen bei Worm-Wildnis, Herzogenrath (HERBERT WOLGARTEN / WOLFGANG VOIGT)
2003 / - Broichbach in der Nähe vom Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
2002 / 2003 Broichbach im Bereich der Ruhezone an der Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2002 / 2008 ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR / RITA ROBERTZ)
2002 / 2008 Wurmtal beim Kälberbend in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR, WOLFGANG VOIGT // vier Männchen und ein Weibchen am 27.8.2005, WOLFGANG VOIGT // WOLFGANG VOIGT)
2002 / - NSG Perlenbach- und Fuhrtsbachtal (NRW-STIFTUNG)
2001 / 2003 Obersee bei Einruhr (HERBERT WOLGARTEN / HERBERT WOLGARTEN)
2001 / 2008 Wurmtal nördlich Herzogenrath (HANS RAIDA, GÜNTER VENOHR / zwölf Exemplare am 24.5., WOLFGANG VOIGT)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 15. September 2010
*****
Dokumentation:
Vorkommen der Ringelnatter im Aachener
Raum
von Wolfgang Voigt
Die Ringelnatter (Natrix
natrix) mit den charakteristischen hellen halbmondförmigen Flecken zu beiden
Seiten des Hinterkopfs ist in der Regel in der Nähe von vegetationsreichen
Gewässern zu finden. Gelegentlich hält sie sich aber weitab vom Wasser auf und
ist dann zum Beispiel an trockenen Hanglagen, in Steinbrüchen oder Wäldern
anzutreffen.
In letzter Zeit ist
vielerorts ein deutlicher Bestandsrückgang festzustellen, weswegen die
Ringelnatter in die Reihe meiner Dokumentationen aufgenommen wird. Bei den
Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort
zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker
und letzte Informanten.
2007 / - FRANK BARZ beobachtet am 14. Mai eine junge Ringelnatter im Wurmtal bei der Alten Mühle.
2006 / - Am 5. Juni wird ein erwachsenes Tier in einem Gartenteich „Im Hasselt“ in Eschweiler gefunden (KARIN KRIEGER), am 3. September ein Jungtier in einem Stall in der Nachbarschaft in Stroh (Quelle: ebenfalls KARIN KRIEGER).
2004 / - Siedlung Pley in Würselen (KLAUS SCHULZ)
2002 / 2003 NSG Brockenberg in Stolberg (JOSEF METZEN / RITA ROBERTZ)
2002 / - NSG Bernhardshammer in Stolberg (LÖBF)
2002 / - NSG Binsfeldhammer in Stolberg (LÖBF)
2001 / - In einem Gartenteich in Herzogenrath-Strass (HERBERT WOLGARTEN)
2000 / - NSG Rüst in Stolberg (LÖBF)
1999 / 2001 Bergehalde Anna bei Noppenberg (GÜNTER VENOHR / GÜNTER VENOHR)
1997 / 2006 ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR / GÜNTER VENOHR); dort auch N. n. helvetica (1998, HANS RAIDA)
1994 / 2004 Wurmtal bei Würselen (Population hat sich hier in diesem Zeitraum deutlich vergrößert; KLAUS SCHULZ / KLAUS SCHULZ)
1993 / - Feuchtgebiete an der Wurm südlich Herzogenrath (GÜNTER KALINKA)
1991 / 1998 Wurmtal beim Kälberbend in Herzogenrath (HANS RAIDA / GÜNTER VENOHR)
1991 / - Broicher Weiher in Alsdorf (schwimmend; WOLFGANG VOIGT)
1991 / - NSG Unteres Broichbachtal bei Herzogenrath-Noppenberg (WOLFGANG VOIGT)
1988 / - Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
1988 / - Ruhezone an der Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
1985 / - Meisbachtal in Würselen (MANFRED ROGNER)
1984 / 1998 Further Wald in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR / GÜNTER VENOHR)
1983 / - Aachener Soers (EVA BOSKAMP)
1980 / - Heidbendener Teich in Aachen-Lintert (RUDOLF SCHLESINGER)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 16. Mai 2007
*****
Dokumentation:
Saatkrähen-Kolonien im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die Saatkrähe (Corvus frugilegus) ist im Aachener Raum seit
1962 Brutvogel. Im Gegensatz zur verwandten Rabenkrähe (Corvus corone corone),
welche Einzelhorste bewohnt, nistet sie in Kolonien. Sie fällt daher eher auf
und erweckt den Eindruck, dass es in der Region einen Überbesatz gibt. Häufig
sind aber auch die zahlreichen Wintergäste aus dem Osten Europas schuld an den
Forderungen gegenüber der Kreisbehörde, Abschussgenehmigungen zu erteilen. Dies
ist vor allem dann der Fall gewesen, wenn sich einst in der kalten Jahreszeit
an den guten Futterplätzen auf der Kreismülldeponie in Alsdorf-Warden oder auf
der Deponie Maria Theresia bei Niederbardenberg bis zu tausend Exemplare
versammelt haben.
Die erste Brutkolonie hat Gerhard Moll im März 1962 in Eschweiler
an der Inde entdeckt. Er hat damals etwa 30 Nester auf Pappeln festgestellt.
Die Bäume sind 1969 nach Sturmschäden gefällt worden. Eine andere Eschweiler
Kolonie ist aus dem Jahre 1977 belegt; bei „Leuchters Mühle“ hat es 25 Nester
gegeben (WINKEL, Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 27).
Es gibt eine Reihe von Einzelfeststellungen, die im folgenden
aufgelistet sind:
Beim niederländischen Vaals zählt Gerhard Moll im Jahre 1963 etwa
zehn Nester in einer Kolonie.
1978 wird eine kleine Kolonie mit acht Nestern im Wurmtal nahe dem
Further Wald in Herzogenrath entdeckt.
Einzelansiedlungen gibt es auch im Alsdorfer Stadtgebiet: Sieben
Nester in einem Baumbestand „An der Mariensäule“ im Jahre 1975 und zehn Nester
im Jahre 1997, sechs Nester an der Posener Straße in Alsdorf-Ost ebenfalls
1997.
1963 beginnt die längere Ansiedlung der Saatkrähe im Alsdorfer
Stadtzentrum: Im Burggarten sind 1963 drei Horste zu finden, 1964 sind es vier
und in den Jahren 1965 und 1966 fünf. Der Höchststand wird dort im Jahre 1975
mit sieben Nestern erreicht. 1976 sind es fünf. In den Jahren 1978, 1979, 1982,
1983 und 1984 werden jeweils nur noch zwei besetzte Horste festgestellt.
Die Kolonie an der Bergehalde Adolf in Merkstein hat von 1967 bis
1992 bestanden und den Status eines Naturdenkmals besessen. Hier gibt es fast
durchgängig Bestandszahlen:
1967: 8 Horste, 1968: 7, 1969: 10, 1970: 16, 1971: 15, 1972: 22,
1973: 16, 1974: 23, 1975: 11, 1976: 10, 1977: 21, 1978: 11, 1979: 23, 1980: 36,
1981: 39, 1982: 42, 1983: keine Zählung, 1984: 48, 1985: 49, 1986: 48, 1987:
63, 1988: mehr als 80, 1989: 57, 1990: 55.
Auf dem EBV-Betriebsgelände von Anna 3 bei Alsdorf-Neuweiler gibt
es 1983 die ersten zwei Nester. Bis 1989 wächst die Kolonie auf 33 Nester an.
Diese Zahl wird auch im Jahre 1990 gehalten. 1992 sind es 50 Horste. Im Jahre
1993, in dem NABU-Mitarbeiter noch einmal 28 Brutpaare registrieren, stellt der
EBV an den Kreis Aachen den Antrag auf Fällung des Pappelbestandes. Gegen die
Proteste der Naturschützer genehmigt die Behörde die beantragte Maßnahme. Im
Oktober 1993 fallen die Brutbäume. Der vom NABU Aachen-Land vorhergesagte Umzug
der Krähen in das Alsdorfer Stadtgebiet tritt tatsächlich ein, wie die
folgenden Angaben belegen:
Im Südpark in der Nähe des Denkmalplatzes, dem ehemaligen Friedhof
am Ohligsweg, tauchen 1993 die ersten Saatkrähen auf und bauen zunächst fünf
Nester, 1994 sind es bereits neun und 1995 immerhin 18. Im darauffolgenden Jahr
erreicht die Kolonie einen vorläufigen Höchststand mit 22 besetzten Nestern,
bevor 1997 nur noch ein Nest übrig bleibt. NABU-Fachleute vermuten die Ursache
in Baumaßnahmen an der gegenüberliegenden Post. Die Kolonie zieht zum
nahegelegenen St.-Brieuc-Platz um, wo in diesem Jahr sozusagen aus dem Nichts
eine Kolonie mit 26 Horsten entsteht. Deren Entwicklung wird im Anschluss geschildert.
Im Südpark sind 1999 wieder 15 Nester besetzt, 2000 elf. 2001 stellt Hans Raida
aus Herzogenrath 18 Brutpaare fest.
Karl Gluth und Wolfgang Voigt zählen 2002 35 besetzte Nester. Im Jahre 2003
gibt es hier kein Brutpaar mehr. Im März 2004 hält sich zwar ein Brutpaar hier
auf; es ist aber unwahrscheinlich, dass eine Einzelbrut stattfindet.
Zur Entwicklung der Kolonie auf den Platanen am Alsdorfer
St.-Brieuc-Platz gibt es bisher folgende Daten:
1998: 20 besetzte Nester, 1999: 25, 2000: 26, 2001: 29, 2002: 31,
2003: 60, 2004: 48.
Am 15.
Dezember 2003 beobachtet Gerhard Moll an dieser Stelle zehn Paare, zum Teil in
Balzstimmung.
(Im Frühjahr 2000 werden in diesem Brutgebiet tote Exemplare unter
den Brutbäumen gefunden. Man vermutet als Ursache die Aufnahme von Rattengift.)
Eine weitere „Zweigstelle“ der Südpark-Kolonie hat sich auf einem
Baum an der Ecke Annastraße / Robert-Koch-Straße entwickelt. Auch hierzu gibt
es Belege:
1998 und 1999 je ein Nest, 2000 drei Horste, 2001 ein Brutpaar,
2002 sechsBrutpaare, 2003 acht, 2004: sechs, 2007 drei.
Das Alsdorfer Stadtgebiet ist im Jahre 1993 vermutlich nicht das
einzige Umzugsziel der Krähen von Anna 3 gewesen. In einem Waldstück im
benachbarten Siersdorf tauchen in diesem Jahr 48 Brutpaare auf, 1994 werden 68
besetzte Nester registriert. Bis zum Jahre 1999 wächst die Kolonie auf etwa 160
Brutpaare an. Im November 2000 werden trotz der Proteste des NABU Aachen-Land
Durchforstungsmaßnahmen durchgeführt. Im Jahre 2001 bleiben 54 Brutpaare übrig.
Nachdem 2002 erneut Baumfällarbeiten erfolgt sind, ist diese Kolonie
vollständig erloschen. Karl Gluth findet kein einziges Brutpaar mehr vor.
Im Bereich
Baesweiler liegen bisher folgende Zahlen aus einer Kolonie in
Oidtweiler/Kloshaus vor: 2002: 81, 2003: 58 (GLUTH).
Größere Kolonien sind
mir außerdem von folgenden Orten bekannt: in Aachen am Allenring zwischen
Hansemann- und Kaiserplatz (März 1993: 13 Nester, VOIGT; 1997: 25 Nester,
SEULEN; 2009: 43 Nester, VOIGT), in Aachen-Laurensberg (1987: sechs Nester,
RAIDA; 1988: 20 Nester, RAIDA; 1997: 117 Brutpaare, FREUDENSTEIN; 2004: 58,
LANGE/VOIGT) und in der Aachener Soers (1994: 25 Brutpaare BEELITZ; 1997: 60
Brutpaare, FREUDENSTEIN; 1998: 27 Nester, MOLL). In Heinsberg hat es im Jahre
1994 gar 450 Brutpaare gegeben! (M.GELLISSEN/M.RASCHKE, Quelle: CHARADRIUS)
Stand: 26. März 2009
*****
Dokumentation:
Vorkommen von Sandlaufkäfern im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Bisher gibt es Meldungen von
drei verschiedenen Arten. Es sind dies Feld-Sandläufer (Cicindela campestris),
Dünen-Sandläufer (C. hybrida) und Wald-Sandläufer (C. sylvatica).
In der Folge sind die Beobachtungen wiedergegeben, die mir aus dem Aachener Raum vorliegen. Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2006 / - Blausteinsee bei Eschweiler (GÜNTER VENOHR)
2006 / - Siedlung Zopp in Alsdorf (WALTRAUD SCHILKE)
2004 / - NSG Schlangenberg bei Stolberg-Breinigerberg (HERBERT WOLGARTEN)
2004 / - Steinbruch in Walheim (HERBERT WOLGARTEN)
2003 / - Steinbruch Binsfeldhammer in Stolberg (HERBERT WOLGARTEN)
2001 / - Bergehalde Adolf in Herzogenrath-Merkstein (HANS RAIDA, GÜNTER VENOHR)
2000 / 2003 Teverener Heide (GÜNTER VENOHR / GÜNTER VENOHR, WOLFGANG VOIGT)
2000 / - ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
1997 / 2000 ehemalige Kieswäsche in Eschweiler-Kinzweiler (MARTIN MAY / WOLFGANG VOIGT)
1997 / 2004 Halde der ehemaligen Erzwäsche im belgischen La Calamine (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1997 / - Bergehalde Carl-Alexander in Baesweiler (MARTIN MAY, WOLFGANG VOIGT)
1993 / - Bergehalde Gouley in Würselen (GÜNTER KALINKA)
1988 / - Bergehalde Maria Hauptschacht in Alsdorf-Mariadorf (WOLFGANG VOIGT)
2005 / 2006 Sandflächen im Bereich der Brandruine des Spielhauses in der Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2003 / - Nivelsteiner Sandwerke in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
2001 / - Bergehalde Adolf in Herzogenrath (HANS RAIDA)
2004 / 2007 Sandflächen im Bereich der Brandruine des Spielhauses in der Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf, in kleineren Gruppen auch auf den verwilderten Sprunggruben beim nahegelegen Tennisplatz (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
2003 / - Teverener Heide (GÜNTER VENOHR, WOLFGANG VOIGT)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 5. August 2007
*****
Dokumentation:
Vorkommen der Schlingnatter im Aachener
Raum
von Wolfgang Voigt
Die Schlingnatter
(Coronella austriaca), auch Glatt– oder Haselnatter genannt, wird gelegentlich
mit der Kreuzotter verwechselt und dann vielfach totgeschlagen. Sie wird bis zu
75 Zentimeter lang, hat eine braune oder graue Oberseite und ein braunes
Längsband an jeder Kopfseite. Ihre kreisrunden Pupillen unterscheiden sie
eindeutig von der Otter, die schlitzförmige besitzt.
Als Lebensraum bevorzugt sie – im Gegensatz zur Kreuzotter - trockene, steinige, sonnenexponierte Bereiche wie Steinbrüche, Heidelandschaften, aber auch Waldränder und Waldlichtungen. Hier findet sie auch ihre Hauptnahrung, die aus Eidechsen und Blindschleichen besteht, welche sie durch Umschlingen tötet (Name!).
Aus dem Aachener Raum sind mir bisher nur wenige Fundorte bekannt.
Allerdings gibt es eine Reihe geeigneter, potentieller Biotope (zum Beispiel
die Bergehalden), die bisher noch nicht systematisch untersucht worden sind.
Bei den Jahreszahlen in der nachfolgenden Liste handelt es sich um
die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet
wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2006 / - Probsteier Wald bei Eschweiler (WOLFGANG VOIGT)
2004 / - Standortübungsplatz bei Stolberg-Buschmühle (PETER ROBERTZ)
2003 / - Goldbachstraße in Aachen (Das dort am 10. Oktober 2003 aufgefundene Tier wird zum Aachener Tierpark gebracht und anschließend auf dem Truppenübungsplatz in Stolberg-Buschmühle ausgesetzt; Quelle: EIKE LANGE)
2003 / - NSG Brockenberg in Stolberg (JOSEF METZEN)
2003 / - ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (WERNER NIEVELSTEIN)
2002 / - Truppenübungsplatz Vogelsang (LÖBF)
2001 / 2003 Obersee bei Einruhr (HERBERT WOLGARTEN / August 2002: vier Jungtiere, HERBERT WOLGARTEN / HERBERT WOLGARTEN)
2000 / 2003 Teverener Heide (RICHARD RIEDIGER / WOLFGANG VOIGT)
1997 / - Felsgebiet Kickley / Eugenienstein im Rurtal (NABU DÜREN)
1997 / - Burgfelsen von Nideggen im Rurtal (NABU DÜREN)
1996 / - NSG Napoleonsweg in Stolberg (MARTIN MAY)
1991 / 1996 Schlangenberg in Stolberg-Breinigerberg (MARTIN MAY / PETER ROBERTZ)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 1. September 2006
*****
Dokumentation:
Vorkommen des Schwalbenschwanz im
Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Der auffällige
Schmetterling mit dem wissenschaftlichen Namen Papilio machaon gehört wie der
seltenere Segelfalter zu den Ritterfaltern. Er zeigt Wanderverhalten und hat
seine Flugzeit zwischen April und Oktober. Seine Raupen fressen an
verschiedenen Doldenblütlern, in Gärten zum Beispiel an Möhre, Dill und Kümmel.
Die Überwinterung erfolgt als Gürtelpuppe.
Der Schwalbenschwanz
bevorzugt offenes Gelände und ist daher auf blumenreichen Wiesen, an Hügeln und
Waldrändern zu finden. Im Aachener Raum findet man den Falter hauptsächlich in
Sekundärbiotopen, wie nachstehende Zusammenstellung zeigt. Bei den Jahreszahlen
handelt es sich um die Jahre, in denen die Art am betreffenden Ort zuerst und
zuletzt beobachtet wurde. Bei den Personennamen geht es um Entdecker und letzte
Informanten.
2009 / - Wurmtal bei Herzogenrath-Finkenrath (WOLFGANG VOIGT)
2006 / - Wiese in Baesweiler-Setterich (MARCUS RASCHKE)
2005 / - Sophienhöhe bei Jülich (RENATE VOIGT, WOLFGANG VOIGT)
2005 / - Kälberbend im Wurmtal in Herzogenrath (WOLFGANG VOIGT)
2004 / - Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
2004 / 2006 Garten in Alsdorf-Ofden (WOLFGANG VOIGT / RENATE VOIGT, WOLFGANG VOIGT; Raupe an Kulturmöhre, HEINRICH LÜRKENS)
2003 / - Garten in Alsdorf-Hoengen (Falterstraße; MICHAEL CLEMENS)
2003 / - Teverener Heide (GÜNTER VENOHR, WOLFGANG VOIGT)
2001 / 2006 Garten in Alsdorf-Zopp (auch Raupen; WALTRAUD SCHILKE / auch Raupen an Dill; WALTRAUD SCHILKE)
2001 / 2003 NSG Bernhardshammer in Stolberg (JOSEF METZEN / JOSEF METZEN)
2000 / 2007 NSG Binsfeldhammer in Stolberg (JOSEF METZEN / JOSEF METZEN)
1998 / 2000 Grünlandfläche am Blausteinsee bei Eschweiler (JOSEF LOTHMANN / KARL GLUTH)
1998 / 2002 Broicher Weiher in Alsdorf (KARL GLUTH / WOLFGANG VOIGT)
1997 / 1999 ehemalige Kieswäsche in Eschweiler-Kinzweiler (MARTIN MAY / WOLFGANG VOIGT)
1997 / - Burg Rode in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
1997 / - Bergehalde Anna 2 in Alsdorf (JOSEF LOTHMANN)
1996 / 2009 Bergehalde Adolf in Herzogenrath-Merkstein (WOLFGANG VOIGT / WALTRAUD SCHILKE)
1996 / 2004 Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1996 / - NSG Hammerberg in Stolberg (HILDEGARD KREBS-MAY, MARTIN MAY)
1996 / 1997 Schlangenberg bei Stolberg-Breinigerberg (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1996 / 2003 Bergehalde Anna 1 in Alsdorf (KARL GLUTH / WOLFGANG VOIGT)
1995 / 2003 ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath (JAKOB FRENZ / GÜNTER VENOHR)
1995 / 2003 Bergehalde Anna bei Noppenberg (WOLFGANG VOIGT / GÜNTER VENOHR)
1993 / - Wurmtal bei Würselen und Bardenberg (GÜNTER KALINKA)
1988 / 2005 Bergehalde Maria Hauptschacht in Alsdorf-Mariadorf (KARL GLUTH / WOLFGANG VOIGT)
1987 / - NSG Rüst in Stolberg (ULRICH HAESE)
1986 / 1994 stillgelegter Kalksteinbruch in Aachen-Hahn (WOLFGANG VOIGT / WOLFGANG VOIGT)
1980 / 2007 NSG Brockenberg in Stolberg (ERICH SAVELSBERGH / JOSEF METZEN)
1967 / - Kläranlage Broichbachtal in Alsdorf (GERHARD MOLL)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 26. Mai 2009
*****
Dokumentation:
Schwarzspecht-Beobachtungen im Aachener Nordkreis
zusammengestellt von Wolfgang Voigt
Im
Süden des Kreises Aachen ist der Schwarzspecht (Dryocopus martius) Brutvogel
(zum Beispiel im Perlenbach- und Fuhrtsbachtal), im Nationalpark Eifel gehört
er zu den Charakterarten. Für den Truppenübungsplatz Vogelsang und den Kermeter
sind mehr als 15 Reviere festgestellt (Quelle: LÖBF, 2002).
Für
das Nordkreis-Gebiet stellt FEHR (1991) fest: „Der Mangel an geeigneten
Brutbäumen bedingt die fehlenden Bruten im Untersuchungsgebiet. Die
vorliegenden Beobachtungen stammen mit einer Ausnahme (Sept. 1974 bei
Schaufenberg, Thelen) aus dem Broich- und Wurmtal. Genannt werden sollen der
Kellersberger Wald, die Ruhezone am Alsdorfer Weiher, der Bereich an der
Kläranlage Broichtal, der ‚Krähenwald’ südlich und der Waldbereich nordöstlich
des NSG Broichtal, das Wurmtal bei Finkenrath, Kaisersruh und der Further
Wald.“
Zum
Bestand und zur Bestandsentwicklung heißt es: „Nachweise liegen aus den Jahren
1957, 1962, 1965, 1967, 1968, 1971 – 77, 1979, 1982/83, 1987/88 und 1990 vor,
jeweils in einem Individuum. Aussagen zur Bestandsentwicklung können aus dem
vorliegenden Material nicht abgeleitet werden.“
Interessant
sind in diesem Zusammenhang auch die Daten zum Jahresrhythmus: „Beobachtungen
liegen aus den Monaten Januar bis Mai und August bis Dezember vor, mit
Schwerpunkt in den Monaten Februar und März.“
Insgesamt
stufen HARTMUT FEHR und GERHARD MOLL den Schwarzspecht als „unregelmäßigen
Gast“ ein.
In
der Zwischenzeit hat sich die Datenlage für diese Specht-Art etwas geändert,
sowohl bezüglich der Häufigkeit der Nachweise als auch der
Beobachtungszeiträume. Ich sammele Hinweise aus dem Nordkreis und dokumentiere
sie an dieser Stelle. Die Teverener Heide im benachbarten Kreis Heinsberg ist
Brutgebiet und beeinflusst sicherlich das Schwarzspecht-Vorkommen im Aachener
Raum. Deswegen sind auch Beobachtungen aus diesem Bereich hier mit aufgenommen.
04.01.2011 Herrenweg im Alsdorfer Broichbachtal
(WOLFGANG VOIGT)
16.11.2010
Aachener Wald am Elleter Berg (RITA
BONNERY)
08.10.2010
Ruhezone oberhalb Alsdorfer Weiher
(WOLFGANG VOIGT)
03.2010
Zopper Wald in Alsdorf
(NORBERT ZENTIS)
14.12.2009
Zopper Wald in Alsdorf (KIRSTEN
RIETHMACHER)
08.01.2006
Herzogenrath-Noppenberg (HANS
RAIDA)
11.12.2005
Alsdorfer Weiher und Umgebung (zwei
Exemplare, WOLFGANG VOIGT)
09.05.2004
Teverener Heide (HANS-GEORG BOMMER
/ HEINZ DOHMEN)
24.04.2004
Bergehalde Anna bei Noppenberg
(GÜNTER VENOHR)
29.03.2004
Teverener Heide (HERBERT WOLGARTEN)
17.02.2004
Ruhezone an der TEA Broichbachtal in
Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
14.12.2003
Wurmtal bei der Wolfsfurth (HELMUT
KLINKENBERG auf einer OVA-Exkursion)
12.11.2003
Further Wald in Herzogenrath (HANS
RAIDA)
07.09.2003
Teverener Heide (HANS RAIDA)
05.05.2003
Teverener Heide (GÜNTER VENOHR)
10.04.2003
Teverener Heide (GÜNTER VENOHR)
06.04.2003
Teverener Heide (GÜNTER VENOHR)
2003
Brutnachweis für zwei Brutpaare in der Teverener Heide
(GÜNTER VENOHR)
23.03.2003
Teverener Heide (zwei Exemplare;
HANS-GEORG BOMMER / GÜNTER VENOHR)
22.02.2003
Krähenwald bei Ruif (Weibchen; KARL
GLUTH)
13.02.2003
Steinbachshochwald in Würselen
(zerhackter Baumstubben in einem reinen Stangenwald; LOTHAR BEELITZ)
12.12.2002
Kläranlage Broichbachtal in Alsdorf
(GÜNTER VENOHR)
03.10.2002
NSG Unteres Broichbachtal bei
Noppenberg (GÜNTER VENOHR)
02.10.2002
Ruhezone an der TEA Broichbachtal
in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
28.09.2002
Further Wald in Herzogenrath
(GÜNTER VENOHR)
28.09.2002
Eichenwäldchen „Am Beckenberg“ in
Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
28.09.2002
Ruhezone an der TEA Broichbachtal
in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
29.08.2002
Ruhezone an der TEA Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
18.06.2002
Teverener Heide (GÜNTER VENOHR)
03.06.2002
Teverener Heide (GÜNTER VENOHR)
2002
Brutnachweis für zwei Brutpaare in der Teverener Heide
(GÜNTER VENOHR)
10.03.2002
Kellersberger Wald in Alsdorf
(WOLFGANG VOIGT)
03.03.2002
Kellersberger Wald in Alsdorf
(WOLFGANG VOIGT)
24.02.2002
Hangwald des Siefenbachtales in
Alsdorf (HELMUT MEURER)
23.02.2002
Broichbachtal beim Alsdorfer Weiher
(GÜNTER VENOHR)
12.01.2002
Krähenwald bei Ruif (GÜNTER VENOHR)
13.12.2001
„Entenpfuhl“ bei Burg Wilhelmstein
in Würselen (GÜNTER VENOHR)
18.11.2001
Herzogenrather Kiefernwald (GÜNTER
KALINKA)
23.09.2001
Further Wald in Herzogenrath
(GÜNTER VENOHR)
03.2001
Ruhezone an der Tageserholungsanlage Broichbachtal in
Alsdorf (bis April; WOLFGANG VOIGT)
2000
Further Wald in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
2000
Teverener Heide (GÜNTER VENOHR)
10.1997
Krähenwald bei Ruif (KARL GLUTH)
1997
NSG Unteres Broichbachtal bei Noppenberg (Brutverdacht;
KARL GLUTH / GÜNTER VENOHR)
01.1997
Krähenwald bei Ruif (bis März 1997; KARL GLUTH / GERHARD
MOLL)
29.12.1996
Ruhezone an der
Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
13.11.1996
Krähenwald bei Ruif (KURT GERECHT)
20.02.1994
NSG Unteres Broichbachtal bei
Noppenberg (LOTHAR BEELITZ)
15.12.1993
Garten in Herzogenrath-Merkstein
(BRIGITTE MOLL)
11.1993
Ruhezone an der Tageserholungsanlage Broichbachtal in
Alsdorf (bis Anfang Februar 1994; KARL GLUTH / WOLFGANG VOIGT, WOLFGANG
DEUSTER)
12.02.1992
Broicher Weiher in Alsdorf (KURT
GERECHT)
12.02.1992
Alter Bahndamm in Alt-Ofden (KURT
GERECHT)
02.02.1992
NSG Unteres Broichbachtal bei
Noppenberg (BERND ALMSTÄDT)
1991
Herzogenrather Kiefernwald (GÜNTER VENOHR)
05.1988
Further Wald in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
05.1988
Burg Rode in Herzogenrath (GÜNTER VENOHR)
01.1987
Euchener Bend in Würselen (GERHARD MOLL)
13.02.1982
Wurmtal bei Finkenrath in
Herzogenrath (HANS RAIDA)
1976
Merksteiner Waldfriedhof in Herzogenrath (HANS RAIDA)
02.1975
Krähenwald bei Ruif (KLARL GLUTH / ROLF HENNES)
1975
Herzogenrather Kiefernwald (GERHARD MOLL)
09.1971
Krähenwald bei Ruif (GERHARD MOLL)
1966
Burgbusch bei Burg Wilhelmstein (GERHARD MOLL)
Meldungen
aus dem Nordkreis bitte an
Wolfgang
Voigt, Entenweg 12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand:
4. Januar 2011
*****
Dokumentation:
Schwarzstörche im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Der Schwarzstorch (Ciconia
nigra) gilt für den Aachener Raum als „seltener Durchzügler“ (FEHR, 1991).
Bruten gibt es im benachbarten Belgien; vermutlich kommen von dort in letzter
Zeit auch häufiger Nahrungsgäste.
Nachfolgend die Beobachtungen, die mir bisher vorliegen:
06.07.2008 Einzeltier auf einer Wiese unter dem Eisenbahn-Viadukt im
belgischen Moresnet. (OLAF OP DEN KAMP)
22.07.2007
Fliegendes Tier im Nationalpark Eifel bei Wollseifen (HEINZ WEISHAUPT)
22.07.2007 Überflug am Obersee bei Einruhr (HEINZ
WEISHAUPT)
21.07.2007 Ein Einzelexemplar überfliegt das
Fuhrtsbachtal in Richtung Höfener Mühle. (HEINZ WEISHAUPT)
14.07.2007 HEINZ WEISHAUPT beobachtet im Nationalpark
Eifel, wie ein Einzeltier von Steckenborn in Richtung Kermeter fliegt.
12.05.2007 Auf
einer Exkursion des NABU Aachen-Stadt unter Leitung von LISA und OLAF OP DEN
KAMP wird ein Exemplar beobachtet, das über dem Hohnbachtal beim belgischen La
Calamine (Kelmis) kreist.
17.07.2005 Ein Brutpaar in der Nähe der Talsperre Bütgenbach
in Belgien (AVES OSTKANTONE)
11.07.2005 Einzeltier kreist etwa zehn Minuten über
Dedenborn und fliegt dann in Richtung Rurberg fort. (GÜNTER KRINGS)
12.06.2005
Einzeltier in der Rur bei
Dedenborn-Rauchenauel (ULRIKE KRINGS)
11.06.2005 Zwei Exemplare überfliegen das Gebiet im
Bereich Lönsfelsen an der Kall (HAAS, Quelle: KRINGS)
17.06.2004 Überflug über den Rursee bei Steckenborn,
dann nach Rurberg abbiegend (HEINZ WEISHAUPT)
05.06.2004 Überflug über die alten Biberteiche bei
Bickerath (HEINZ WEISHAUPT)
13.04.2004 bei Hürtgen auf einer Feuchtwiese in einem
Seitental des Hürtgenbaches (EDMUND SCHMITZ)
30.03.2004 Platte Venn bei Mützenich (HEINZ
WEISHAUPT)
09.2003 Rursee bei Einruhr (KARL-FRIEDRICH
POHL)
22.08.2003 Zwei Exemplare etwa 10 Minuten über
Rauchenauel segelnd (Quelle: GÜNTER KRINGS)
Jul/Aug 2003 Zwei Wochen lang täglich zwei Tiere auf
Nahrungssuche im Tiefenbachtal im Monschauer Land (GÜNTER KRINGS)
07.06.2003 Zwei Exemplare am Urftsee (KARL-FRIEDRICH
POHL)
06.2003 Bütgenbacher See in Belgien
(KARL-FRIEDRICH POHL)
10.01.2003 Wurmtal bei „Strangenhäuschen“ (JOSEF
LOTHMANN)
23.04.2002 Herzogenrath-Kohlscheid (SCHÖNEN, Quelle:
MOLL-Tagebuch Nr. 77)
2002 Perlenbach- und Fuhrtsbachtal
bei Monschau (LÖBF)
2002 Truppenübungsplatz Vogelsang
(laut LÖBF Nahrungsgast)
2002 Zwei Brutpaare im Camp
Elsenborn (Belgien) (LÖBF)
08.06.2001 Brutverdacht an der Wehebachtalsperre
(KARL GLUTH)
01.05.2001 Baesweiler-Oidtweiler, Flug Richtung
Siersdorf (JOSEF LOTHMANN)
2001 Gelände des NATO-Depots am
Wurmtal (NICO SCHAAFSTRA)
09.08.2000 In der Feldflur zwischen Alsdorf und Birk
(GERHARD MOLL)
2000 Bei Mützenich (GÜNTER KRINGS)
2000 Bei Simmerath (GÜNTER KRINGS)
26.08.1999 NICO SCHAAFSTRA beobachtet einen Jungvogel
auf dem Gelände des NATO-Depots am Wurmtal.
25.03.1999 An der Bergehalde Carl Alexander in
Baesweiler wird ein Schwarzstorch von sechs Bussarden gehasst. (JOSEF MÜLLER)
25.10.1998 Ehemalige Deponie Maria Theresia in
Herzogenrath (HANS RAIDA)
08.1998 Naturschutzgebiet „Unteres
Broichbachtal“ bei Noppenberg (KARL LANG)
04.05.1998 Erste Beobachtung bei Mützenich-Konzen;
bis zum 8. August kommt es dort zu insgesamt zehn Beobachtungen. (GÜNTER
KRINGS)
07.1997 An den Biberteichen bei Simmerath
(GÜNTER KRINGS)
03.05.1986 Überflug über Würselen (ROLF HENNES)
13.09.1983 Überflug über Alsdorf-Warden (MARIA ESSER)
20.07.1981 An einem Klärteich der Bergehalde Carl
Alexander in Baesweiler (JOSEF MÜLLER)
Meldungen bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 23. Oktober 2008
*****
Dokumentation: Vorkommen der Spanischen
Flagge im Raum Aachen
von Wolfgang Voigt
Die Spanische Flagge heißt
auch Russischer Bär. Ihr wissenschaftlicher Name ist Euplagia (auch:
Callimorpha) quadripunctaria . Die Art ist zwar in Zentral- und vor allem in
Südeuropa weit verbreitet, gehört aber zu den eher selteneren Arten. Es handelt
sich um eine prioritäre Art nach Anhang II der FFH-Richtlinie der EU. Sie ist
also von gemeinschaftlichem Interesse. Das bedeutet, dass sie unter besonderem
Schutz steht und zu ihrem Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden
müssen.
Dieser Schmetterling
liebt die offene Landschaft, wobei Brachflächen sowie warme Hänge und Täler
bevorzugt werden. Aber auch in naturnahen Gärten finden sie sich ein. Die
Raupen, die meist im September schlüpfen, überwintern und vollenden ihre
Entwicklung im nächsten Frühjahr. Sie sind polyphag, das heißt, dass sie an
allerlei krautigen Pflanzen fressen. Sie sind dabei in der Regel nachts aktiv
und verstecken sich tagsüber unter Blättern. Die fertig entwickelten Falter
halten sich gerne an feuchteren Stellen auf, wo sie auf Wasserdost, Disteln und
anderen im Spätsommer blühenden Pflanzen Nektar saugen.
Im Aachener Raum haben Mitarbeiter des NABU Aachen-Land diesen
auffälligen Schmetterling erstmals auf Bergehalden nachgewiesen. Er hat hier
wohl eines seiner nördlichsten Verbreitungsgebiete. An dieser Stelle sollen
Vorkommen und Ausbreitung der Spanischen Flagge dokumentiert werden.
15.08.2010 Siedlung
Busch in Alsdorf (WALTRAUD SCHILKE)
13.08.2010 Garten im
Entenweg 12 in Alsdorf-Ofden (WOLFGANG VOIGT)
08.2009 Totfund in der Alsdorfer Siedlung
Busch: Opfer von Mäharbeiten (WALTRAUD SCHILKE)
08.2009 Zwei Exemplare an den Angelteichen zwischen Alsdorfer
Tierpark und B 57 (WALTRAUD SCHILKE)
11.08.2007 Garten und
Haus, Entenweg 12 in Alsdorf-Ofden (MONIKA VOIGT)
03.08.2006 Garten am
Entenweg in Alsdorf-Ofden (an Buddleia; WOLFGANG VOIGT)
07.2006 Ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath
(GÜNTER VENOHR)
30.07.2006 Zwei Tiere an
den Angelteichen zwischen Alsdorfer Tierpark und B 57 (WOLFGANG VOIGT)
30.07.2006
Einzelexemplar am Alsdorfer Weiher (WOLFGANG VOIGT)
13.07.2006
Einzelexemplar im Garten am Entenweg in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
09.07.2006
Einzelexemplar in Garten und Haus am Entenweg in Alsdorf (WOLFGANG
VOIGT)
27.08.2005 Einzelexemplar
an Wasserdost auf der ehemaligen Deponie Maria Theresia in Herzogenrath
(WOLFGANG VOIGT)
03.08.2005
Einzelexemplar im Bereich der Brandruine des Spielhauses in der
Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (RENATE VOIGT / WOLFGANG
VOIGT)
20.07.2005 Bergehalde
Maria Hauptschacht in Alsdorf-Mariadorf (drei Exemplare, WOLFGANG VOIGT)
22.08.2004
Einzelexemplar auf Wasserdost im Bereich der Brandruine des Spielhauses in der
Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
12.08.2004
Einzelexemplar auf Wasserdost (Eupatorium cannabinum) am Broichbach beim Alsdorfer
Weiher; maximal fünf Exemplare bis 22. August (WOLFGANG VOIGT)
07.2004 Ehemalige Deponie Maria Theresia in Herzogenrath
(GÜNTER VENOHR)
08.2003 Rursee und Obersee, in großer Zahl an
Eupatorium cannabinum (HERBERT WOLGARTEN)
08.2003 Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler
(HANS-GEORG BOMMER)
31.07.2003 Am Alsdorfer
Weiher an Blüten von Wasserdost (Eupatorium cannabinum) (WOLFGANG VOIGT)
21.07.2003 Garten in Alsdorf-Ofden,
an Dost (Origanum vulgare) (WOLFGANG VOIGT)
20.07.2003 NSG
Brockenberg in Stolberg (JOSEF METZEN)
20.07.2003 NSG
Binsfeldhammer in Stolberg (JOSEF METZEN)
30.07.2002 Burggarten in
Alsdorf (WALTRAUD SCHILKE)
12.07.2002 Bergehalde
Anna bei Noppenberg (GÜNTER VENOHR)
06.07.2002 Haus am Entenweg in Alsdorf (KARL GLUTH /
WOLFGANG VOIGT)
03.07.2002 Garten und
Haus am Entenweg in Alsdorf (RENATE VOIGT)
07.2002 Bergehalde Anna 1 in Alsdorf (HERMANN
SCHMALDIENST)
07.2001 Garten in Alsdorf-Zopp (WALTRAUD
SCHILKE)
07.2001 Bergehalde Anna 2 in Alsdorf (GÜNTER
VENOHR / WOLFGANG VOIGT)
07.2001 Bergehalde Anna bei Noppenberg
(GÜNTER VENOHR / WOLFGANG VOIGT)
07.2000 NSG Bernhardshammer in Stolberg
(JOSEF METZEN)
07.2000 Alsdorfer
Weiher (WOLFGANG VOIGT)
25.07.1999 Bergehalde
Adolf in Herzogenrath-Merkstein (GÜNTER VENOHR)
07.1999 Bergehalde Anna 1
in Alsdorf (GÜNTER VENOHR)
07.1997 Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler
(GÜNTER VENOHR / WOLFGANG VOIGT)
07.1997 Bergehalde Anna bei Noppenberg
(GÜNTER VENOHR / WOLFGANG VOIGT)
07.1997 Renaturierter Teil des Broichbaches oberhalb
Broicher Mühle in Alsdorf (WOLFGANG VOIGT)
22.09.1996 Bergehalde
Carl Alexander in Baesweiler (MARTIN MAY / WOLFGANG VOIGT)
Meldungen bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 30. August 2010
*****
Dokumentation:
Vorkommen der Teichmuschel im Aachener
Raum
von Hermann Schmaldienst und
Wolfgang Voigt
Die Teichmuschel (Anodonta cygnea) kommt in stehenden Gewässern
bis zu einer Tiefe von 20 Metern vor, also in Teichen, Weihern und Seen. Auch
langsam fließende Gewässer werden besiedelt.
Das Vorkommen ist eng an
das Vorhandensein von Bitterlingen (Rhodeus amarus) gebunden. Mit diesen
Fischen leben die Muscheln in einer Art von Symbiose. Während sich die
Hakenlarven der Muschel im Kiemenbereich der Bitterlinge anheften und dort zu
fertigen Tieren entwickeln, legen die Fischweibchen mit einer Legeröhre etwa 40
Eier in die Schalentiere. Diese setzen sich im Kiemenraum fest. Das Männchen
gibt sein Sperma dicht über der Einströmöffnung der Muschel ab. Über das
Atemwasser gelangt es zu den Eiern, die so befruchtet werden. In drei bis fünf
Wochen schlüpfen die fertigentwickelten Jungfische.
Die nachfolgende Übersicht gibt die uns bekannten Vorkommen der
Teichmuschel wieder.
Bei den Jahreszahlen handelt es sich um die Jahre, in denen die
Art am betreffenden Ort zuerst und zuletzt beobachtet wurde. Bei den
Personennamen geht es um Entdecker und letzte Informanten.
2003 / - Stauweiher Diepenbenden in Aachen (HERMANN SCHMALDIENST)
2003 / - Stauanlage am Kupferbach in Aachen (etwa 3.000 Exemplare beim Entleeren registriert; HERMANN SCHMALDIENST)
2003 / - Westpark-Weiher in Aachen (HERBERT BRANDT, HERMANN SCHMALDIENST)
2001 / - Gartenteich am Brunnenweg in Alsdorf-Reifeld (Recherche: WOLFGANG VOIGT)
2000 / 2002 Angelteiche zwischen dem Tierpark und der B 57 in Alsdorf (KURT MENKENHAGEN / KURT MENKENHAGEN)
1998 / - Teich an Gut Rosenberg in Aachen-Horbach (HERMANN SCHMALDIENST)
1998 / 2003 Stauanlage Hangeweiher in Aachen (HERMANN SCHMALDIENST / HERMANN SCHMALDIENST)
1997 / 2000 Gewässer am Euchener Bend in Würselen (HERMANN SCHMALDIENST / HERMANN SCHMALDIENST, WOLFGANG VOIGT)
1994 / 2008 Broicher Weiher in Alsdorf (auch leere Muschelschalen, daher Vorkommen sicherlich älter; GRUPPE BROICHBACHTAL / KARL GLUTH, WOLFGANG VOIGT)
1991 / - Tittisee in Herzogenrath (Zeitungsartikel, Quelle: MOLL-Tagebuch)
1984 / - Ruhezone an der Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf (wenige Exemplare; GRUPPE BROICHBACHTAL)
1954 / 2002 Alsdorfer Weiher (GERHARD MOLL / WOLFGANG VOIGT)
Meldungen (auch über
zurückliegende Beobachtungen) bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg 12,
52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 5. März 2008
*****
Dokumentation:
Türkentaube – Einwanderung im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die Türkentaube (Streptopelia decaocto) hat im 20.
Jahrhundert eine bemerkenswerte Expansion innerhalb Europas durchgemacht.
Diese Vogelart stammt aus dem Südosten Europas. In Deutschland ist
sie wohl das erste Mal im Jahre 1945 registriert worden.
Nach E. RESKE wird die Art bei Aachen das erste Mal 1952
beobachtet. (Quelle: Die Aachener Vogelwelt, in: CHARADRIUS, 5/1969)
Gerhard Moll stellt am 8. Juli 1962 die Türkentaube erstmals im
Herzogenrather Stadtteil Afden fest. Sie sitzt auf einem Baum bei der
Lederfabrik. Dort wird die Art auch in den Folgejahren sicher nachgewiesen. Zu
dieser Zeit veranstaltet der ORNITHOLOGISCHE VEREIN AACHEN (OVA) spezielle
Exkursionen zu dieser „Seltenheit“.
Zwar gibt es aus dem Jahre 1962 auch Meldungen aus Alsdorf – so
zum Beispiel aus dem Stadtteil Ofden - , jedoch kann eine Brut nicht nachgewiesen
werden. In Würselen taucht 1964 die erste Türkentaube auf. Zu dieser Zeit
werden auch Tiere auf dem Herzogenrather Waldfriedhof gesichtet.
Ab 1965 beobachtet man größere Ansammlungen, so dass man auf
zahlreiche erfolgreiche Bruten schließen kann.
09.02.1965 52 Exemplare bei Herzogenrath-Afden (GERHARD MOLL)
1966 Erstmals im Krähenwald bei Ruif (GERHARD MOLL)
1968 Bis zu vier Tiere im Alsdorfer Burggarten und in der Luisenstraße, Ende des Jahres 21 Türkentauben an der Rathausstraße. Brutverdacht! (GERHARD MOLL)
1973 50 Exemplare im Krähenwald bei Ruif (GERHARD MOLL)
11.10.1974 51 Tiere an der Kellersberger Mühle in
Alsdorf (GERHARD MOLL)
26.12.1977 86 Tiere am Alsdorfer Tierpark (GERHARD
MOLL)
30.10.1978 72 Exemplare an der Kellersberger Mühle in
Alsdorf (GERHARD MOLL)
1985 Bergehalde Adolf in Merkstein
(GERHARD MOLL)
1986 Buchenwald am Amstelbach
(GERHARD MOLL)
Wer kennt weitere Daten
aus der Einwanderungszeit? Meldungen bitte an
Wolfgang Voigt, Entenweg
12, 52477 Alsdorf
wolfg.voigt@web.de
Stand: 3. September 2004
*****
Dokumentation:
Uferschwalben-Kolonien im Aachener Raum
von Wolfgang Voigt
Die Uferschwalben - etwas
kleiner als Mehlschwalben - sind erkennbar an brauner Ober- und weißer
Unterseite mit braunem Brustband. Sie bevorzugen offene Graslandschaften mit
senkrecht abfallenden Lehm- oder Sandwänden an Flüssen, Seen und Teichen. Auch
an den Steilküsten der Meere graben sie ihre bis zu eineinhalb Meter langen,
horizontalen Niströhren, wobei sie Füße und Schnabel einsetzen.
Im Raum Aachen beschränken sich die Vorkommen ausschließlich auf
Sekundärbiotope. Nachweise liegen aus den Braunkohle-Tagebauen sowie aus den Kies-
und Sandgruben der Region vor. Dort unterliegen die Populationen ständigen
Schwankungen, was vor allem auf die Beschaffenheit der Steilwände und auf
Störungen durch menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Dokumentiert sind
die Kolonien in den MOLL-Tagebüchern seit dem Jahre 1955. Das älteste belegte
Vorkommen liegt dabei im Bereich der Nivelsteiner Sandwerke bei Herzogenrath.
Da dieses bis in die jüngere Zeit existiert hat, wird es hier als letztes
behandelt.
Gerhard Moll erwähnt in einem seiner Tagebücher für das Jahr 1967
eine kleine Kolonie beim belgischen La Calamine, ohne jedoch nähere Angaben zum
Bestand der Tiere zu machen.
Konkreter sind die Daten zu einer Kiesgrube im Unteren
Broichbachtal beim heutigen Herzogenrather Stadtteil Noppenberg:
1964: 31 Brutröhren, 1965: 12, 1966: 12, 1967: 51, 1968: 161,
1969: 5, 1970: 56, 1971: 46.
Seit dem Jahre 1972 ist der Bestand erloschen, da die Grube
zugekippt worden ist.
Die Kieswäsche in Kinzweiler hat Ende der 70er Jahre vorübergehend
eine Kolonie beherbergt:
1978: etwa 20 Brutröhren, 1979: 29.
Auch für das Gelände der Kreismülldeponie in Alsdorf-Warden ist
das Vorkommen von Uferschwalben belegt. Nachdem seit Juli 1977 in dem
ehemaligen Braunkohle-Tagebau Vorbereitungsmaßnahmen getroffen worden waren,
hat man im Juli 1982 offiziell mit dem Bau der Deponie begonnen. Am 6. April
1983 ist sie mit Eschweiler Müll eingeweiht worden. Nach Gerhard Moll hat hier
zwischen 1978 und 1984 eine Uferschwalben-Kolonie bestanden.
1978: 25 Brutröhren, 1979: 25, 1980: 40, 1981 bis 1982: keine
Zählung, 1983: 105, 1984: 37
Über einen relativ langen Zeitraum (1956 bis 1985) sind die Gruben
im Oberen Broichbachtal von Uferschwalben besiedelt gewesen. Diese haben sich
bei Blumenrath, bei der Broicher Siedlung und beim Kloster Broich befunden. Die
MOLL-Tagebücher enthalten folgende Zahlen:
1956: 31 Brutröhren, 1957: 50, 1958: 20,