2005: 28 Jahre Naturschutz am Gymnasium der Stadt Alsdorf

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

 

·        so fing 1983 mit der Öffentlichkeitsarbeit alles an:

Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 1

 

·        Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 3: Vogelwelt der Ruhezone an der Tageserholungsanlage Broichtal

·        Auszüge aus Berichte der Gruppe Broichbachtal Nr. 7: Monographie Eisvogel

·        Ein Bürgermeister bedankt sich.

·        Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 11: Jaspersberg eine naturbelassene Bergehalde

·        Auszüge aus Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 18: Laichgewässer im Alsdorfer Stadtgebiet (Dokumentation) (von 1985)

·        Auszüge aus Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 19: Renaturierung des Broichbachtales – Utopie oder Notwendigkeit?

·        Auszüge aus Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 22: 10 Jahre Schulgarten am Alsdorfer Gymnasium (von 1989)

·        „Gedankensprünge in Grün“ (von Wolfgang Voigt, 1989)

·        aus Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 23, „Gruppe Broichbachtal – Bilanz in Sachen Naturschutz“: Die Sache mit den Ginkgos

·        aus Berichte der Gruppe Broichbachtal Nr. 26: Plakat-Aktion 1990 „Jetzt schlägt’s 13“

·        Berichte der Gruppe Broichbachtal Nr. 27: Streuobstwiesen

·        Berichte der Gruppe Broichbachtal Nr. 39: Freizeitdruck im Broichbachtal

 

·        Chronik der Gruppe Broichbachtal (1977 – 2002): 25 Jahr Naturschutz am Gymnasium der Stadt Alsdorf

·        Gruppe Broichbachtal (2001 – 2005)

 

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Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 1

 

Internetversion

 

von Wolfgang Voigt

 

 

 

Vorbemerkungen zur Entstehung des Untersuchungsgebietes

 

Ursprünglich war geplant, das gesamte Gebiet zwischen Tierpark und Kellersberger Mühle für die Bürger als Tageserholungsanlage zu erschließen und auszubauen.

 

Nach Gesprächen zwischen Vertretern des Bundes für Vogelschutz, Verantwortlichen der Stadt Alsdorf und dem beauftragten Landschaftsarchitekten-Büro sowie nach Prüfung alter Karten wurde diese Planung geändert: nach Osten hin sollte eine sogenannte „Ruhezone“ geschaffen werden, die in einen weitgehendst naturnahen Zustand gebracht und durch eine Abschlussbepflanzung abgegrenzt werden sollte. Dennoch sollte es Erholungssuchenden möglich sein, von Aussichtsplattformen an der Grenze zur Ruhezone aus Einsicht in das Gebiet zu nehmen.

 

Das Studium der erwähnten Karten ergab, dass früher vom jetzigen Kahn-Weiher bis zum „Hundeweiher“ eine durchgehende inseldurchsetzte Wasserfläche bestand. Man vermutete Quellbereiche, die bei den weiteren Erschließungsmaßnahmen dann auch bestätigt wurden.

 

Die Neuplanung berücksichtigte diese Erkenntnisse, indem die bestehenden Wasserflächen erweitert, die Inseln mit ihren Pflanzenbeständen (in erster Linie Erlen und Weiden) erhalten und der alte Broichbach-Lauf herausgearbeitet werden sollten. Die Realisation erforderte eine besondere Technologie, da der Einsatz von Großbaggern unmöglich war.

 

Den detaillierten Wünschen des Bundes für Vogelschutz wurde in großem Maße (wie folgt) Rechnung getragen:

 

·        Durch die Erhaltung und Neuschaffung von Kleingewässern ist ein Biotop z.B. für die Stockente und Krickente vorhanden. Letztere steht auf der sogenannten „roten Liste“ von bedrohten Vögeln und ist in unmittelbarer Nachbarschaft im NSG „Unteres Broichbachtal“ bei Herzogenrath zu finden.

·        Die Erlen bleiben alle erhalten (auch entwurzelte), um Höhlenbrütern (z.B. Spechten) Nistgelegenheit zu bieten.

·        Die Schaffung von Steilwänden im alten Broichbach-Lauf soll die Wiederansiedlung des ebenfalls bedrohten Eisvogels ermöglichen, der in Gewässernähe etwa 1 m tiefe Gänge in Steilhänge anlegt.

·        Die Uferschwalbe brütet in Steilwänden kolonienweise (z.B. in einer Sandgrube nahe Broichweiden, die inzwischen vom Bund für Vogelschutz gepachtet worden ist). Für sie ist im Gebiet eine künstliche Steilwand erstellt worden.

·        Schließlich besteht als Neuanlage unterhalb dieser Steilwand eine Kieselsteinfläche auf Kunststoff-Folie als möglicher zukünftiger Brutplatz für Fluss-Regenpfeifer, die im April aus Afrika kommen und als Bodenbrüter ihre kieselsteinähnlichen Eier zwischen Steinen ablegen. Beobachtet worden sind sie in der Vergangenheit als „Durchreisende“ am Hundeweiher.

·        Neu ist zudem ein andersartiger Klein-Biotop: eine weitflächige Wiese, die vermutlich weitere Vogelarten und vor allem die für den Nahrungskreislauf wichtigen Insekten anlocken wird.

·        Ein geplanter Feldstein-Haufen soll, auf Anregung unserer Gruppe hin, im oberen Hangbereich der Wiese geschaffen werden, um neben den zu erwartenden Amphibien eventuell auch Reptilien in die entstehende Lebensgemeinschaft einzubeziehen.

 

Für die Zukunft ist noch geplant, den Hundeweiher ebenfalls umzugestalten und an die Ruhezone anzubinden. Unser Untersuchungsgebiet wird sich in diesem Fall erweitern.

 

 

Unsere Gruppe stellt sich vor

 

Bereits 1979 zeigten Schüler und Lehrer des Gymnasiums der Stadt Alsdorf ein kritisches Interesse an den Planungen „rings um den Weiher“.

 

Erst nach Abschluss der Arbeiten in der Ruhezone fanden sich am 20. Januar 1982, auf Anregung von Herrn Moll, Schüler und die Biologie-Lehrer unseres Gymnasiums zu einer Gruppe zusammen, die sich mit dem Gelände fortan intensiver beschäftigen wird. Es sind Schüler aller Jahrgangsstufen einbezogen, da die Untersuchungen über mehrere Jahre erfolgen sollen.

 

Zunächst geht es um die Bestandsaufnahme der vorkommenden Pflanzen- und Tierarten, später um die Weiterentwicklung von Flora und Fauna, aber auch um allgemeinökologische Veränderungen.

 

Seitens des Büros für Landschaftsplanung besteht insofern Interesse an unserer Arbeit, als auch festgestellt werden soll, ob und wie sich der Plan „Ruhezone“ bewährt, und welche Sukzessionen sich einstellen werden.

 

An dieser Stelle möchten wir uns für die Hilfe und die Informationen bedanken, die wir von Herrn HALLMANN erhalten haben.

 

 

© Gruppe Broichbachtal 1983 /2001

 

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Auszüge aus:

 

Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 3

 

Vogelwelt der Ruhezone an der Tageserholungsanlage Broichbachtal

 

von Gerhard Moll und Wolfgang Voigt

 

(unter Mitarbeit von Hardy Gluth, Eckhard Karden, Jens Meisenberg, Manfred Mierau und Corinna Vonhoegen)

 

für das Internet bearbeitet von Wolfgang Voigt

 

 

Soviel Aufwand für ein paar Vögel? – Gedanken zur Ruhezone

 

Es kommt nicht von ungefähr, dass es Ornithologen gewesen sind, die anfangs den Planungen im Broichbachtal skeptisch gegenübergestanden haben, und von denen dann die Hauptanstöße zur Schaffung und Gestaltung der sogenannten Ruhezone ausgegangen sind.

Aus kaum einer anderen biologischen Forschungsrichtung sind in der letzten Zeit so viele alarmierende Meldungen über potentiell und reell gefährdete, vom Aussterben unmittelbar bedrohte und bereits in bestimmten Gebieten verschollene bzw. ausgestorbene Tierarten gekommen wie gerade seitens der Vogelkunde.

Die Ornithologie kann wie keine andere biologische Disziplin ökologische Veränderungen unmittelbar erfassen und beurteilen.

Der kundige Beobachter kann zum Beispiel schon am Wanderverhalten oder Ausbleiben von Vogelarten in bestimmten Gebieten Rückschlüsse auf Auswirkungen menschlicher Eingriffe ziehen, noch ehe dem Spaziergänger davon etwas in der freien Landschaft auffällt. Die meisten Vögel sind sichere Indikatoren für ökologische Unstimmigkeiten im Bereich der abiotischen und biotischen Umweltfaktoren.

Sehr häufig liegt eine Spezialisierung in Nahrung und/oder Brutplatz vor. Sind es früher mehr oder weniger klimatische Faktoren gewesen, die Schwankungen in Verbreitung und Population gebracht haben, so sind es heute mehr menschliche Störungen.

Davon besonders betroffen ist die Vogelwelt der an Flora und Fauna ehemals reichen Feuchtgebiete, da durch zahlreiche Trockenlegungsmaßnahmen und Kanalisation diese Spezialbiotope zunehmend weggefallen sind. – Glücklicherweise ist inzwischen in diese Richtung ein gewisses Umdenken erfolgt.

An die Stelle zerstörter Naturbiotope tritt gelegentlich aber auch „Wildland aus zweiter Hand“: Sekundärlebensräume wie zum Beispiel die Seen im Kölner Braunkohlenrevier, aufgelassene Kies-, Sand-, Ton- und Lehmgruben, stillgelegte Steinbrüche, aber auch sogenanntes Brach- und Ödland bzw. Ruderalfluren. Man sollte letztere nicht als unästhetische Gebiete betrachten, sondern Verständnis für die Notwendigkeit solcher Refugien für Pflanze und Tier aufbringen.

In demselben Zusammenhang ist auch die Schaffung der Alsdorfer „Ruhezone“ im Broichbachtal zu sehen. Man mag über diese Art von Biotop-Management denken, wie man will – besser wäre es sicher, wenn wir ohne dieses auskämen -, doch ist es ein Versuch, einen naturnahen Biotop zu erstellen, wo Vergleichbares verloren gegangen ist.

Gerade die Tatsache, dass die „Ruhezone“ hauptsächlich auf die Vogelwelt zugeschnitten ist, erzeugt vielleicht auch bei den Bürgern Verständnis für diese „Wildnis“. Denn kaum eine andere Tiergruppe interessiert die breite Bevölkerung so sehr, weil sie (noch) allgegenwärtig und von der Lebensweise her so vertraut ist wie keine andere.

Wen kann man schon in vergleichbarer Weise davon überzeugen, dass bestimmte Landschaftsteile zum Schutze von Kröten, Schlangen und Spinnen gemieden werden sollen...

 

 

Vögel (Aves) der Ruhezone: Systematisch geordnete Artenliste (Stand: Januar 1983)

 

(es bedeuten: sB = sicherer Brutvogel, vB = vermuteter Brutvogel, Dz = Durchzügler, Gv = Gastvogel; diese Angaben sind von GERHARD MOLL)

 

Nichtsingvögel (Non-Passeriformes): Graureiher (Ardea cinerea, Gv), Stockente (Anas platyrhynchos, sB), Krickente (Anas crecca, Gv), Tafelente (Aythya ferina, sB), Habicht (Accipiter gentilis, Gv), Sperber (Accipiter nisus, Gv), Turmfalke (Falco tinnunculus, Gv), Fasan (Phasianus colchicus, vB), Teichralle (Gallinula chloropus, sB), Bleßralle (Fulica atra, sB), Lachmöwe (Larus ridibundus, Gv), Ringeltaube (Columba palumbus, sB), Hohltaube (Columba oenas, vB), Steinkauz (Athene noctua, Gv; sB in Alt-Ofden), Waldkauz (Strix aluco, Gv; sB am Herrenweg), Mauersegler (Apus apus, Gv), Eisvogel (Alcedo atthis, Gv), Grünspecht (Picus viridis, Gv), Buntspecht (Dendrocopus major, sB), Kleinspecht (Dendrocopus minor, vB)

 

Singvögel (Passeriformes): Rauchschwalbe (Hirundo rustica, Gv), Mehlschwalbe (Delichon urbica, Gv), Uferschwalbe (Riparia riparia, Dz), Bachstelze (Motacilla alba, Gv), Heckenbraunelle (Prunella modularis, sB), Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla, sB), Gartengrasmücke (Sylvia borin, vB), Zilpzalp (Phylloscopus collybita, vB), Grauschnäpper (Muscicapa striata, sB), Rotkehlchen (Erithacus rubecula, sB), Amsel (Turdus merula, sB), Singdrossel (Turdus philomelos, sB), Schwanzmeise (Aegithalos caudatus, vB), Kohlmeise (Parus major, sB), Blaumeise (Parus caeruleus, sB), Kleiber (Sitta europaea, vB; sB am Herrenweg), Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla, sB), Zaunkönig (Troglodytes troglodytes), Goldammer (Emberiza citrinella, vB), Buchfink (Fringilla coelebs, sB), Grünling (Carduelis chloris, sB), Stieglitz (Carduelis carduelis, vB), Zeisig (Carduelis spinus, Gv), Girlitz (Serinus serinus, sB), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes, vB), Haussperling (Passer domesticus, vB), Star (Sturnus vulgaris, sB), Elster (Pica pica, Gv), Eichelhäher (Garrulus glandarius, Gv)

 

 

Erste Beurteilung der Vogelwelt (1982)

 

Unter den 49 beobachteten Vogelarten sind immerhin 20, die mit Sicherheit 1982 im Untersuchungsgebiet gebrütet haben. 11 weitere werden als Brutvögel vermutet. Die übrigen müssen für das erste Beobachtungsjahr als Gastvögel bzw. Durchzügler angesehen werden. Aus dieser Gruppe könnten jedoch aufgrund vorhandener Brutbiotop-Eigenschaften Grünspecht und Bachstelze für die Zukunft als Brutvögel erwartet werden. ...

Zu den sicheren Brutvögeln zählen zwar typische Wasservögel (Stockente, Tafelente, Teichralle und Bleßralle), doch die meisten bevorzugen Hecken, Gebüsch und Baumbestände als Brutplatz. Dies deutet darauf hin, dass zunächst vor allem der Bruchwald-Bestand, die neugepflanzten Gehölze (Randbepflanzung) und der strauchdurchsetzte Teil des Wiesenbereichs nach der Umgestaltung des Gebietes wieder- oder neubesiedelt worden sind. Andererseits sollte man wegen der relativen Kleinheit der Wasserflächen nicht viel mehr neue brütende Wasservogelarten erwarten. Es wäre schon ein Erfolg, wenn die vorhandenen zu Dauerbrütern würden.

Ein Blick in die „Rote Liste“ gefährdeter Vogelarten soll die erste Beurteilung abrunden:

Von den 27 in der Bundesrepublik Deutschland „stark gefährdeten“ Vogelarten wurden von uns im ersten Beobachtungsjahr 6 registriert (Eisvogel, Graureiher, Hohltaube, Krickente, Sperber und Steinkauz). Hinzu kommen aus der Gruppe der „gefährdeten“ Arten Habicht und Uferschwalbe. Mit Ausnahme der Hohltaube, die als Brutvogel im Gebiet vermutet wird, handelt es sich um Gastvögel. Doch besteht die begründete Hoffnung, dass in den kommenden Jahren Eisvogel, Krickente und Uferschwalbe die „Ruhezone“ als Brutbiotop annehmen werden.

Interessant ist der Besuch des Graureihers, der zwar im Aachener Raum seit Jahren im Winter anzutreffen ist, jedoch mehr in offenen, weitflächigeren Wiesengebieten (zum Beispiel in der Aachener Soers, zuletzt Winter 1982/83). In unserem Untersuchungsgebiet sind die Reiher bei der Jagd (vermutlich auf Kleinsäuger, Feldmäuse?) zu beobachten gewesen.

Auf den gesicherten Brutplatz des Steinkauzes in Alt-Ofden ist bereits an anderer Stelle hingewiesen worden. Er dürfte fortan, ebenso wie Habicht und Sperber, auf der Nahrungssuche zu Gast im Gebiet sein. ...

 

© Gruppe Broichbachtal 1983 /2003

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Auszüge aus:

 

Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 7

 

Der Eisvogel (Monographie)

 

von Thorsten Macko und Manfred Mierau

für das Internet bearbeitet von Wolfgang Voigt

 

In unserem Untersuchungsgebiet hat sich ein Vogel angesiedelt, der auf der „Roten Liste“ steht und seit über 50 Jahren nicht mehr im Alsdorfer Raum gebrütet hat: der Eisvogel, der einzige Vertreter der Vogelordnung Eisvogelartige in Deutschland.

 

Er ist oberseits metallisch-blaugrün glänzend und auf der Unterseite rostrot gefärbt, hat eine weiße Kehle, rote Füße, einen kurzen Schwanz und einen langen schwarzen Schnabel. Von Schnabelspitze bis Schwanzende misst er 16,5 cm.

 

Der Eisvogel hat einen pfeilschnellen Flug, der es uns schwer macht, ihn dabei zu beobachten. Wir werden oft nur durch seinen durchdringenden „tiht“-Ruf auf ihn aufmerksam.

 

Er hält sich an Binnengewässern aller Art auf, wo er seine Nahrung auf folgende Art und Weise findet: Er sucht sich eine Warte über dem Wasser (meist Baumstümpfe, Pfähle oder Äste) und schaut von dort regungslos nach Beute aus. Hat er sie entdeckt, stürzt er sich blitzschnell kopfüber ins Wasser, ergreift sie mit seinem langen Schnabel und kehrt zu seiner Warte zurück, um dort das Beutetier zu verschlingen.

 

Wegen seiner Vorliebe für Fische ist der Eisvogel bei Anglern recht unbeliebt, obwohl er auch Krebse und Insekten, besonders deren wasserbewohnende Larven frisst.

 

Eisvögel sind Höhlenbrüter. Sie suchen sich steil abfallende Uferränder oder ähnliche lehmige Steilwände in Sand- oder Kiesgruben in Wassernähe und graben eine 40 bis 100 cm lange Niströhre, die mit einer Verbreiterung endet. In ihr werden 6 bis 8 weiße Eier gelegt. Beide Elternteile brüten und ziehen die Jungen auf, die nach 23 bis 26 Tagen das Nest verlassen. Danach werden sie von den Altvögeln bald verjagt, so dass sie sich ein eigenes Revier suchen müssen. Eisvögel können zweimal, in Ausnahmefällen sogar dreimal pro Jahr brüten.

 

Sie sind Einzelgänger, nur zur Brut finden sie sich im Frühjahr paarweise zusammen. In kalten Wintern sammeln sich manchmal mehrere Eisvögel an einer nochoffenen Wasserstelle.

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Eisvogelbestand stark verringert. Dies liegt in erster Linie an der zunehmenden Wasserverschmutzung, an der immer kleiner werdenden Zahl von geeigneten Binnengewässern und an Mangel an Brutplätzen. Es wurden sogar Steilwände und Niströhren von Anglern zerstört, weil diese die unbegründete Angst hatten, ihr Fischbestand würde zu sehr dezimiert.

 

Heute werden, wie bei uns in der Ruhezone, in der Bundesrepublik viele künstliche Steilwände angelegt, um dem Eisvogel wieder Brutplätze zu bieten.

Doch auch dann ist die Brut noch gefährdet, wie wir selbst bei unserem Eisvogelpaar im Broichbachtal gesehen haben: eine erste Brut glückte 1983, drei Jungvögel flogen aus (siehe Fotodokument von WALTRAUD SCHILKE!) Die zweite Brut wurde durch Leute gestört, die zu nahe an den Nistplatz herangegangen waren. Schließlich wurde die Niströhre auch noch zerstört vorgefunden.

 

© Gruppe Broichbachtal 1984 / 2001

 

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Ein Bürgermeister bedankt sich:

 

 

5100 Alsdorf, den 30. Januar 1984

 

An das

Gymnasium der Stadt Alsdorf

Fachabteilung Biologie

z.Hd. Herrn Wolfgang Voigt

 

5110 Alsdorf

 

Sehr geehrter Herr Voigt,

 

mit großem Interesse verfolge ich die beispielhafte Arbeit der Arbeitsgruppe Broichbachtal, die ja auch beim Tag der offenen Tür des Gymnasiums mit ihren Arbeiten Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Die Gruppe ist zu einem wichtigen und kompetenten Helfer geworden bei den Bemühungen, das Broichtal zu einem Erholungsgelände zu gestalten unter Beachtung des Gedankens eines wirkungsvollen Naturschutzes.

Ihre zahlreichen zu diesem Thema vorgelegten Arbeiten sind aussagekräftiges Zeugnis für diese Bemühungen.

Hierfür danke ich Ihnen, der Arbeitsgruppe und ebenso den Lehrern recht herzlich, dabei sicher auch als Sprecher aller Alsdorfer Bürger und Broichtalbesucher.

Ihren mir jetzt zugesandten Bericht habe ich den Mitgliedern des Umwelt- und Schulausschusses wie auch den Fraktionsvorsitzenden und meinen Stellvertretern zur Verfügung gestellt.

Mit herzlichem Dank und der ebenso herzlichen Bitte, die Arbeit auch in Zukunft mit solcher Umsicht fortzuführen, verbleibe ich

 

mit freundlichen Grüßen

 

gez. Küpper

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Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 11:

 

Der Jaspersberg, Beispiel für eine naturbelassene Bergehalde

 

Internetversion

 

Die Gruppe Broichbachtal veröffentlicht hiermit die Ergebnisse einer Projektgruppe, die sich mit dem Jaspersberg im Rahmen der Projektwoche am Gymnasium der Stadt Alsdorf, vom 20. bis zum 26. Juni 1984, befasst hat.

Mitarbeiter: Holger Benend, Axel Bochmann, Kirsten Bock, Melanie Gerkens, Annette Hofmann, Tanja Jahl, Arnd Karden, Sascha Kempf und Andreas Schenke.

Wissenschaftliche Betreuung: Wolfgang Voigt           

Unterstützung der Projektarbeit durch die Herren H.W. Hallmann, Aachen und G. Moll, Alsdorf.

 

 

 

 

 

 

 

Gerhard Moll (rechts) mit der Projektgruppe

auf dem Jaspersberg

Foto: Waltraud Schilke, 22. Juni 1984

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung des Jaspersbergs

 

Der Jaspersberg ist eine um die Jahrhundertwende entstandene Bergehalde der Zeche Maria 1 im heutigen Alsdorfer Stadtteil Mariadorf.

 

Etwa seit dem Zweiten Weltkrieg wurden keine größeren Veränderungen mehr durchgeführt.

 

Über 50 Jahre konnte sich somit, ausgehend von pflanzlichen Pioniergesellschaften, ein natürlicher Bewuchs einstellen, welcher momentan über weite Bereiche den Charakter eines natürlich entstandenen und naturbelassenen Waldes zeigt. Störungen durch das wilde Abkippen von Müll und die „Nutzung“ als Abenteuer-Spielplatz durch Kinder und Jugendliche brachten hierbei keine durchgreifenden Änderungen.

 

Der Jaspersberg nimmt eine Grundfläche von ca. 10 ha ein; berücksichtigt man die Hanglagen, so ergibt sich eine Gesamtfläche von etwa 12 ha. Wie die meisten Bergehalden zeigt auch diese eine mehr geometrische Form. Die Hochflächen (etwa 30 m über Geländeniveau) gehen in relativ steil abfallende Böschungen bzw. Hänge über.

 

Die nord- und ostexponierten Hanglagen sind durch dichten Baumbewuchs streckenweise stark verschattet, aber dennoch mit einer dichten Krautschicht überzogen. Hier findet daher kaum Erosion statt. Die Humusschicht ist mittlerweile, wie auf den Plateaus, weit über 10 cm angewachsen. Überhaupt ist der Unterboden, bestehend aus Bergematerial (Gestein und Kohle), gut wasserdurchlässig, so dass es kaum zu Oberflächenabfluss kommt. Erosionsrinnen kann man lediglich in einem Teilbereich des Südhanges feststellen. Hier ist der Pflanzenbewuchs, in erster Linie durch starke Sonneneinstrahlung auf nacktem dunklem Boden, im Pionierstadium steckengeblieben, charakterisiert durch die Birke als alleiniger Baumart.

 

Unter dem Bergematerial können wasserundurchlässige Schichten im gewachsenen Boden vermutet werden, so z.B. im nordöstlichen Bereich, wo wahrscheinlich Druckwasser für die natürliche Ansiedlung von Eschen gesorgt hat.

 

 

Allgemeines zur Vegetation

 

Man kann davon ausgehen, dass der Jaspersberg zur Zeit seiner Entstehung durch die Aufschüttung von Grubengestein nackt und teil, kurz: unnatürlich wirkte, vergleichbar anderen Bergehalden jüngeren Alters.

 

Als Pionierarten zur Waldentwicklung können hier Birke und Robinie angesehen werden, wobei wir hinsichtlich der Robinie bisher keinerlei Hinweise gefunden haben, ob sie gepflanzt wurde oder durch natürliche Aussaat in das Gebiet kam.

 

Diese Erstbesiedlung ist sukzessiv von einer vielfältigen Mischwald-Gesellschaft abgelöst worden, bei der heute bereits die Robinie selbst im Unterwuchs fehlt. Zwar vermisst man die in dieser geographischen Breite und Höhenlage allgemein zu erwartende Rotbuche, wohl vor allem wegen der besonderen Bodenverhältnisse, doch ist die Baum- und Strauchschicht formenreich zusammengesetzt: Neben den bereits erwähnten Baumarten kommen Bergahorn, Hainbuche, Vogelkirsche, Traubenkirsche, Stieleiche, drei Weidenarten, Vogelbeere und Winterlinde vor. Apelbaum und Birnbaum sind wahrscheinlich unter anthropogenem Einfluss in das Gelände gekommen. Die Schwarzerlen am Ostrand dürften gepflanzt sein.  Ihr Kümmerwuchs deutet auf einen ihnen nicht entsprechenden Standort hin. Bei den 24 Straucharten dominieren neben verschiedenen Brombeerarten, die zur Undurchdringbarkeit weiter Teile beitragen, vor allem der Holunder und der Weißdorn, wobei der Erstgenannte auf nährstoffreichen Boden hindeutet. Kornelkirsche, Roter Hartriegel, Hasel, Pfaffenhütchen, Faulbaum, Liguster, Heckenkirsche, Mahonie, Johannisbeeren, Stachelbeere, Hundsrose, Kratzbeere, Himbeere und Schneebeere erweitern die breitgefächerte, größtenteils verbreitungsgetreue Palette an Straucharten.

 

Es ist bereits darauf hingewiesen worden, dass Teile des Waldes, vor allem durch die Brombeer-Gewächse, fast undurchdringlich erscheinen. Der urwaldähnliche Eindruck wird noch durch die beiden Lianenarten Efeu und Waldrebe verstärkt.

 

Etwas rätselhaft ist das Vorkommen der Weinrebe (Vitis vinifera). Vielleicht ist dies aber genauso zu erklären wie die zahlreichen Kartoffelpflanzen!

 

Die Aufzählung der Vertreter der Krautschicht würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Die Vielfalt ist beeindruckend und geht weit über das hinaus, was in der näheren Umgebung Alsdorfs bisher registriert werden konnte. Zu betonen ist, dass der Jaspersberg ein Refugium vor allem für solche Arten darstellt, die andernorts als sogenanntes „Unkraut“ ausgerottet werden.

 

 

Besondere Pflanzenarten

 

Echtes Herzgespann (Leonurus cardiaca) wird in der „Roten Liste“ als gefährdet eingestuft. Dieser früher häufigere Lippenblütler der Unkrautfluren, Wegränder und Schuttstellen ist zunehmend seltener geworden. ERICH SAVELSBERGH hat diese Rarität in nächster Nachbarschaft nur einmal entdeckt (Marienkapelle Aachen-Burtscheid, 1963). Als weiteren Standort gibt er die Hänge bei Nideggen an und vermutet, dass es sich bei den Exemplaren um „Gartenflüchtlinge“ handelt. Dies könnte auch für die Pflanzen am Jaspersberg zutreffen.

 

Der Blaustern (Scilla bifolia) ist ein Liliengewächs, dessen Samen von Ameisen verbreitet werden. Es kommt auf dem Jaspersberg in kleinen Rudeln vor. Dies ist für die Zwiebelpflanze durchaus typisch und täuscht oft darüber hinweg, dass es sich um eine für unseren Raum seltene Pflanze handelt. SCHMEIL/FITSCHEN geben hinsichtlich der Verbreitung vor allem den süddeutschen Bereich an. Die nördlichsten Vorkommen liegen demnach in Belgien sowie an Mosel und Main. Wie alle Blaustern-Arten ist Scilla bifolia geschützt!

 

 

Der Jaspersberg, ein Vogelparadies

 

An anderer Stelle ist bereits auf die Vielfalt der beerentragenden Sträucher und Bäume hingewiesen worden. Diese üben eine starke Anziehungskraft auf zahlreiche Vogelarten aus, zumal den Jaspersberg als Naturinsel in dichtbesiedeltem Gebiet mit sich anschließenden, weiten sterilen Landwirtschaftsflächen ansehen muss.

 

Zwar liegen zur Insektenfauna noch keine detaillierten Ergebnisse vor, doch kann man davon ausgehen, dass das Umweltangebot für diese Tiergruppe recht vielfältig ist. Insektenfressende Vogelarten können als sichere Indikatoren hierfür angesehen werden.

 

Besonders vorteilhaft ist auch die Tatsache, dass das Gebiet frei von Insektiziden, Herbiziden und anderen chemischen Bekämpfungsmitteln ist. Dies lässt nicht nur einen ungehinderten Wuchs von sogenannten „Unkräutern“ zu, sondern auch die Nahrungskette bis hin zu den Kleinsäugern ungestört. Hiervon profitieren nicht zuletzt Eulen und Greifvögel.

 

Die relativ große Zahl der Brutvögel deutet darauf hin, dass der Jaspersberg neben diesem reichen Angebot an unbeeinflusster Nahrung auch zahlreiche und differenzierte Brutnischen bietet.

 

So ist in den 50 Jahren hier von Natur aus etwas entstanden, was in der „Ruhezone Broichbachtal“ mit erheblichem finanziellem Aufwand geschaffen worden und z.B. für das Vogelschutzgebiet „Broicher Siedlung“ noch geplant ist.

 

 

Avifauna (Artenliste der Vögel)

 

Brutvögel: Elster, Kernbeißer, Grünling, Hänfling, Girlitz, Stieglitz, Buchfink, Goldammer, Gartenbaumläufer, Kleiber, Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Weidenmeise, Schwanzmeise, Grauschnäpper, Zilpzalp, Fitis, Gelbspötter, Sumpfrohrsänger, Zaungrasmücke, Dorngrasmücke, Gartengrasmücke, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Amsel, Misteldrossel, Singdrossel, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Buntspecht, Kleinspecht, Grünspecht, Kuckuck, Ringeltaube, Turteltaube, Türkentaube, Rebhuhn und Fasan

 

Nahrungsgäste: Rabenkrähe, Star, Haussperling, Feldsperling, Bachstelze, Waldlaubsänger, Nachtigall, Hausrotschwanz, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Mauersegler, Waldohreule, Waldkauz, Steinkauz, Schleiereule, Turmfalke, Baumfalke, Mäusebussard und Hohltaube

 

Durchzügler und Wintergäste: Birkenzeisig, Zeisig, Bergfink, Wacholderdrossel, Rotdrossel und Sperber

 

Quelle: K. Gluth und G. Moll (DBV/NABU)

 

 

Einzeldarstellung bedrohter Vogelarten

 

Baumfalke: Dieser Zugvogel, der sich bei uns von April bis Oktober aufhält, ist schlank und sieht dem Mauersegler etwas ähnlich. Er folgt ziehenden Trupps von Seglern und Schwalben auf der Suche nach Beute, die aus Kleinvögeln und Fluginsekten besteht. Besonders gerne jagt er Libellen. Er lebt in lichten Wäldern sowie in Öd- und Kulturland mit zerstreutem Bewuchs. Er ist zur Zugzeit eigentlich überall anzutreffen, meidet aber die Städte. Der Baumfalke ist stark gefährdet.

 

Schleiereule: Diese ebenfalls stark gefährdete Arte brütet häufig in Scheunen, Kirchtürmen und anderen alten Gebäuden. Auf der Jagd nach Kleinsäugern trifft man sie hauptsächlich in offenem Kulturland mit einzelnen Bäumen, jedoch sucht sie auch lichte Wälder auf. Man kann sie gut an ihrer Stimme, einem langgezogenen Kreischen, erkennen; gelegentlich gibt sie auch kläffende, schnarchende oder zischende Laute von sich. Der Name dieses gut 30 cm großen Vogels bezieht sich auf den deutlich abgesetzten Gesichtsschleier.

 

Steinkauz: Diese oft auch am Tage rege Eulenart nistet mit Vorliebe in alten Obstbäumen und Kopfweiden, seltener in Felsen und Gemäuern. Durch Intensivierung von Landwirtschaft und Gartenbau ist der Steinkauz kaum noch verbreitet. Zum Jaspersberg kommt er vermutlich aus seinem Brutgebiet in Alt-Ofden auf Nahrungssuche. Er jagt hauptsächlich Insekten, Mäuse, weniger Vögel. Der Steinkauz ruft laut, häufig auch am Tage, ein grelles, durchdringendes „kwiu“. Sein Balzruf ist ein weiches, aufsteigendes „ghuk“. Oft kann man ihn auf Pfählen beobachten: In Erregung knickst er und wiegt den Kopf, den er um 180O drehen kann. Der Steinkauz ist ein ausgesprochener Standvogel und bleibt meist zeitlebens am einmal erwählten Brutplatz.

 

Turteltaube: In der „Roten Liste“ wird dieser Vogel nur als „gefährdet“ eingestuft. Da es aber der einzige bedrohte Brutvogel des Gebietes ist, soll auch er kurz vorgestellt werden. Die Turteltaube ist kleiner und zierlicher als die Haustaube. Der Schwanz wird im Fluge oft fächerförmig ausgebreitet, wobei besonders die weißen Steuerfederspitzen zu sehen sind. Sie fliegt mit zuckenden Flügelschlägen. Ihr Ruf ist ein schnurrendes „turr-turr-turr“. Weiteres Erkennungszeichen ist ein schwarz-weißer Fleck an jeder Halsseite. Von Mai bis Juli brütet sie in baumbestandenem Gelände, aber auch in Wäldern, Parks und großen Gärten. Zwei weiße Eier werden durch beide Eltern im Wechsel 14 bis 16 Tage bebrütet. Anschließend werden die geschlüpften Jungvögel noch etwa drei Wochen gefüttert. Zur Nahrungssuche findet man die Turteltaube oft auf Feldern, wo sie in erster Linie Pflanzensamen sammeln.

 

 

Die ökologische Bedeutung des Jaspersberges

 

1. Unterschiede der Bodengestaltung und der Flora zwischen der Jülicher Börde und dem Jaspersberg

 

Die natürliche Vegetation im Aachener Raum bestände aus Rotbuchen-Wäldern. Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung, die alles „Unbrauchbare“ aus der Landschaft ausräumt, kommen diese Bäume heute kaum noch vor. Freiflächen und verwilderte Gärten gewinnen an ökologischer Bedeutung. Eine solche Freifläche ist der Jaspersberg.

 

Da es sowohl am Nord- als auch am Südhang Rinnen, Kanten, Ebenen und Steilhänge gibt, sind Plätze mit verschiedener Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit vorhanden.

 

Nachdem die Halde mit Robinien, die den Boden gut halten können, bepflanzt oder spontan besiedelt worden war, ist inzwischen eine fast 20 cm dicke Humusschicht entstanden. Auf ihr entwickelt sich mittlerweile eine standortgerechte, vielfältige Flora, die eine ebenso reiche Fauna nach sich zieht. So kommen z.B. 244 Pflanzen- und 65 Vogelarten vor!

 

2. Der Jaspersberg als Biotop und Rückzugsgebiet

 

In der landwirtschaftlich genutzten Jülicher Börde gibt es durch Flurbereinigung und Chemikalieneinsatz nur eine sehr kleine Pflanzen- und Tiergesellschaft. Gerade hier sind viele Tiere schon ausgestorben oder vom Aussterben bedroht.

 

Eine naturbelassene Halde wie der Jaspersberg hat hier eine wichtige Funktion als Refugium. Viele Vögel, die entweder vom Aussterben bedroht sind oder im Bestand stark zurückgehen, wie Turteltaube, Schleiereule, Steinkauz, Sperber, Spechte und Schwalben, kommen hier vor. Insgesamt gibt s gut 60 Vogelarten als Brutvögel oder Winter-/Nahrungsgäste auf dem Jaspersberg. Von den 244 Pflanzenarten sind zwei bedroht.

 

Man sieht wie wichtig der Jaspersberg als Rückzugsgebiet, Verbreitungsort und Verbindung zwischen großen Lebensräumen ist.

 

3. Der Jaspersberg als „grüne Lunge“

 

Der Jaspersberg hat eine wichtige klimatische Funktion. Die Bäume halten die Feuchtigkeit und geben sie langsam an die Umgebung ab.

 

Circa 700 Tonnen Schmutz filtert der Wald pro Jahr aus der Luft. Außerdem halten die Bäume mit ihren Wurzeln den Boden des Jaspersbergs selbst fest. Da der Wind durch den Wind gebremst wird, können die umliegenden Gärten nicht so schnell austrocknen.

 

Selbst wenn nach einem Abbau der Halde optimal rekultiviert würde, was keineswegs sicher ist, könnten niemals so viele Bäume gepflanzt werden, dass der Wert der jetzt dort stehenden ca. 10.000 Bäume und des üppigen Unterwuchses wieder erreicht würde, weder der finanzielle noch der ökologische Wert.

 

Stattdessen würde die Staubbelastung in großen Gebieten durch den Abbau, besonders bei Wind, sehr groß, da der Boden ungeschützt wäre und nicht mehr durch eine Pflanzendecke festgehalten würde.

 

Außerdem wäre die Lärmbelästigung, besonders nachts, durch Bagger, Transportbänder und LKW ganz erheblich, wenn man bedenkt, dass der Jaspersberg mitten in einem Wohngebiet liegt.

 

In Zeiten, in denen überall der Wald stirbt – auch Alsdorf ist vom Waldsterben im Zopper Wald betroffen, Alsdorfs ältester Fichtenbestand ist stark angegriffen – scheint es doch widersinnig, auf der einen Seite 10.000 Bäume abzuholzen, und an anderer Stelle mit der Anpflanzung von 4.000 Bäumen zu renommieren. Ein alter Baum hat selbstverständlich mehr Blätter als ein neu gepflanzter und erzeugt somit auch mehr Sauerstoff. Deshalb kommt es nicht nur auf die Anzahl der Bäume an, sondern auch auf das Alter.

 

4. Die Folgen einer möglichen Rekultivierung

 

EBV und CORTIX haben zwar zugesagt, nach dem Abbau der Halde eine Rekultivierung durchzuführen, allerdings gibt es bisher keine festen Verträge. Wenn nach den Plänen des Landschaftsarchitekten H.W. HALLMANN rekultiviert würde, könnte durch die Kombination aus Feuchtgebieten, Wald und Randwall eine größere Artenvielfalt erreicht werden. Allerdings besteht die Frage, ob sich nach dem Abbau (bei der Halde Maria 1 dauert dieser bereits 10 Jahre, nachdem 20 Monate geplant waren) Pflanzen und Tiere wieder einstellen, die jetzt z.T. schon vom Aussterben bedroht sind.

 

Die Teiche würden nach der Rekultivierung relativ schnell einpendeln, die Bäume würden allerdings Jahrzehnte brauchen, um idealen Lebensraum für Tiere darzustellen. Zudem würde eine Rekultivierung biologisch wenig sinnvoll sein, wenn ein Bolzplatz, eine Schutzhütte, große Wanderwege und Grillplätze angelegt würden, weil dadurch zuviel Lärm und Unruhe entstehen würden.

 

Nicht auszuschließen ist die Gefahr, dass an der Stelle des abgeräumten Jaspersbergs statt eines neuen Waldes eine Wohnsiedlung entsteht, zumal die Rekultivierung (nach ersten Schätzungen von 1982) ca. 1 Million DM kosten würde!

 

 

Nach einer Besichtigung des Jaspersberges, einem Informationsbesuch beim Aachener Landschaftsarchitekten Hallmann, der für die Rekultivierungspläne zuständig ist, nach der Analyse von Gutachten, Presseberichten und den Darstellungen des EBV und der Cortix sind wir der Meinung, dass, unter Abwägung der wirtschaftlichen, allgemeinen Interessen und der Anforderungen der Allgemeinheit an Natur und Landschaft, der Jaspersberg als zu erhaltendes, ökologisch und sozial wertvolles Gebiet dargestellt werden muss.

 

Der vorstehende Bericht ist als Dokumentation und als Beitrag zur Diskussion um den Jaspersberg zu verstehen. Die Projekt-Gruppe hat sich um sachliche Informationen bemüht. In den Artikel „Ökologische Bedeutung...“ sind auch persönliche Meinungen der Mitarbeiter eingeflossen. Es ist durchaus möglich, dass der Gruppe bei der Bearbeitung der Thematik der ein oder andere Fehler unterlaufen ist. Für diesen Fall bittet sie um korrigierende Mitteilungen.

 

© Gruppe Broichbachtal 1984 / 2001

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Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 18:

 

Laichgewässer im Alsdorfer Stadtgebiet (Dokumentation)

 

(Redaktion: Arnd Karden, Jochen Krämer und Wolfgang Voigt)

 

Auszüge (Internetversion 2003)

 

 

Vorwort

 

Erste Anregungen zur vorliegenden Dokumentation kamen 1984 vom Bauamt der Stadt Alsdorf. Seit Schaffung des neuen Umweltamtes (Leiter: Harald Richter) im Jahre 1985 nahm das Projekt konkretere Formen an.

Unsere Gruppe erfasste speziell stehende Gewässer, mit Ausnahme der bekannten Angelsportanlagen.

Eine Gesamt-Biotopkartierung soll letztlich eine Grundlage zukünftiger Stadtplanung sein; hierbei geht es aus Arten-, Biotop- und Naturschutzgründen auch um Biotop-Vernetzungen.

Gerade aus diesem Grund hält unsere Gruppe auch die Erfassung der verlorengegangenen Laichgewässer und Feuchtgebiete für notwendig, um eventuell Ersatz zu schaffen. ...

 

 

Biotop-Kartierung: Verluste

 

In diesem Abschnitt werden verlorengegangene Laichgebiete näher beschrieben.

Veröffentlicht wird nur ein Teil unserer jeweiligen Ermittlungen.

Wir bitten den Leser gegebenenfalls um Mitteilung weiterer Verluste sowie um Ergänzungen zu den erfassten Bereichen.

 

·        Duffesheide: Verlust durch die Anlage eines Hundevereins; vermutlich nach 1975 (?); ehemaliges Laichgebiet von Faden-Molchen

·        Duffesheide: Verlust durch die Baumaßnahmen am Sportplatz; um 1977/78; ehemaliges Laichgebiet von Faden-, Kamm- und Berg-Molchen

·        Ost: Verlust durch Bau eines Tennis-Platzes; auch ein danach bestehender Restgraben wurde wahrscheinlich mit Bauschutt verfüllt; 1983 (?); ehemals Amphibien vorhanden, genauer Besatz noch unbekannt

·        Blumenrath: Tümpel im Randbereich der Deponie SCHÖNMACKERS (ehemalige Grube DAVID); frühe Verfüllung mit Bauschutt; wann? (vergleiche folgenden Punkt!)

·        Blumenrath: Deponie SCHÖNMAAKERS; flächiges Laichgebiet, zahlreiche temporäre und perennierende Gewässer mit Kreuzkröte, Erdkröte, in der früheren Grube DAVID auch Teichmolch und eventuell anderen Amphibien; restverfüllt September/Oktober 1985

·        Ost: dauerfeuchte Stelle, wird ständig verfüllt, ist nach wie vor feucht; früherer Besatz ist sehr wahrscheinlich

·        Ost: heute Gewerbegebiet an der jetzigen Carl-Zeiss-Straße; vordem warmes Wasser von der Halde „Maria Hauptschacht“, nicht mehr seit Ende 60er / Anfang 70er (?) Jahre; sicher Kreuzkröte und vermutlich andere Amphibien

·        Ost: ehemaliger Tümpel; Trockenlegung (vergleiche vorige Maßnahme!)

·        „Maria Hauptschacht“: ehemaliger Tümpel am Osthang-Fuß der Halde; jetzt Kanaldeckel ersichtlich, nahezu trockengelegt; Besatz unbekannt, vermutlich aber ehemaliges Laichgewässer (siehe Nachbarbiotope!)

·        Blumenrath: Verlust durch Anlage des Sportplatzes; vor 1970 (?); Kreuzkröten vermutet, sonstiger Besatz unbekannt

·        Schaufenberg: ehemalige Feuchtwiese mit Spurrillen; jetzt verfüllt, momentan Brachgelände, als gewerbliches Baugelände ausgewiesen; ehemaliger Besatz: Kreuzkröten, sonstige unbekannt

·        Warden: ehemaliges Quellgebiet mit Tümpeln und Feuchtwiesen, jetzt Sportplatz; seit langer Zeit als Laichgebiet verloren

·        Blumenrath: Grube/Deponie KÖRFER, besetztes Kreuzkröten-Laichgewässer; verkippt am 19.10.85, trotz Vereinbarung zwischen der Stadt Alsdorf und dem Besitzer

·        Broichbachtal zwischen Forsthaus Kellersberg und Kranentalsmühle: intaktes Laichgebiet für Grasfrosch und Teichmolch; Verlust durch die Anlage von für Amphibien ungeeigneten Gewässern; Oktober/November 1985

·        Verluste durch Straßenbau an der Auffahrt zur A 44 und im Bereich L 240 / B 1 (Jülicher Straße)

 

 

Biotopkartierung: Bestehende bzw. potentielle Laichgebiete und –gewässer

 

Die erhaltenen, besetzten Laichgebiete bzw. –gewässer konzentrieren sich auf das Broichbachtal. Hier kommen allerdings hauptsächlich nur Grasfrösche und Teichmolche vor, an wenigen Stellen Erdkröten. Ein Teil des großen zusammenhängenden Laichgebietes wurde durch die Anlage künstlicher Gewässer zerstört (siehe oben!). 1984 erfolgte hier bereits eine vorbereitende Rodung. Nach Intervention Alsdorfer Naturschützer soll das Gelände vom Besitzer wieder als potentielles Laichgebiet hergerichtet werden.

Die Kreuzkröte findet man vorrangig in Sekundärbiotopen, das heißt anthropogenen Lebensräumen: Bergehalden Noppenberg und Maria Hauptschacht sowie dem noch vorhandenen, aber gefährdeten Bereich der Grube/Deponie KÖRFER bei Blumenrath. Durch Verkippung im oberen Bereich der Kiesgrube „Euchener Heid“ gingen 1985 Laichbedingungen für die Kreuzkröte verloren. (Hier gibt es aber noch im mittleren und unteren Bereich Geburtshelferkröte, Erdkröte, Grasfrosch und Teich-Molch.) Bis zur Verfüllung in diesem Jahr (1985) befand sich ein größeres Laichgebiet der Kreuzkröten auf der Bauschutt-Deponie SCHÖNMACKERS oberhalb Broicher Weiher. Initiativen unserer Gruppe zur Erhaltung des Gebietes waren wegen Rekultivierungsauflagen des RP Köln (Landwirtschaftsflächen) erfolglos. Die Bereiche KÖRFER und SCHÖNMACKERS müssen als größte zusammenhängende Laichgebiete der bedrohten Kreuzkröte im Stadtgebiet angesehen werden. Ein Verlust lässt sich durch Biotop-Neuplanung kaum kompensieren.

Im Senkungsgebiet an der B 221, nördlich des Nordfriedhofs ist der große Wasserbereich stark eutrophiert (Oktober 1985), was wohl auf die südlich gelegenen Landwirtschaftsflächen zurückzuführen ist. Allerdings bietet der Sumpfbereich (Weidendickicht mit Tümpeln) nördlich des alten Bahndamms Molchen, Kröten und Fröschen differenzierte Laichbedingungen. Trotz Ausschilderung („Naturdenkmal“) durch die Untere Landschaftsbehörde scheint das gesamte Gebiet noch nicht ausreichend gegen Freizeit-Aktivitäten gesichert zu sein.

Graben und Tümpel zwischen Schleibacher Hof und B 57 sind zwar potentielle Laichgewässer, jedoch sind auch diese wegen der Landwirtschaftsflächen im benachbarten Hangbereich ökologisch wertlos. An die Möglichkeit zur Laichbiotop-Gestaltung sollte aber bei dem geplanten Schleibach-Ausbau durch den Oberen Wurmverband gedacht werden.

Ähnliche Zusammenhänge treffen auf zahlreiche Senkungs- bzw. Überschwemmungsgebiete zu. ...

 

 

Sonstige bestehende Gewässer

 

Bei allen bestehenden Gewässer sind diejenigen in der Überzahl, die zum Freizeitsport und zur Erholung genutzt werden: Alsdorfer Weiher, Hundeweiher, Broicher Weiher und zahlreiche Fischteiche. Es ist bekannt, dass vor allem durch die Anlage von Angelsportgewässern wertvolle Biotopeigenschaften von Sumpfzonen verlorengegangen sind. Für unseren Zusammenhang sind diese bedeutungslos.

Die Klärteiche im Haldenbereich einschließlich der Polder sollten hier wegen enormer Belastung mit Schadstoffen momentan ebenfalls nicht zur Diskussion stehen.

 

 

Zusammenfassende Beurteilung

 

Die Zahl der verlorengegangenen Laichgebiete ist relativ hoch. Nimmt man hinzu, dass potentielle Laichbereiche durch Naherholung bzw. Sportausübung wegfallen, dass Laichplätze auf zukünftigen Rekultivierungsflächen nicht gesichert sind, dass bestehende Bereiche von Einflüssen durch Landwirtschaft, Verkehr, Naherholung und Versiegelung der Landschaft bedroht sind, - so scheinen die Zukunftsperspektiven wenig ermutigend. (Zudem haben sich unseres Erachtens bisherige Artenschutzmaßnahmen zu einseitig auf den Vogelschutz konzentriert.)

Es ist daher dringend erforderlich, den hier bearbeiteten Aspekt des Naturhaushaltes konsequenter zu verfolgen. Die Stadt Alsdorf hat, von ihrer Flächenstruktur her, hierfür nahezu optimale Möglichkeiten!

 

 

Anregungen zur Biotop-Vernetzung, besondere Hinweise

 

Vor allem die Verluste geben Hinweise darauf, wo die Neuanlage von Laichbereichen sinnvoll ist. Zwar ist eine ganze Reihe ehemaliger Laichgewässer durch Verkippung zwecks Baulandgewinnung etc. auf Dauer verlorengegangen, jedoch findet man oft in unmittelbarer Nachbarschaft noch Freiflächen, die zu überprüfen wären.

Im Zusammenhang mit Rekultivierungsflächen (Bergehalden, Deponien, Gruben...) sollte die Neuanlage grundsätzlich von vornherein in die Planung einbezogen werden. Allerdings sind hier Unverträglichkeiten wie Laichgewässer und Landwirtschaft bzw. (teilweise) Waldbestand zu beachten. Zudem erfordert die Rekultivierung im Sinne der Biotopvielfalt ein differenzierteres Relief als es die bisherigen ebenen Rekultivierungsflächen bieten. Zur Rekultivierung bzw. (besser:) Renaturierung anstehende Halden bieten in Teilbereichen bereits jetzt gute Voraussetzungen. Wie schon erwähnt, kommen aber bestehende Klärteiche nicht in Frage.

Es ist darauf zu achten, dass sich durch den Neubau von Straßen mittlerweile neue Probleme ergeben haben: sie durchschneiden Amphibien-Wanderwege. Die Biotopvernetzung über Grünschneisen ist daher besonders wichtig, auch, um für die Zukunft aufwändige Maßnahme wie die Anlage von „Krötentunneln“ und Errichtung von „Fangzäunen“ zu verringern oder gar zu vermeiden.

Hierfür bieten sich unter anderem stillgelegte Bahntrassen an. Bei der Gestaltung der Grünschneisen sollte man allerdings neben Vogelschutzgehölzen auch begleitende Gräben berücksichtigen. Am Bahndamm Nähe „Maria Hauptschacht“ staut sich übrigens bereits in weiten Bereichen Wasser.

Des weiteren wäre vor allem zu prüfen, welche potentiellen Laichgebiete sich im städtischen und welche sich im privaten Besitz befinden. In der Zukunft ist eventuell der Ankauf von Privatgelände (Überschwemmungsbereiche, Senkungsgebiete, etc.) zu erwägen, um eine Biotopgestaltung durchzuführen. Vielleicht sind Privatleute auch bereit, auf ihrem Grundstück solche Biotopanlagen herstellen zu lassen.

Ferner ist bei der Neuanlage z.B. von Fischteichen in potentiellen Laichbereichen eventuell eine Auflage zu erteilen, dass in unmittelbarer Nachbarschaft Laichtümpel angelegt werden.

Die Fortschreitende Störung und Zerstörung des Broichbachtales im Alsdorfer Stadtbereich erfordert unseres Erachtens die Unterschutzstellung eines noch intakten Teilbereiches. Für ein solches Naturschutzgebiet – es wäre das erste – bietet sich (neben dem in Aussicht genommenen „Jaspersberg“ und der nach wie vor diskutablen erweiterten „Ruhezone“) der Abschnitt zwischen Broicher Weiher und altem Bahndamm an.

 

 

© Gruppe Broichbachtal 1985 / 2003

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Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 19:

 

Renaturierung des Broichbachtales

- Utopie oder Notwendigkeit?

 

von Karl Gluth und Wolfgang Voigt

 

Internetversion 2003

 

Vorwort des Herausgebers

 

Die Sünden der Vergangenheit rächen sich: Flächenversiegelung bis an die Betonufer begradigter Fließgewässer ziehen alljährlich immer bedrohlichere Hochwasser-Situationen nach sich. Wo bisher keine Überbauung stattgefunden hat, bedrängen Forst- und Landwirtschaftsflächen sowie Sonderkulturen auf entwässerten oder verkippten, ehemaligen Auenbereichen die Bäche und Flüsse, verbunden mit der bekannten Problematik der Einschwemmung von Gülle, Düngemitteln und Bioziden. Vorbei ist es mit der Selbstreinigungskraft innerhalb ausgedehnter Schilfzonen und Auwälder. Verloren sind die natürlichen Rückhaltekapazitäten großzügiger Feuchtwiesen. Natürliche Mäander sind rar geworden, ihre Bremswirkung auf die Fließgeschwindigkeit nicht mehr gegeben.

Neben den angesprochenen Folgen (Hochwasser, „Umkippen“) zeugen vor allem die „Roten Listen“ von den Auswirkungen auf die ehemals intakten Ökosysteme: Rückgang unzähliger Pflanzen- und Tierarten in Feuchtgebieten.

Aus ökologischer Sicht liegt die Lösung der Probleme alleine in der umfangreichen Renaturierung der Bachläufe. Die oft geforderten künstlichen Rückhaltebecken kann nur jemand ernsthaft vertreten, dem es lediglich um den Schein-Schutz des Menschen geht, der zudem meint, der Naturhaushalt ist technisch zu regeln.

In diesem Kurzbericht soll gezeigt werden, welche Eingriffe das Broichbachtal in der Vergangenheit über sich ergehen lassen musste und welche Maßnahmen in der Zukunft angezeigt erscheinen, - auch, um die Hochwassergefährdung im Bereich des Wurm-Unterlaufes in den Griff zu bekommen, vor allem aber, um Mensch und Natur wieder einen existenzsichernden (Über-) Lebensraum zurückzugeben.

Wolfgang Voigt

 

Einleitung: Auwälder und Feuchtwiesen

 

Die Begleitflächen naturbelassener Bäche haben jungen Boden, der hauptsächlich aus angeschwemmten Material besteht. Wird dieser etwa 200 Tage im Jahr überflutet, so trägt er über natürliche Sukzession mit der Zeit einen reichen Silberweiden-Wald (Weichholzaue). Daran anschließend bildet sich die sogenannte Hartholzaue als Klimaxstadium, mit den Bestandsbildnern Eichen, Ulmen, Eschen und zahlreichen Straucharten. Wo es diese Waldarten noch gibt, findet man aufgrund ihrer vielfältigen Struktur die artenreichsten Lebensgemeinschaften Mitteleuropas.

Au- und sonstige Feucht-Wiesen sind bestimmt durch den Wechsel von vollständiger Überflutung und stellenweisem Trockenfallen. Auch hier ist die Artenvielfalt einzigartig.

 

 

Das Broichbachtal – früher und heute

 

In weiten Bereichen war der Broicher Bach (oder richtiger: Broichbach) bis etwa 1970 einer der letzten natürlichen Bäche im Aachener Raum. Charakteristisch waren Mäander-Bildung, Feuchtwiesen, Au- und Bruchwälder und Sumpfbereiche, gespeist von unzähligen Quellen, vor allem auch im Hangbereich des Tales.

Mit dem Planziel „Schnelles Abfließen von Hochwasser“ hat der Broichbach-Verband (später: Wasserverband Obere Wurm) in den 70iger Jahren die einschneidendsten Maßnahmen in das Ökosystem vollzogen: die Begradigung des Bach-Laufes.

Flankierend sind zahlreiche Verkippungen durch die Anlieger-Gemeinden (Würselen / Alsdorf / Herzogenrath) sowie private Grundstückbesitzer erfolgt. Die Flächenversiegelung ist immer näher an die Talaue herangerückt. Der Bau von Freizeitanlagen, Angelsportgewässern und Wegenetzen (zum Teil schon länger zurückliegend) hat ein übriges zur Zerstörung des Tales beigetragen.

Zudem wurde und wird der Bach als Vorfluter zur Abwasser-Abführung benutzt: ehemals zum Beispiel EBV-Wässer (Grube Maria Hauptschacht), heute vor allem aus dem Gewerbegebiet Kaninsberg (Aachener Kreuz in Würselen-Broichweiden) mit zwischengeschalteter Neuer Kläranlage Euchen.

Restflächen des ehemaligen Auwald-Bereiches bestehen unterhalb der Mariadorfer Angelteiche (Siefenbach-Tal) sowie beidseits des Alten Bahndammes in Alsdorf, außerdem im Naturschutzgebiet Herzogenrath. Ein letzter größerer Röhricht-Bestand ist in der sogenannten „Laache“ zu finden. Bezeichnend ist übrigens, dass gerade Teilbereiche dieser Natur-Relikte lange Zeit als mögliche Standorte für Rückhaltebecken (RHB) diskutiert worden sind.

 

 

Eingriffe in das Ökosystem Broichbach – Versuch einer Dokumentation

 

Anmerkung: Die nachfolgende Erfassung menschlicher Eingriffe zwischen Quelle und RHB Herzogenrath ist sicher nicht vollständig. Wir bitten daher die Leser um ergänzende und/oder korrigierende Hinweise.

 

1.    „In der Dell“ (Quelle bis Heilig Geist – Gymnasium): Verrohrung (Zeitpunkt unbekannt)

2.    „Broicher Bend“ (HGG bis Alte Kläranlage Broich): Weites, natürliches Tal mit Feuchtwiesen und Röhricht wird ab etwa 1975 mit Bauschutt, Sperrmüll und Lehm verkippt (im nördlichen Teil: Weideland ab 1985). Im Bereich Einlauf Kläranlage wird Klärschlamm deponiert, unmittelbar an der Kläranlage wiederum Bauschutt in Feuchtwiese eingebracht.

3.    Zwischen Alter Kläranlage Broich und Broicher Weiher wird etwa 1970 der Broichbach kanalisiert (weitgehend begradigt und beidseitig mit Kunst-Steinplatten ausgelegt).

4.    Der Bachlauf zwischen Broicher Mühle und Hundeweiher bleibt über weite Strecken naturnah. Allerdings sind hier land- und forstwirtschaftliche Maßnahmen sowie eine Angelteich-Anlage als beeinträchtigend zu werten. Vor dem Alten Bahndamm ist ein Maisfeld belastend für die Talaue. Im Bereich Kellersberger Mühle und Forsthaus Kellersberg kommt es zu Trockenlegungen, außerdem zur Verfüllung des alten Mühlen-Weihers. (Ebenfalls 1970 wird der gesamte Bachlauf zwischen Hundeweiher und RHB Herzogenrath begradigt und ausgemauert; die Sumpfzonen werden weitgehend zugekippt, zum Teil atypisch mit Koniferen aufgeforstet. Das Tal wird durch die Anlage von Spazier- („Wander“-) Wegen stark eingeengt. Akute Bedrohung ergibt sich aus der Planung von Schnellstraßen, die das Tal queren sollen.)

5.    Der Teilbereich Hundeweiher – Alsdorfer Kahnweiher wird 1982 durch den Bau der Tageserholungsanlage Alsdorf völlig verändert. Die Anzuchtteiche des Angelsportvereins liegen heute in ehemals intaktem Auwaldbereich. Die „Ausgleichsmaßnahme“ (sogenannte „Ruhezone“ an der TEA) kann derzeit nicht positiv gewertet werden, da es nach anfänglichen Erfolgen (zum Beispiel Eisvogel-Brut) letztlich nicht gelungen ist, diesen Bereich als tatsächliche Naturzone zu sichern.

6.    Im Abschnitt Alsdorfer Weiher – Winkensmühle („Tierpark und Umfeld“) ist neben Begradigung und Verfüllung die standortuntypische Anpflanzung von Birken und Fichten zu nennen. Die Angelteiche als Wasserflächen sind kein Ersatz für zerstörte Auenbereiche.

7.    Zwischen Römergasse und Brücke Ruif werden ausgedehnte Sumpfwiesen-Bereiche mit Bauschutt verfüllt (zwecks Viehweideland-Gewinnung). In einem Teilbereich wird hier 1983 eine Uferbefestigung in Form einer Steinmauer erstellt.

8.    Zwischen Brücke Ruif und RHB Herzogenrath wird im Zuge der Kanalverlegung ebenfalls eine Steinvermauerung gebaut. Am nördlichen Ufer oberhalb RHB ist ein weitläufiger Bereich mit Bauschutt verfüllt (Zeitpunkt?) und mit atypischem Fichten-/Pappel-Bestand aufgeforstet.

 

 

Antrag auf Renaturierung

 

Vom Deutschen Bund für Vogelschutz e.V., Kreisgruppe Aachen (jetzt: Naturschutzbund Deutschland, Kreisverband Aachen-Land e.V.) wird am 31. Januar 1988 ein Antrag auf Renaturierung des Broichbachtales an den Regierungspräsidenten Köln gestellt (Autor: KARL GLUTH). Die wesentlichen Punkte hieraus, ergänzt um Überlegungen der Gruppe Broichbachtal werden als Diskussionsgrundlage nachfolgend aufgeführt.

 

 

Anregungen und Vorschläge zur Renaturierung

 

1.    „In der Dell“: Hier ist die Verrohrung aufzuheben und dem Bach ein gewundenes Bett zu geben. Des weiteren ist eine Uferbepflanzung als Pufferzone gegenüber Landwirtschaftsflächen angezeigt. Je nach Geländeniveau können Feuchtwiesen sowie Laichgewässer angegliedert werden.

2.    „Broicher Bend“: Die Wiederherstellung des natürlichen Überschwemmungs-raumes ist durch Ausbaggern und Beseitigung des Abfallgutes nötig. Diese Retentionszone könnte wie früher ein bedeutendes Rückhaltevermögen leisten, wenn man bedenkt, dass allein der momentane Kippkörper die Ausmaße von etwa 150 x 30 x 3 Meter beträgt.

3.    Die mit Bauschutt verfüllte Feuchtwiese an der Alten Kläranlage Broich ist auszubaggern. Der Bach kann von der Brücke (Einlauf) her durch diesen Bereich ohne Schwierigkeiten in sein noch gut erkennbares altes Bett (Brücke Auslauf) geführt werden. Im weiteren Verlauf Richtung Broicher Weiher sind die Platten zu beseitigen und der Bach in eine mäandrierenden Hauptlauf zu bringen. Stellenweises Verbreitern des Bachbettes auf etwa 6 Meter, durch Kiesinseln und große Steinpackungen in mehrere Arme aufgeteilt, dient der Energievernichtung. Anlegen von vegetationsfreien Steilufern (Eisvogel!) und Tiefwasserzonen (Überlebensraum für Fische in Trockenzeiten) bieten sich hier an. Die sonstigen Uferbereiche sollten mit Erlen bepflanzt werden. Der Damm zum benachbarten Auwald ist zu erhalten. Der Hochwasserschutz der Broicher Mühle ist durch Neubau einer Brücke (Rohrerneuerung) notwendig. Die Renaturierung des Broicher Weihers ist anzustreben.

4.    Die Ausweisung von zusätzlichen Pufferzonen zu den Landwirtschaftsflächen sowie die Auflösung des Maisfeldes ist dringend erforderlich. Hier besteht eine natürliche Retentionszone, verstärkt durch die Stauwirkung des Bahndammes, welche eines technischen Ausbaues nicht bedarf! Im Bereich Kellersberger Forsthaus / Mühle kann die Wiese an der Dorfstraße als natürlicher Rückhaltebereich wiederhergestellt werden, wenn nicht gar die Aufhebung der Verkippungen (Trockenlegungsmaßnahmen) des Mühlweihers (und seines Umfeldes) zu fordern ist.

5.    Die Steinbefestigung ist hier zu beseitigen. Am nördlichen Ufer sind Mäander wiederherzustellen. Unterhalb des Hundeweiher-Auslaufes können teichähnliche Tiefenwasserzonen eine Optimierung bringen.

6.    Die Ausmauerung des Bachbettes ist aufzuheben; vor der Hängebrücke (Spielplatz) sollte eine Tiefenwasserzone mit Prallsteinen geschaffen werden. Auch hier muss das nördliche Ufer wieder Mäander erhalten. Die untypischen Birken und Fichten sind durch Weiden und Erlen zu ersetzen. – Zwischen Winkensmühle und Eingang Schlosspark Ottenfeld bietet sich die Gelegenheit, Bachschlingen in das südliche Ufer zu legen. Der Bach selbst ist durch große Steine in mehrere Arme aufzuteilen. – Im Bereich Schlosspark sind Optimierungen möglich: Zur Beseitigung des steilen Geländeeinschnittes sind Flachwasserzonen mit kleinen Wasserfällen erforderlich. Am unmittelbaren Fuß der jeweiligen Fälle können dagegen Tiefwasserabschnitte zur Energiedrosselung beitragen. Bei der Aufteilung des Baches sollten auch tote Arme berücksichtigt werden, welche sich nur bei Hochwasser füllen. – Zwischen Straße Duffesheide und Römergasse ist das Steinbett zu beseitigen. Die Bachsohle sollte angehoben werden. Zusätzliche Maßnahme ist die Anlage einer Tiefwasserzone 20 Meter westlich der Brücke von Duffesheide. Im Bachbett selbst werden größere Steine verteilt.

7.    Die Sumpfbereiche im nördlichen Bereich (gegenüber NSG) sind durch Ausbaggern wiederherzustellen. Das Bachbett ist zu erweitern, der Bachlauf in großzügigen Mäandern  mit Seitenarmen zu gestalten. Die Beseitigung der 1983 ausgeführten Uferbefestigung versteht sich von selbst.

8.    Auch hier ist die bei der Kanalverlegung angebrachte Steinvermauerung zu entfernen. – Im nördlichen Ufer kann der Bach ausgedehnte Mäander erhalten. Der auf Bauschuttverfüllung wachsende Fichten-/Pappel-Forst ist zu roden, das verkippte Material auszubaggern. Wir sind uns dessen bewusst, dass dies die unpopulärste Maßnahme sein wird! Allerdings tritt nach unserer Vorstellung an die Stelle eines ökologisch minderwertigen Forstes ein wertvolles Feuchtgebiet mit enormer Retentionswirkung: eine weitläufige, inselreiche Sumpfzone mit Auwaldbereichen und vielen toten Armen. Eine Kette mit Ton abgedichteter Tümpel sollte die Wässer der Hangquellen aufnehmen. Hier sind auch Steilwandbereiche möglich (Eisvogel/Uferschwalbe).

 

 

Vorteile der Renaturierung

 

Positive Ergebnisse der Renaturierungsmaßnahmen werden sein:

 

·        Wirksamer Hochwasserschutz ohne Gefährdung der bachabwärts gelegenen Auwaldbereiche, wie sie durch den Bau von künstlichen Rückhaltebecken gegeben wäre (ausbleibende Überflutung)

·        Neuschaffung von Feuchtgebieten als Biotop-Verbund für zahlreiche stark bedrohte Pflanzen- und Tierarten

·        Herabsetzung der enormen Wasserbelastung (Kreis Aachen ist Schlusslicht in der BRD!)

·        Verbesserung des Mikroklimas

·        Wiederherstellung bedeutender Landschaftselemente in der ansonsten an Naturräumen armen Bördenzone

·        Steigerung der Wohnraumqualität für die Menschen der Region (eingeschränkte Naherholung).

 

 

Schlussbemerkungen

 

Die in diesem Bericht wiedergegebenen Vorschläge entsprechen nicht den üblichen Vorstellungen von Wasserverbänden, was den naturnahen Bachausbau betrifft (Bach in Schleifen, aber ansonsten Befestigung mit Natursteinen).

Auch sind die Nebenbäche in jedem Fall mit einzubeziehen, zum Beispiel

·        Siefenbach (Aufhebung der Begradigung in Höhe Mariadorfer Angelteiche)

·        Euchener Bach (bisher verrohrt oder kanalisiert)

·        Schleibach (über weite Strecken verrohrt). ...

Werden die angeregten, umfangreichen Maßnahmen realisiert, dürfte sich der  Bau weiterer Rückhaltebecken erübrigen, zumal zum Beispiel die Angaben des zuständigen Wasserverbandes zum „Normal“-Einlauf am RHB Herzogenrath die Messergebnisse von Mitgliedern der DBV-Ortsgruppe Alsdorf (bei anhaltendem Regenwetter) um das 10fache übersteigen (1988)! Aber Rückhaltebecken werden ja auf ominöse Jahrhundert-Ereignisse hin konzipiert...

Die Finanzierung der Renaturierung ist ausreichend gesichert. Der Verzicht auf den Bau von RHB, die Tatsache, dass sich viele beanspruchte Flächen bereits im Besitz des Wasserverbandes befinden, sowie die öffentlichen Mittel, welche für derartige Maßnahmen zur Verfügung stehen, dürften den Kostenrahmen in erträglichen Grenzen halten.

Die Durchführung der Renaturierung sichert zudem auf Jahre hinaus im Revier dringend benötigte Arbeitsplätze.

 

Ist die Renaturierung des Broichbachtales wirklich utopisch?

Wir meinen: Nein! Sie ist eine unumgängliche Notwendigkeit! 

 

 

© Gruppe Broichbachtal 1988 / 2003

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Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 22:

 

1989: 10 Jahre Schulgarten am Alsdorfer Gymnasium

 

Auszüge (Internetversion 2003)

 

Am Anfang war die Idee (November 1977).

 

Dann war da die Grobplanung und die Abklärung der Realisationsmöglichkeiten (1978).

 

Endlich wurde begonnen:

Erster Schwerpunkt „sinnvolle Freizeitgestaltung“ (1979).

 

Mit der Zeit (1980 – 1987) wurde daraus alles andere als ein Garten im herkömmlichen Sinne,

nämlich:

Naturnahe Gestaltung des Schulgeländes (Ökologische Verbesserungen).

 

Seit 1987 sind die Ziele „Freizeitgestaltung“ und „Ökologie“ ergänzt:

Biologie-Unterricht im Freien.

 

...

 

Ein Stück Natur zurückgeholt

 

In diesem Abschnitt geht es um die Pflanzen des Schulgartens. Sie bilden gewissermaßen Fundament und Gerüst der Lebensräume für die heimische Tierwelt.

Die naheliegendste Lösung zur naturnahen Gestaltung wäre gewesen, die bestehende Eingrünung zu beseitigen, das Gelände zu modellieren, Bodenstrukturen besonderer Art zu schaffen (Kalk, Sand, Kies und Ton) und ansonsten abzuwarten, was sich in Sachen Pflanzenwuchs tut. Dies nimmt Zeit in Anspruch und erfordert eigentlich ein größeres Areal, als es an unserer Schule zur Verfügung stand. Wir entschieden uns daher neben Bodenstrukturänderungen für gezielte Bepflanzung, Einsaat beziehungsweise Umwandlung bestehenden Bewuchses. Allerdings wurde auch hierbei die vorhandene Begrünung (Rasen, Cotoneaster, Essigbäume...) in weitem Umfang sukzessiv beseitigt. Die übrige Baumbepflanzung blieb größtenteils erhalten, auch wenn neben Ahorn, Lärche und Kirsche einige „Exoten“ vorgefunden wurden. Wir haben dafür zahlreiche einheimische Arten zugepflanzt.

Bei der Auswahl von Blütenpflanzen, Farnen und Gräsern ist vieles, was nicht verbreitungsgetreu ist, aber die Flora der Jülicher Börde gäbe nicht allzu viel her, wenn man sich auf hier vorkommende Pflanzen beschränken wollte. Einheimisch sind dagegen (fast) alle, wenn man die mitteleuropäische Pflanzenwelt zugrunde legt. Die Gefahr der Auswilderung ist zudem durch die Lage des Schulgartens (umgeben von Gebäude-Trakten) nicht viel größer als bei jedem Hausgarten.

Insgesamt beherbergt der Schulgarten inzwischen über 300 Pflanzenarten. Ursprünglich gab es auf dem Gelände etwa 20 (die Rasengräser nicht mitgezählt).

 

...

 

Tiere als Indikatoren

 

Schon bald nach Gründung der Schulgartengruppe stand die ökologische Gestaltung des Geländes im Vordergrund und dies zu einer Zeit, in der es durchaus noch nicht „in“ war, naturnahe Gartengestaltung zu betreiben oder Biotope im Siedlungsbereich anzulegen, schon gar nicht an Schulen. Heutzutage gibt es eine regelrechte Schulgarten-Welle, leider nicht immer zum Nutzen der Natur.

An unserer Schule wurde bereits bei der Pflanzenauswahl an mögliche Nutznießer innerhalb der Fauna gedacht: Brut- und Versteckmöglichkeiten, Nährgehölze, Insektenblumen und so weiter. Die Gestaltung und Bepflanzung unseres „Schulgartens“ sind als Initialzündung zu verstehen. Einige Teilbereiche sind für die Spontanbesiedlung durch Pflanzen reserviert. Pflegemaßnahmen in diesen Bereichen (zum Beispiel Mähen) sollen nur eine Verbuschung verhindern, das heißt teilweise natürliche Sukzession gezielt aufhalten. Dies trifft auch auf das Begrenzen der Gewässer-Verlandung zu.

Der Erfolg solcher Maßnahmen insgesamt kann daran gemessen werden, wie das Gelände von der Tierwelt angenommen wird. Hierbei kann unsere Gruppe ein wenig stolz auf die Ergebnisse sein. Nachfolgend einige ausgewählte Belege. Eine vollständige Dokumentation der nachgewiesenen Tiere ist im Rahmen dieses Berichtes nicht möglich.

 

Tiere im Schulgarten

 

·        Säuger: Igel, Mauswiesel, Gartenspitzmaus, Maulwurf, Wildkaninchen, Eichhörnchen

·        Vögel, Nahrungsgäste: Bergfink, Großer Buntspecht, Schwanzmeise, Kleiber, Gartenbaumläufer, Ringeltaube, Hohltaube, Elster, Rabenkrähe, Krickente, Distelfink, Sperber, Turmfalke, Mehlschwalbe, Mauersegler, Hausrotschwanz (1984 auch Brutvogel!)

·        Vögel, Brutvögel: Haussperling, Blaumeise, Kohlmeise, Star, Bachstelze, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Heckenbraunelle, Buchfink, Türkentaube, Rotkehlchen, Amsel, Singdrossel, Zaunkönig, Grauschnäpper, Gartengrasmücke, Grünling, Hänfling, Stockente, Sumpfmeise, Ringeltaube

·        Reptilien: Blindschleiche

·        Amphibien: Erdkröte, Grasfrosch, Teichmolch, (1989 erstmalig:) Bergmolch

·        Wirbellose: Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Distelfalter, Feuerfalter, verschiedene Bläulinge; Honigbiene, Erdhummel, Steinhummel, Feldhummel; Marienkäfer-Arten, Gelbrandkäfer, Taumelkäfer; Rückenschwimmer, Wasserläufer, Wasserskorpion; Gemeiner Ohrwurm; Rosen-Gallwespe; Große Königslibelle, Grüne Mosaikjungfer, Blutrote Heidelibelle, Frühe Adonislibelle; Wasserassel, Steinläufer, Erdläufer, Saftkugler; Florfliege; Wasserspinne, Weberknecht, Gemeine Kreuzspinne, Baldachinspinne, Winkelspinne, Herbstspinne; Wegschnecke, Hain-Bänderschnecke, Spitzschlammschnecke, Posthornschnecke; Grauer und Grüner Süßwasserpolyp

 

Aktuelle Daten unter „Projekte“!

 

...

 

Die Schulgärtner

 

Die Gruppe „Schulgarten“ ist die älteste fachbezogene, freiwillige Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium der Stadt Alsdorf.

Außerhalb der Unterrichtszeit treffen sich die Mitarbeiter aus allen Jahrgangsstufen meistens am Dienstag-Nachmittag für etwa drei Stunden, betreut von sachkundigen Lehrkräften. Die Teilnahme muss nicht regelmäßig sein.

Bis zum Ende des Schuljahres 1988/89 haben 216 Schülerinnen und Schüler diese Chance zur sinnvollen, aktiven Freizeitgestaltung genutzt.

Zahlreiche Grillfeten, Erntedankfeste und Nikolausfeiern bringen den nötigen Ausgleich für harte Arbeit.

 

Helfer der Stunde Null: Pioniere im Schulgarten

 

(Es können nicht alle aufgeführt werden, die jemals mitgearbeitet haben. Daher diese Auswahl:)

 

Heike Heinrich, Claudia Majewski, Marion Prömpers, Birgit Lenzen, Marita Lischewski, Marga Beckers, Katharina Holhorst, Heike Ruland, Anette Sachse, Birgit Schaffrath, Stefan Macko, Werner Kirfel, Hermann Lesmeister, Frank Neuhaus, Markus Rübben, Manfred Mierau, Günther Feyerl, Frank Bärmann, Hardy Gluth, Guido Zabka, Hartmut Fehr, Josef Hummel, Jürgen Klekers, Stefan Ziegenbalg, Norbert Mingers, Jürgen Kracht, Jürgen Schimske, Stephan Backhaus, Robert Horres, Arno Schildgen, Harald Graf, Georg Helpenstein-Michels, Franz-Josef Golembecki, Achim Orth, Jürgen Witte, Stefan Jockenhövel, Joachim Maaßen, Frank Schleibach, Eckhard Karden, Ernst Schaffrath, Thomas Knipprath, Achim Speer, Oliver Kemmer und Rüdiger Hermann

 

...

 

Statistik 1979 bis 1989

 

168 Arbeitstage / 536 Arbeitsstunden / 216 Mitarbeiter / (wichtig:) 17 Grillfeten !

 

Weitere Informationen gibt es unter „Chronik“, „Fotoalbum“, „Projekte“ und „Wir über uns“

 

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aus: Festschrift „75 Jahre Gymnasium der Stadt Alsdorf 1914 – 1989“

 

Gedankensprünge in Grün

 

von Wolfgang Voigt

 

Lautloses Geläute der Glöckchen im Schnee, leuchtende Tupfer aus Krokusbunt.

Sattes Grün und spektrale Farben, Insektengetümmel und Vogelgezwitscher.

Gelb-Rot-Mosaik und Silberfäden, Blättergeriesel und ächzendes Holz.

Glitzerndes Kristallweiß in welkendem Gras.

 

Hier gibt es sie noch, die Jahreszeiten, - im Schulgarten.

 

Wie bitte? Garten? In einem ordentlichen Garten hat sich das Auge zu langweilen, Tag für Tag, Jahr für Jahr: immerwährendes Architektengrün aus Golfrasen, Cotoneaster, Sitkafichte und Lebensbaum!

 

Es ist schon seltsam. Durch die geöffneten Fenster strömt betörendes Duftgemisch aus Minze, Thymian und Lavendel ins Lehrerzimmer. Niemand registriert dies. Schulkonferenz ist angesagt. Kein Platz für Sentimentalitäten.

 

Primitive Instinktwesen sind’s, welche das Paradies dahinten lieben:

 

Pfauenaugen gaukeln über die Margaritenwiese. Hummeln und Wildbienen schlüpfen in Salbeiblüten und schlürfen süßen Nektar. Mit beunruhigender Geduld wickelt die Kreuzspinne den Kohlweißling auf Vorrat ein. Blaumeisen huschen durchs Geäst und bereiten Insektenspieße für die Kleinen. Der Grauschnäpper spielt sein monotones Spiel: Starten, Fangen, Landen ... Starten, Fangen, Landen ...

 

Die Erdkröte döst in der feuchten Höhle. Einen Schritt weiter spielt sich ein Drama ab: Eine Gelbrandkäferlarve schlägt ihre Klauen in eine Kaulquappe. Lautlos. Und der Wind singt im Schilf. Die Königslibelle surrt vorbei ...

 

Unruhe bei den Ringeltauben. Der Turmfalke schaut herein, gleitet übers Dach. Die Spitzmäuse streiten sich pfeifend weiter, sie haben nichts mitgekriegt. Familie Igel verschläft unter dem Haufen aus Laub und totem Holz eh’ den Tag. Für das Mauswiesel in der Steinburg hat der Wecker auch noch nicht geklingelt.

 

Hin und wieder vernimmt man fremde Geräusche. Mitten im Brennesselgestrüpp Getuschel und Bleistiftgekratze. Lupenbewaffnete Augen untersuchen Raupenmonster.

 

Zum Kuckuck noch ’mal, wir brauchen diese Wildnis, - nicht nur im Schulgarten.

 

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aus (und nach) Berichte der Gruppe Broichbachtal Nr. 23:

 

 

Die Sache mit den Ginkgos

 

 

Am 21. September 1989 kommt es zu einem Vorgespräch der Gruppe Broichbachtal mit Vertretern von DR. WILLMAR SCHWABE ARZNEIMITTEL zu für den Oktober geplanten Pflanzungen von zwei Ginkgo-Bäumen auf dem Schulgelände.

Diese erfolgen am 28. Oktober durch die Baumpaten Dr. Leo Hansen und Dr. Karl-Heinz Möller sowie den Leiter der Gruppe Broichbachtal Wolfgang Voigt.

In dem Bericht 23 „Gruppe Broichbachtal – Bilanz in Sachen Naturschutz“ heißt es hierzu:

 

Für alle, die sich fragen, wie eine Naturschutzgruppe sich für die Pflanzung von „Exoten“ engagieren kann, nachfolgend der Text der Informationstafel:

 

„GINKGO BILOBA – ein lebendes Fossil aus Ostasien

 

Die Ursprünge der Ginkgogewächse liegen vor etwa 280 Millionen Jahren, also am Ende der Steinkohlenzeit (Karbon). Ein  naher Verwandter der heute lebenden Art läßt sich immerhin 150 Millionen Jahre zurückdatieren.

Ginkgo biloba hat als alleiniger Vertreter der ehemals großen Pflanzenfamilie die zahlreichen Natur-Katastrophen in der Erdgeschichte überstanden und als einziges Lebewesen den Atomblitz von Hiroshima überlebt.

Die Resistenz gegen Viren, Bakterien, Pilze und schädliche Umwelteinflüsse bis hin zu Autoabgasen gibt der Forschung noch manche Rätsel auf. Es gehört zum zwiespältigen Umgang des modernen Menschen mit Natur und Umwelt, Ginkgo biloba aus diesem Grund zum Straßenbaum zu degradieren.

 

Seit alters her werden Wirkstoffe des Baumes medizinisch genutzt. Die moderne Pharmazie entdeckt sie wieder und entwickelt die Anwendungsmöglichkeiten weiter:

Hoffnung für den Fortbestand der Menschheit ?

W. Voigt“

 

Mehr über Ginkgos gibt es hier !

 

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aus Berichte der Gruppe Broichbachtal Nr. 26:

 

Plakataktion 1990: Jetzt schlägt’s 13

 

 

 

NEUE WOCHE vom 11.4.1990:

Wolfgang Voigt, Nicole Plum, Holger Benend und Norbert Schwankhaus (v.l.)

 

 

***

 

 

 

***

 

Lieblingsspruch mancher Politiker:

„Zuerst kommt der Mensch und dann die Natur!“

Geht es wirklich um den Menschen oder die Natur

oder was?

 

Wir meinen:

Da ist bald die Luft raus!

Oder ist sie es schon?

 

 

 

***

 

Wir stellen vor:

 

Die andere Version vom ökologischen Gleichgewicht!

 

(Bedürfen Sex-Symbol Auto und fiebernde Erde

noch einer Interpretation?)

 

 

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Innovation = Erneuerung

(Lieblingsvokabel fortschrittlicher Politiker)

 

Ist beim „innovativen“ Gewerbepark wohl anders gemeint

als hier, - oder?

 

 

***

 

Wir brauchen keinen Umwelt-Engel,

der das Gewissen beruhigt.

Ein Umwelt-Teufel müsste her!

(Leider nicht realisierbar!)

 

 

***

 

OHNE WORTE!

... bis auf: LEIHFLASCHE

(PVC ist ja wohl keines)

 

 

***

 

Unter Einsatz von Kunstdünger und Bioziden

überproduziertes Obst und Gemüse

landet auf der Kippe,

- muss das sein?

 

 

 

© Gruppe Broichbachtal 1990 / 2001

 

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Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 27

 

Streuobstwiesen (Kurzinformation)

 

Internetversion

 

von Wolfgang Voigt

 

 

Einleitung

 

Obstwiesen sind seit dem Mittelalter Bestandteil der Kulturlandschaft, zu finden als breiter Grüngürtel um die Ortschaften.

 

Obstwiesen gehören zu den Beispielen für sogenannte Sekundärbiotope (Lebensraum aus zweiter Hand), vom Menschen zum Eigenzweck geschaffen, von der Natur mit der Zeit erobert.

Obstwiesen haben sich bei der zunehmenden Zersiedelung und Versiegelung der freien Landschaften zu wichtigen Refugien (Rückzugsgebieten) für bedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickelt, heute vergleichbar Garten- und Parkanlagen, Brachflächen, aufgelassenen Sand-, Kies- und Tongruben, Steinbrüchen, Halden und anderen anthropogenen Biotopen.

 

Wo die Obstbestände entfernt von Ortschaften über die Landschaft verteilt vorkommen, spricht man von Streuobstwiesen. (Andere Worterklärung: Das in den Wiesen geerntete Heu wird als Einstreu in den Ställen verwendet.) Sie sind überlebenssichernde Trittsteine für Fauna und Flora im Sinne der Biotop-Vernetzung.

 

Obstwiesen sind auch ein Beispiel für bedrohten Lebensraum, bedroht vor allem durch ökonomisch bestimmte Strategien-

 

Im vorliegenden Bericht sollen in kurzer Darstellung die ökologische Bedeutung, die Ursachen für den Rückgang und die Zukunftsperspektiven dieser Lebensräume beleuchtet werden.

 

 

Historisches

 

Die Wildformen unserer Obstbäume (Holzapfel, Holzbirne, Vogelkirsche und Wildzwetschge) stammen aus dem östlichen Mittelmeergebiet. In Mitteleuropa findet man sie seit der Jungsteinzeit (Zeit der Pfahlbauer). Griechen und Römer kultivierten und züchteten Pflanzen, welche sich bereits durch große und saftige Früchte auszeichneten. Im Mittelalter besorgten dies vor allem die Mönche in den Klöstern. Damals standen die Bäume allerdings noch in umfriedeten Gärten. im 14. und 15. Jahrhundert wurden dann erste „Bomgarten“ am Rande der Dörfer angepflanzt. Die Nähe zum Siedlungsbereich ist wohl so zu erklären, dass die Hochstammbäume im Grünland zunächst dem Zwecke der Selbstversorgung dienten. Gleichzeitig war in den Flächen die Beweidung der Wiesen möglich, die Bäume spendeten Schatten für das Vieh. Schnell wurden weitere Vorteile wie Windschutzfunktion, Kleinklimaverbesserung und Erosionsschutz erkannt. Durch den jährlich notwendigen Pflegeschnitt fiel Brenn- und Schnitzholz an.

 

Lange Zeit war diese Form des Obstanbaus, die auf jede intensive Pflege verzichtete, so lukrativ, dass über die Eigennutzung hinaus ein ausgedehnter Markt erschlossen werden konnte.

 

Obstwiesen wurden zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für viele Klein- und Mittelbetriebe, welche Saft herstellten und in umweltfreundliche Leihflaschen abfüllten.

 

Überall, wo die durchschnittliche Jahres-Niederschlagsmenge um 700 mm lag oder der Grundwasserstand entsprechend hoch ar, gediehen diese Obstwiesen so vorzüglich, dass sie, vor allem am Fuße der Mittelgebirge, zu einem prägenden Element der Kulturlandschaft wurden.

 

 

Ursachen für den Rückgang

 

Europaweit gehen die Obstwiesen-Bestände seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts dramatisch zurück.

 

Moderne Obstanbau-Methoden wurden zunehmend gefördert. Es gab sogar öffentliche Gelder für Obstwiesen-Rodungen, um die „minderwertigen“ Früchte vom Markt zu drängen. Folge war aber auch, dass die Besitzer eine wirtschaftliche Nutzung nicht mehr anstrebten, wodurch die Pflege und die rechtzeitige Nachpflanzung zwecks Verjüngung nicht mehr durchgeführt wurden.

 

Wo Obstwiesen nicht durch Landwirtschaftsflächen ersetzt wurden, gerieten sie als „Unland“ immer mehr in die Kalkulation von Städteplanern, Verkehrsstrategen und Flurbereinigern.

 

Dem Versuch, der sogenannten Landflucht de Ausweisung von Industriegeländen und Gewerbegebieten entgegenzusetzen, wurden zahlreiche gewachsene Grüngürtel in Ortsnähe geopfert.

 

Auch die Expansion der Siedlungen in die Randbereiche hinein („Bauen auf der grünen Wiese“) ist Ursache für den Rückgang der Obstwiesenbestände.

 

Vor allem für Ortsumgehungen wurden und werden viele dieser Lebensräume beseitigt, unter dem Aspekt der sogenannten Wohnumfeld-„Verbesserung“.

 

Obwohl nicht nur von Naturschützern die ökologische Bedeutung erkannt ist, obwohl bis hin zu Umweltministerien der Erhalt gefordert und gelegentlich sogar gefördert wird, überziehen nach wie vor kommunale Bebauungspläne diese schützenswerte Bereich, als wären sie nicht vorhanden.

 

 

Ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen

 

In den Obstweisen leben bis zu 1.000 Arten von Gliedertieren, angeführt von der großen Gruppe der Insekten, gefolgt von den Spinnen. Dem Gartenfreund wird ob dieser Zahl angst und bange. Ihm sei verraten, dass zum Beispiel den 300 Arten, welche auf den Apfelbaum spezialisiert und damit größtenteils sogenannte „Schädlinge“ sind, über 400 natürliche Feinde entgegenstehen., jeweils zur Hälfte unmittelbare Vertilger oder Parasiten (Schmarotzer). Dies ist der Grund dafür, dass Obstwiesen früh zum Forschungsobjekt der biologischen Schädlingsbekämpfung geworden sind. Hier findet man ein klassisches Beispiel für die Selbstregulation innerhalb der Tierwelt, sozusagen vor der Haustüre.

 

Bei der Artenvielfalt innerhalb der Wirbellosen verwundert es nicht, dass auch zahlreiche Wirbeltier, allen voran die Vögel, hier ihren Nahrungs- und überwiegend auch Brutraum haben.

 

An einigen ausgewählten Beispielen soll im folgenden die Vernetzung der Arten angesprochen werden.

 

 

Fauna der Streuobstwiesen (Tierwelt)

 

Wenn auch eine Verjüngung der Obstbaumbestände gelegentlich angezeigt erscheint, so sollten doch einige vergreiste Exemplare möglichst lange stehen bleiben: Hier zimmern Spechtarten ihre Wohnstuben, indem sie Höhlen in die morschen Stämme meißeln. Werden diese später verlassen, so profitieren davon Baumfledermäuse und Sekundär-Höhlenbrüter.

 

Hohlräume, welche sich an ausfaulenden Schnittstellen bilden, bieten dem 22 Zentimeter kleinen Steinkauz Wohnraum. Auch die Freibrüter finden gute Deckung im dichten Laubwerk der Hochstämme.

 

Wird höchstens zweimal im Jahr die Wiese zwecks Heugewinnung gemäht (fette Wiese: Juni und vor der Ernte; magere Wiese: Juni/Juli), haben auch Bodenbrüter wie Goldammer und Baumpieper Brutnischen.

 

Anders als im Wald fehlt in den Obstwiesen eine Strauchschicht, weswegen die Bäume einen optimalen Ansitzplatz für Mäusebussard und Rotkopfwürger bieten. Hier wie dort suchen Gartenbaumläufer die rissige Borke nach Kerbtieren ab, Meisen klettern durch das Geäst und sammeln Blattkäfer und Raupen.

 

Währen die Blüten im Frühjahr eine reiche Bienenweide darstellen, sind die Früchte Nahrungsgrundlage für Raupen und Maden, welche wiederum durch Larven von Schlupfwespen von innen leergefressen werden.

 

Wo abgeschnittene Äste aufgehäuft werden, stellt sich der Igel ein. Er dehnt, wie andere „Nützlinge“, seine Streifzüge auch in umliegende Landwirtschaftsflächen aus. Gartenschläfer und Marder sind im Kronenbereich anzutreffen.

 

 

Flora der Streuobstweisen (Pflanzenwelt)

 

Die Entwicklung der Flora hängt in erster Linie von der Art der Wiesennutzung ab. Dient die Fläche auch der Heugewinnung, so kann sich mit der Zeit eine reichhaltige Wildblumenwiese entwickeln, je nach Boden und Wasserführung sogar durchmischt mit seltenen, bedrohten Arten. Blütenreiche Magerwiesen und artenreiche Glatthaferwiesen sind am weitesten verbreitet.

 

Die echten Raritäten in diesem Lebensraum sind allerdings eher unscheinbar: seltene Baumflechten (Krusten- und Blattflechten), welche auf der Rinde siedeln und nach etwa 10 bis 20 Jahren ihr bestes Wuchsstadium erreichen.

 

Eine weitere bedrohte Art, die hier vorkommt, ist die Mistel, ein epiphytischer Halbschmarotzer, welcher auf den Bäumen sitzt und mit Senkwurzeln deren Leitgefäße anzapft. Andernorts wird ihr Wachstum daher aus forstwirtschaftlichen oder anderen Nutzungsgründen meist verhindert.

 

 

Lebensraum mit Zukunft?

 

Vor allem wegen der ökologischen Bedeutung der Obstwiesen müssen letzte Restbestände unbedingt erhalten und durch Pflege und Zupflanzung revitalisiert werden. Hier sind der ehrenamtliche Naturschutz, aber auch Behörden und Kommunalverwaltungen gefordert.

 

Jeder Bürger kann zur Erhaltung dieser Lebensräume durch Änderung seiner Konsum-Gewohnheiten beitragen:

 

Verminderter Verzehr exotischer Früchte und Süß-Getränke, gezielter Kauf von Säften aus Keltereien, Verzicht auf Tafelobst aus Plantagen, Bevorzugung der Sorten aus Streuobstwiesen.

 

Die Aktion der Naturschutzjugend im NABU („Mosttrinker sind Naturschützer“) ist ebenfalls ein Weg in diese Richtung. Schließlich gehören „Moschd“, „Äppelwoi“ und Cidre längst nicht mehr nur zu regionalspezifischer Trinkkultur. Verkaufsaktionen von Früchten aus Streuobstwiesen (BUND Alsdorf) können Verbraucher vom Wohlgeschmack überzeugen helfen.

 

Sollte eine Verhaltensänderung bei den Konsumenten möglich sein, macht die Neuanlage von Streuobstwiesen auch aus ökologischen Gründen (wieder) Sinn.

 

Im Rahmen der „IV. Alsdorfer Naturschutztage“ sollte diesbezüglich 1990 ein Neuanfang versucht werden...

 

 

 

 

 

© Gruppe Broichbachtal 1990 / 2001

 

Informationen zu Streuobstwiesen im Aachener Raum gibt es hier.

 

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Berichte der Gruppe Broichbachtal, Nr. 39

 

Freizeitdruck im Broichbachtal

 

Internetversion

 

von Wolfgang Voigt

 

Ein sonniger, warmer Frühlingstag. 24 OC ! Die Tageserholungsanlage Alsdorf quillt über. Laut Umweltbericht der Stadt Alsdorf verbringen hier oft mehr als 6.000 Besucher ihre Wochenend-Freizeit. Wörtlich heißt es in dem Bericht:

„Die Tageserholungsanlage (TEA) bietet vielfältige Erholungsmöglichkeiten und zahlreiche Anziehungspunkte. Sie umfasst:

Damit stellt sie sowohl für Familien mit Kindern als auch für ältere Mitbürger, sowohl für Jugendliche als auch für die mittlere Generation Angebote zur aktiven und passiven Erholung bereit. ...

Durch die Konzentration der Anziehungspunkte in diesem Bereich wird gleichzeitig das restliche Broichtal entlastet.“

Leider ist das Letztere überhaupt nicht zutreffend, wie wir gerade heute bei unserer Wanderung feststellen müssen. Zahlreiche Verstöße gegen das Landschafts- bzw. Naturschutzgesetz (vielleicht auch nur gegen den gesunden Menschenverstand) lassen den eigentlichen Zweck unserer Veranstaltung in den Hintergrund treten. So wird in diesem Bericht auch mehr von „schrägen Vögeln“ im Sinne von Freizeit-„Tätern“ die Rede sein als von den Vögeln, die hier im Tal eine der wenigen Zufluchtstätten in der aisgeräumten Landschaft finden sollten. Die Arten registrieren wir nebenher (siehe Liste am Ende!), - zu häufig müssen wir heute jemanden ansprechen und aufzuklären versuchen. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich.

Der Alsdorfer Weiher ist im hinteren Teil für Schwimmer und Bootfahrer gesperrt. Das hat seinen Grund. Ein Schilfgürtelrest wird von verschiedenen wassergebundenen Vogelarten gerne als Brutraum genutzt. So hat zum Beispiel der Haubentaucher 1985 bis 1988 hier mit Erfolg gebrütet. 1992 ist ein erneuter Versuch gescheitert: zu viel Rummel an warmen Tagen, von denen es in diesem Jahr schon genug gegeben hat. Auch hat man im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wieder Angelsportler zur Balzzeit im Schilfbereich gesehen. Heute schwimmen zwei junge Männer durch das Schilf. Freier Eintritt im Naturschwimmbad! Wenige Meter vom offiziellen Freibad entfernt. Offenbar stört sich keiner daran...

Auch im Broicher Weiher wird geschwommen: Drei Jungens – wie wir erfahren aus der Blumenrather Siedlung – sind in Badezeug geschlüpft und veranstalten in der Bucht am Damm ein Riesenspektakel. Als wir sie darauf aufmerksam machen, dass sie mitten im Naturschutzgebiet baden, machen sie betroffene Gesichter. Offenbar haben sie nichts davon gewusst. Wie auch?! Noch immer lassen die vom Kreis Aachen zugesagten Hinweisschilder auf sich warten!

Zwei Hundebesitzer lassen zu derselben Zeit an demselben Ort ihre Vierbeiner durchs Wasser toben. Eine Stockente führt Junge und sucht panisch das Weite. Mit frechen Sprüchen weisen die „Herrchen“ einen Verstoß gegen das Naturschutzgesetz weit von sich und meinen, wir sollten den Reitern erst einmal das Reiten untersagen. Tatsächlich – wir trauen unseren Augen kaum – treiben zwei Damen im Sattel ihre Reittiere in den Weiher. Wir sollten bei der Hitze auch einmal an die armen Pferde denken, die Tiere hätten eine Abkühlung dringend nötig!

Die Kette der Angler am Südufer nimmt sich dagegen fast friedlich aus...

Oberhalb Broicher Weiher erstreckt sich ein ehemals bewaldeter Sandhang. Seit langem dient er als Abenteuer-Spielplatz, so dass die fortschreitende Erosion nicht sonderlich verwundert. Mancher Gartenbesitzer hat den Sandkasten der lieben Kleinen mit Material von hier befüllt. Mittlerweile ist dieser Steilhang Risiko-Gelände für Mountain-Biker geworden. Auch der junge Herzogenrather, den wir hier ansprechen, lobt das „irre feeling“ in den höchsten Tönen, das er beim Hinabstürzen mit dem Rad empfindet. Nach unserem Hinweis auf Naturschutz beklagt er, das es nirgends Übungsgelände gibt, wo nicht irgendetwas verboten sei. Wahrscheinlich hat er diesbezüglich recht. Die Frage bleibt, ob die Freizeit-Industrie auf dem richtigen Wege ist...

Vorschriftsmäßig mit eingeschalteten Scheinwerfern kommt uns eingangs Siefenbachtal ein mit zwei Mann besetztes Motorrad entgegengedonnert. Wir stoppen die Zwei und machen sie auf das Fahrverbot im Broichbachtal aufmerksam. Warum sie das Verbotsschild an den Mariadorfer Angelteichen nicht beachtet haben, wohin sie wollen, das sagen sie uns nicht. Allerdings schieben sie ihre schwere Maschine an der alten Kläranlage vorbei Richtung Kloster Broich, nachdem wir ihnen erklärt haben, wie sie aus dem Tal hinaus auf befahrbare Straßen kommen...

Da gibt es am Regenrückhaltebecken Euchen einen Schotterparkplatz, weit und geräumig, Stellplätze für etliche Autos. Der Platz ist heute unbesetzt. Ein paar Meter weiter im Gebüsch und inmitten von Wildkräutern steht ein schwarzer Jeep mit rotüberklebten Überrollbügeln. Derartige geländegängige Fahrzeuge kann man einfach nicht ordnungsgemäß abstellen! Dass die Besitzer, ein älteres Paar – beide können vor „Kraft“ kaum laufen – bei ihrer Rückkehr einen glitschnassen Schäferhund mit sich führen, wundert keinen von uns. Auch ihre Reaktion (Was geht euch ........... das überhaupt an?) passt ins Bild.

Wir erinnern uns an das Zitat vom Anfang:

„Durch die Konzentration der Anziehungspunkte ... wird ... das restliche Broichtal entlastet.“

Wen es verwundert, dass wir am heutigen Tage nach allen Vorkommnissen noch so viele Vogelarten vorfinden, dem sei gesagt: Wahrscheinlich wären es viel mehr, wenn...

 

 

Vogelliste vom 16.5.1992:

 

Graureiher, Stockente, Krickente, Mandarinente, Mäusebussard, Sperber, Turmfalke, Fasan, Teichralle, Bläßralle, Hohltaube, Ringeltaube, Turteltaube, Türkentaube, Mauersegler, Grünspecht, Buntspecht, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Rabenkrähe, Dohle, Elster, Eichelhäher, Kohlmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Schwanzmeise, Kleiber, Gartenbaumläufer, Zaunkönig, Misteldrossel, Singdrossel, Amsel, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Zilpzalp, Fitis, Wallaubsänger, Heckenbraunelle, Bachstelze, Gebirgsstelze, Star, Kernbeißer, Grünling, Buchfink, Goldammer, Haussperling, Feldsperling

 

(Anmerkung: Dieser Bericht gibt die Ergebnisse der Mai-Exkursion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wir wandern durch das Jahr“ wieder.)

 

© Gruppe Broichbachtal 1992 / 2003

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Chronik (1977 – 2002):

„25 Jahre Naturschutz

am Gymnasium der Stadt Alsdorf“

(siehe auch: „Wir über uns“ !)                                           

 

 

 

6./7.10.1977

 

 

Erstplanung eines Schulgartens durch Wolfgang Voigt

 

1978

 

 

Erörterung des Projektes „Schulgarten“ vor dem kleinen Schulausschuss der Stadt Alsdorf (Wolfgang Voigt); Genehmigung durch die Stadt Alsdorf („freie Gestaltung“)

Ist-Zustand des zukünftigen Bereiches: Rasenfläche mit Randbepflanzung (Bäume, Cotoneaster) bzw. Platten-Versiegelung im ausgesuchten Teichgelände

 

 

26.3.1979

 

1979

 

 

Erster Arbeitstermin für die Gruppe „Schulgarten“

 

Anlage von Plattenwegen, Modellierung des Geländes, erste Pflanzungen, Entfernung exotischer Sträucher

 

Erste Ausschachtungsarbeiten im Schulteichgelände

 

 

1980

 

 

Weitere Gestaltungen im Schulgarten-Gelände; Aussaaten und Pflanzungen

Errichtung einer Open-air-Klasse (Einweihung anlässlich des Wandertags am 3.9.)

 

 

1981

 

 

Weitere Ausschachtungsarbeiten am zukünftigen Schulteich

 

Geräte- und Aufenthaltsraum für die Gruppe hergerichtet

 

Open-air-Klasse wird nach den Sommerferien zerstört vorgefunden (keine Erneuerung der Anlage vorgesehen)

 

 

1982

 

 

Gründung der Gruppe „Broichbachtal“

 

Ausschachtungsarbeiten am Teich beendet

 

Errichtung eines Kompostplatzes

 

 

1982 –1983

 

 

Betreuung und Erforschung der sogenannten „Ruhezone“ an der TEA Broichbachtal in Alsdorf

 

 

1983/1984

 

 

Endgültige Anlage des Schulteichs (Leitung: Helmut Hambücken): Profil feinmodelliert, Folie verlegt, Teich geflutet; nach den Weihnachtsferien wird der Teich leer vorgefunden (mutwillige Zerstörung der Folie, die daraufhin bis zum 6. April zwischen zwei Klatschbeton-Schichten gelegt wird)

 

 

1984

 

Biotopplanungen für die Stadtverwaltung 

 

Erster Preis beim bundesweit ausgeschriebenen „Schüler-Wettbewerb Umweltschutz ‚84“ für die Planung „Laichgewässer bei Broich“

 

Erstellung des Schulgarten-Grills durch eine Projektgruppe unter Leitung von Helmut Hambücken

 

Planung zur Brunnenhof-Gestaltung (Wolfgang Niehoff / Karlheinz Schuster / Reinhild Treis /Wolfgang Voigt)

 

 

1985

 

Broschüre „Fassadenbegrünung

 

Brunnenhof-Gestaltung und –Bepflanzung (Leitung: Wolfgang Niehoff / Karlheinz Schuster / Wolfgang Voigt)

 

Nistkasten-Aktion auf dem Schulgelände (vorher: Antrag an das Schulamt auf Anschaffung von künstlichen Nisthöhlen)

 

Dokumentation „Laichgewässer in Alsdorf“ für das Umweltamt der Stadt

 

Anlage von Laichgewässern im Rückhaltebecken Warden (zusammen mit: Deutscher Bund für Vogelschutz e.V., Ortsgruppe Alsdorf, heute: Naturschutzbund Deutschland, NABU)

 

Auf Antrag der Gruppe „Schulgarten“ baut die Stadt Alsdorf im Dezember eine Außentreppe zum naturnahen Teil des Schulgeländes.

 

 

1986

 

Fusion der Gruppe „Schulgarten“ und der Gruppe „Broichbachtal“ im Januar

 

Bürgerantrag „Ökologische Verbesserungen in der TEA Broichbachtal

 

Pflanzaktion am Rückhaltebecken Warden (zusammen mit BUND und DBV)

 

Dokumentation „Fauna und Flora des Oberen Broichbachtales (Alsdorfer Stadtgebiet)“, in Zusammenarbeit mit der DBV-Ortsgruppe

 

 

1987

 

Anlage von zwei Laichtümpeln auf dem Schulgelände (Leitung: Helmut Hambücken)

 

Anlage einer Höhle und eines Farnbereiches im naturnahen Bereich des Schulgeländes

 

Abschluss der „naturnahen Gestaltung des Schulgeländes“ (Schulgarten des Gymnasiums seit 1979): ab 1987 regelmäßiger Biologieunterricht „im Freien“

 

Broschüre „Anregungen zur naturnahen Garten-Gestaltung“

 

Chemische Wasseranalysen im Broichbachtal

 

 

1988

 

Tag der Offenen Tür am 23. Januar: Schulgarten-Führungen / Buchausstellung „Naturnaher Garten“ / Broschüre „Anregungen zur naturnahen Gartengestaltung“ erscheint

 

Anlage einer Feuchtwiese mit Eintiefungen (möglicher Bereich für spätere Dachentwässerung vom M-Trakt) (vgl. 2001/2002!)

 

Broschüre „Renaturierung des Broichbaches – Utopie oder Notwendigkeit“, in Zusammenarbeit mit dem DBV, erscheint anlässlich der II. Alsdorfer Naturschutztage

 

 

1989

 

Broschüre „Umweltschutz macht Schule“

 

Start der Mehlschwalben-Zählaktionen für den DBV-Kreisverband Aachen-Land

 

 

1990

 

Plakataktion 1990 „Jetzt schlägt’s 13“

 

Mitarbeit bei den IV. Alsdorfer Naturschutztagen (Leitthema: Streuobstwiesen), u.a. Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien zum Thema

 

 

1991

 

Start der „Infothek Natur 1991“

 

Bestandsaufnahme von Pflanzen und Tieren in der neuangelegten Ofdener Streuobstwiese

 

 

1992

 

Veranstaltungsreihe „Wir wandern durch das Jahr“

 

 

1993

 

PAUSE

 

 

1994

 

Kräuterspirale und Kompostplatz im Schulgarten

 

Biologische Bachuntersuchungen im Broichbachtal

 

AOK-Gesundheitspreis (3. Platz)

 

 

1994 – 1995

 

Gestaltung eines Kellerraumes für die „Infothek Natur 1991“

 

 

1995 – 1996

 

Sechs Bürgerradio-Sendungen über den Lokalsender ANTENNE AC

 

Aktion „Aus alten Büchern werden Bäume“ (Verkauf von ausrangierten Biologiebüchern)

 

 

1996

 

Umweltpreis des Landrates des Kreises Aachen (2. Platz)

 

Start von Biotopkartierungen und Wasseruntersuchungen am Broicher Weiher für den NABU Aachen-Land

 

 

1997

 

David Schütz schreibt ein Computerprogramm zum Inventarisieren in der Infothek

 

 

1998 – 1999

 

Die Zeitschriften in der „Infothek Natur 1991“ werden in einer Computer-Datei erfasst.

 

 

1999

 

Erfassung von Umweltschutzmängeln an der Schule

 

Wunschliste zum Natur- und Umweltschutz an der Schule

 

 

2000

 

PAUSE

 

 

2001

 

Antrag an die Stadt zur Dachentwässerung auf dem Schulgelände

 

Übernahme einer Patenschaft für ein Kleingewässer in der TEA Broichbachtal neben dem Alsdorfer Weiher

 

Homepage im Internet (seit 9. September 2001)

 

Raumtemperatur-Messungen im Schulgebäude

 

Informationsservice „Neuigkeiten aus der Region“ (ab 14. Dezember 2001 im Internet)

 

 

2002

 

 

Dokumentation „Meldungen aus der Natur“ (ab 1.1.2002 im Internet), in Zusammenarbeit mit dem NABU Aachen-Land

 

Teilrealisierung des Projektes „Dachentwässerung“ mit einem Versickerungssystem im naturnahen Teil des Schulgeländes (Februar/März)

 

Pflegemaßnahmen am Patenschaftsgewässer in der TEA Broichbachtal

 

Erweiterung des Versickerungssystems im April und Mai, Anschluss des Mittel-Traktes im September

 

Das Gymnasium der Stadt Alsdorf wird „Umweltschule in Europa“ – die Gruppe Broichbachtal ist nicht ganz unschuldig...

 

 

  

 

 

Stand: 31. Januar 2003

 

 

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Gruppe Broichbachtal 2001 - 2005

 

22. August 2005: Ende der Arbeit am Gymnasium

 

Ab diesem Tag ruht die Arbeit der Gruppe am Gymnasium der Stadt Alsdorf. Die Natur-Dokumentationen für den Großraum Aachen werden fortgesetzt und die Ergebnisse auf dieser Seite wie bisher veröffentlicht.

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24. Juli 2005: Besucher-Stand

 

An diesem Sonntag gibt es zunächst viel Sonne, dann Regen... (und schließlich den 13.000sten Besucher dieser Seite!)

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2. Januar 2005: Auf ein Neues

 

Die Rubriken „Meldungen aus der Natur“ und „Neuigkeiten aus der Region“ gehen in das vierte Jahr. Damit ist man weltweit über die Aktualitäten zum Natur- und Umweltschutz im Raum Aachen informiert...

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1. Januar 2005: Neuer Link zu dieser Seite

 

Wir sind der Biologischen Station im Kreis Aachen einen Link wert. Auf der völlig neu gestalteten Seite der Station ist die Gruppe Broichbachtal unter „Links“ vertreten.

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1. September 2004: Dokumentationen

 

Neu aufgenommen sind auf der Homepage der Gruppe Broichbachtal die „Dokumentationen von besonderen Pflanzen und Tieren im Großraum Aachen“. Diese waren bisher auf der Seite des NABU Aachen-Land veröffentlicht und mussten aus technischen Gründen hierher umziehen.

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1. Juni 2004: Meldungen von Hornissen-Nestern

 

Nachdem im Vorjahr die Gruppe einige Meldungen von Hornissen-Nestern erhalten hat, welche eigene Beobachtungen ergänzt haben, soll in diesem Jahr eine umfangreichere Erfassung für das Stadtgebiet Alsdorf erfolgen. Angaben über Standort, Art des Nestes (zum Beispiel: in Baumhöhle, in Nistkasten, auf dem Speicher...), Datum der Ersterfassung und Melder bitte an wolfg.voigt@web.de oder mit Briefpost an Gruppe Broichbachtal, Theodor-Seipp-Straße 1, 52477 Alsdorf.

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30. März 2004: Neustart des Projekts „Bachuntersuchung“

 

Ein Projekt der frühen Jahre wird wieder aufgegriffen. Es geht um Wasseranalysen sowie die Kartierung von Pflanzen und Tieren des Broichbaches, zunächst im Bereich Alsdorfer Weiher und Tierpark. Es trifft sich, dass an diesem Dienstag neue Mitarbeiterinnen zur Gruppe stoßen. Die Leitung haben Dr. Bernhard A. Cüpper und Wolfgang Voigt.

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20. Januar 2004: Fünfstellig! (Andere sagen „na und...“ – wir nicht!)

 

Weil wir „nur“ Naturschützer sind, dürfen wir ein wenig stolz sein wegen der nunmehr über 10.000 Besuche auf unserer Homepage. Euch Besuchern danken wir für euer Interesse und hoffen, dass wir euch weiter einen „Klick“ wert sind.

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1. Januar 2004: „Meldungen aus der Natur“ gehen in das dritte Jahr

 

Zwei Jahre hat die Gruppe Broichbachtal in Zusammenarbeit mit dem NABU Aachen-Land Meldungen aus der Natur für den Raum Aachen dokumentiert. Nun geht man in das dritte Jahr. Für die Meldungen aus 2002 und 2003 ist bei uns eine spezielle Archivseite eingerichtet (siehe das Menü links!). Auch für die „Neuigkeiten“, die schon lange keine mehr sind (?!), gibt es ein Archiv. Viel Spaß beim Stöbern.

Wer noch ältere Informationen zum Natur- und Umweltschutz nachlesen will, klickt hier oder hier oder hier.

 

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8. September 2003: ... und wieder sind es Tausend mehr !

 

Am frühen Abend verläuft sich der 9000ste Gast auf unsere Homepage. Okay, peilen wir die 10.000-Marke an!!!

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15. August 2003: Internet-Wurm

 

Folgende Meldung läuft über den Live-Ticker der Gruppe Broichbachtal:

Wegen „W32.Blaster.Worm“ gab es einen ganzen Tag lang keine Aktualisierung auf dieser Seite. Wir wissen nicht, was am und ab dem 16. August im Internet möglich ist...

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1. Juli 2003: Bestandsaufnahme im „Schulwäldchen“

 

Zwischen dem Sportplatz des Gymnasiums der Stadt Alsdorf und dem Alsdorfer Weiher befindet sich ein kleines Wäldchen auf dem Schulgelände. Recherchen der Gruppe Broichbachtal haben keinerlei Hinweis darauf ergeben, dass hier jemals eine Bestandsaufnahme von Pflanzen und Tieren stattgefunden hat. Deshalb entschließt man sich am heutigen Tage, diese nachzuholen. Zunächst konzentriert man sich auf die Bäume, Sträucher und sonstigen Blütenpflanzen. Matthias Butz, Friedrich Müller und Wolfgang Voigt sind das Team der ersten Stunde.

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24. Juni 2003: Biotop-Kartierungen im Broichbachtal

 

Nach langer Zeit (der Treibhauseffekt lässt grüßen) gibt es heute wieder einmal angenehm niedrige Temperaturen (24 Grad), - die richtige Betriebstemperatur für eine dreistündige Exkursion ins Broichbachtal. Im Bereich des Patenschaftstümpels, des Alsdorfer Weihers, der Anzuchtteiche, der Ruhezone und des Wildwiesenbereichs der Tageserholungsanlage wird eine aktuelle Bestandsaufnahme von Pflanzen und Tieren durchgeführt. Der Nachmittag klingt bei Durstlöschern am „Bergschlösschen“ auf dem Ofdener Berg aus.

 

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6. Mai 2003: Neues vom Patenschaftsgewässer

 

Beim heutigen Arbeitseinsatz nutzt man den derzeitigen Wasserhochstand am Tümpel neben dem Alsdorfer Weiher, um ihn zu entrümpeln. Allerlei Unrat, vor allem aber ein Großteil der Holzteile, die im vergangenen Jahr nicht erreichbar gewesen sind, werden entfernt.

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29. April 2003: Um die Mittagszeit gibt es den 8.000sten Besucher unserer HP!

 

 

27. April 2003: Herzlichen Glückwunsch Herr Moll!

 

Die Gruppe Broichbachtal gratuliert ihrem Initiator, dem Alsdorfer Ornithologen und Naturschützer Gerhard Moll zur Vollendung des 90. Lebensjahres am heutigen Tage.

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16. April 2003: Presseartikel

 

SUPER MITTWOCH berichtet über 25 Jahre Naturschutz am Gymnasium der Stadt Alsdorf. In dem Artikel von Günter von Fricken wird die kontinuierliche Arbeit von Wolfgang Voigt mit den Gruppen „Schulgarten“ und „Broichbachtal“ gewürdigt.

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18. März 2003: Pressetermin

 

Günter von Fricken von SUPER MITTWOCH besucht unsere Gruppe. Der Pressetermin findet während des üblichen Arbeitstreffens statt. Die Entrümpelung und Entschlammung des Schulteiches steht heute im Mittelpunkt.

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8. Februar 2003: Jetzt sind es 7.000 !

 

So ist es beim Naturschutz: wenig Aktuelles im Winter. Dafür gibt es weiter Besucher auf dieser HP!

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25. Dezember 2002: Bisher 6.000 Besucher dieser Homepage

 

 

30. November 2002: 25 Jahre Naturschutz am Alsdorfer Gymnasium

 

Am „Tag der Offenen Tür“ des Gymnasiums der Stadt Alsdorf präsentiert die Gruppe Broichbachtal einmal mehr einen Querschnitt ihrer Arbeit, - in diesem Jahr besonders aufwändig. Schließlich feiert man ein viertel Jahrhundert Naturschutzarbeit an dieser Schule. Zwar gibt es die Gruppe „erst“ seit zwanzig Jahren, jedoch hat die Naturschutzarbeit bereits im November des Jahres 1977 begonnen, mit der von Wolfgang Voigt gegründeten Schulgarten-Gruppe, die später mit der Gruppe Broichbachtal fusionierte.

 

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5. November 2002: Umweltschule in Europa

 

 

Michael Chrzanowski und Kevin Simon vertreten die Gruppe Broichbachtal in Aachen bei der Verleihung des Titels „Umweltschule in Europa“ an das Gymnasium der Stadt Alsdorf.

 

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2. November 2002: Willkommen Besucher Nummer 5.000!

 

 

19. September 2002: Projekt Dachentwässerung erweitert

 

Während das Projekt Dachentwässerung bisher sozusagen in der Erprobungsphase gewesen ist, kann man seit heute von einer umfangreicheren Maßnahme sprechen. Mit dem heutigen Tag ist der gesamte M-Trakt des Gymnasiums an das Versickerungssystem der Gruppe Broichbachtal angeschlossen. Drei Fallrohre führen Niederschlagswasser aus diesem Bereich in Tümpel, Gräben, Feuchtwiesen und Versickerungssenken, - wenn es denn regnet. Aber: der nächste Regen kommt bestimmt...

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14. September 2002: Dreimal die Null...

 

... aber davor jetzt eine „4“! (4.000 Besucher seit dem 9. September 2001). Nun ja...

 

 

9. September 2002: Gruppe Broichbachtal seit einem Jahr im Internet

 

Als die Gruppe Broichbachtal vor genau einem Jahr den Schritt in das weltweite Netz wagte, hat kaum jemand erwartet, dass man ein Jahr später auf eine Besucherzahl von 4.000 zugeht. (Dennoch: Wir erinnern uns auch an die ersten Wochen, als wir weit über 50.000 Besucher hatten, - ein übler Scherz, der uns die wahre Zahl nicht mehr herausfinden lässt, der sich aber hoffentlich auch nicht wiederholt...)

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2. September 2002: Auf ein Neues!

 

Die Gruppe Broichbachtal wünscht allen ein erfolgreiches Schuljahr 2002/2003!

Wegen anderer wichtiger Termine beginnt unsere diesjährige Arbeit allerdings erst am 24. September. Wir bitten um Beachtung!

 

 

16. Juli 2002: Endlich Sommerpause!

 

Ein heißes Schuljahr geht für die Gruppe Broichbachtal zu Ende. 91 Arbeitsstunden liegen hinter den Aktiven. Das ist gegenüber den 47 Stunden aus dem Schuljahr 2000/2001 eine deutliche Steigerung.

Wenn wir schon bei der Statistik sind: seit Beginn der Arbeitszeiterfassung (15. Juni 1978) kamen insgesamt 1.058 Zeitstunden zusammen.

Da darf man beim letzten Treffen vor den Sommerferien 2002 im Jubiläumsjahr ruhig einmal entspannen und kühle Getränke zu Nudelsalat und Frikadellen genießen... (Selbst das traditionelle Grillen ist uns zu schweißtreibend!)

Allen Mitarbeitern auch an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön und erholsame Ferien!

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18. Juni 2002: Hitzefrei !

 

Das gab es in 25 Jahren bisher nur zweimal: „Hitzefrei“ bei der Gruppe Broichbachtal. An diesem heißen Dienstag werden in Aachen 34,4 Grad Celsius gemessen und in Alsdorf ist es nicht viel kühler. Deshalb gibt es heute keinen Arbeitseinsatz für die Gruppen-Mitglieder.

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12. Juni 2002: Wieder Tausend mehr...

 

Hallo! Wir begrüßen den 3.000sten Besucher unserer Homepage!!!

 

 

7. Mai 2002: Amphibien auf dem Schulgelände

 

Auch im Jahre 2002 sind die Amphibien auf dem Schulgelände vertreten. Michael Chrzanowski, Dennis Rocholz und Wolfgang Voigt stellen in den Gewässern des naturnahen Teils an diesem Tag Berg- und Teichmolche sowie Grasfrösche fest. Mitte April hat man bereits einen Springfrosch aus einem Kellerschacht befreit.

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16. April 2002: Infothek ’91

 

Nach langer Zeit erwischt die Gruppe wieder einmal einen Dienstag mit ausgesprochen schlechtem Wetter. Kein Problem: die Infothek braucht dringend eine Überarbeitung. Drei Arbeitsstunden ist man damit beschäftigt, Berge von Fachzeitschriften nach Jahrgängen und Monaten zu sortieren. Ein Großteil der inzwischen eingegangenen Broschüren wird unter den entsprechenden Stichworten in Kartons verstaut. (Einzige Naturschutz-Tat heute: ein Springfrosch wird bei der Routineüberprüfung aus dem Kellerschacht der Infothek geborgen und bei strömendem Regen am Schulteich neben der Turnhalle freigelassen.)

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9. April 2002: Arbeitseinsatz am Patenschaftstümpel

 

An diesem Dienstag führt die Gruppe Broichbachtal einen Arbeitseinsatz am Tümpel neben dem Alsdorfer Weiher durch. Bekanntlich hat man für dieses Gewässer im vergangenen Jahr von der Stadt Alsdorf die Patenschaft übertragen bekommen. Hauptsächlich geht es heute darum, den Hochwasserstand zu nutzen und allerlei Treibholz und sonstigen Unrat aus dem Randbereich herauszufischen. Es handelt sich bei dem Holz vor allem um Planken, die nach dem Abriss des Pfahldorfes im Wasser verblieben sind. Die Abfuhr erfolgt durch die Stadt.

 

Siehe auch unter „Projekte“!

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8. März 2002: Schülermeldungen an die Gruppe Broichbachtal

 

Unsere Gruppe erhält von mehreren Schülern Informationen über Eingriffe in die Natur. Demnach werden momentan am Jaspersberg in Mariadorf in größerem Umfang Robinien gefällt. Weitere sind markiert und sollen wohl noch beseitigt werden. Auf der Bergehalde Maria Hauptschacht werden mit Baggereinsatz Veränderungen an einem Gewässer vorgenommen und ein breiter Graben angelegt; im Hangbereich in unmittelbarer Nähe sind sämtliche Pappeln abgesägt worden. Da die Gruppe in solchen Fällen keinerlei Möglichkeiten hat, aktiv zu werden, leitet man die Informationen an den Naturschutzbund Deutschland weiter, der die Vorgänge recherchieren wird.

 

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21. Februar 2002: Homepage

 

2.000 Besucher bis zu diesem Abend...

... und alle haben sich ge- oder verirrt!

 

 

31. Januar 2002: Neues vom Projekt Dachentwässerung

 

Seit dem 30. Januar wird ein Teil der auf den Dächern des Gymnasiums anfallenden Niederschlagsmengen über ein Fallrohr in den Waldtümpel geleitet. Betroffen ist eine Dachfläche von etwa 120 Quadratmetern.

Näheres siehe: Projekte è Dachentwässerung

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29. Januar 2002: Start in das neue Arbeitsjahr

 

Die Gruppe Broichbachtal beginnt nach einer kurzen Winterpause das neue Jahr mit Arbeiten auf dem Schulgelände. Am Schulteich versucht man das Beste aus der Kahlschlagsituation zu machen. Den überall herumliegenden Astschnitt und die zersägten Baumstämme schichtet man zu Totholzhaufen. Teilweise mit Laub abgedeckt sollen sie Unterschlupf für Tiere sein. Überzählige Sträucher aus dem anderen naturnahen Bereich werden hierher umgepflanzt. Dadurch soll Brutraum für Vögel entstehen und der Sichtschutz für das Gewässer wiederhergestellt werden. Geplant ist das Einbringen weiterer Nährgehölze und typischer Feuchtgebietspflanzen. Finanzieren will man das Pflanzenmaterial aus der Gruppen-Aktion „Aus alten Büchern werden Bäume“.

Gegen Ende des Arbeitseinsatzes kommt es zu einem Gespräch mit dem Hausmeister. Man einigt sich für die Zukunft auf Absprachen bei geplanten Maßnahmen, um Pannen wie im Dezember zu vermeiden.  

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11. Januar 2002: Geruchsbelästigung oder Gesundheitsgefährdung?

 

Für die Gruppe Broichbachtal beginnt ein neuer Abschnitt: sie berichtet erstmals über einen Vorgang in der Schule, der nicht unmittelbar mit ihr zu tun hat. Es geht um die seit fast eineinhalb Jahren andauernden Probleme mit in Biologie- und Physik-Fachräumen installierten Rollos. Hauptsächlich dreht es sich dabei um das ausgasende krebserregende Acrylaldehyd und um die vermutlich dadurch ausgelösten Beschwerden bei Schülern und anderen betroffenen Personen, sowie eine nach wie vor unerträgliche Geruchsbelästigung.

Eigentlich sollte hierüber die Schülerzeitung „RudI“ bereits im Dezember 2001 berichten – so haben wir es damals auch in unserem Terminkalender angekündigt -, die Veröffentlichung lässt aber bisher auf sich warten. Die Gruppe Broichbachtal schließt hier also auch eine Informationslücke.

 

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1. Januar 2002: Prosit Neujahr!

 

Es beginnt das Jubiläumsjahr für die Gruppe Broichbachtal!

 

 

20. Dezember 2001: Homepage

 

Wir begrüßen den 1.000sten Besucher unserer Homepage – irgendwann am Abend dieses kalten Donnerstags...

 

 

13. Dezember 2001: Rückschlag durch Kahlschlag

 

An diesem Donnerstag nach der 3. Stunde traut Projektleiter Wolfgang Voigt seinen Augen nicht. Gewohnter Blick aus dem M-Trakt in Richtung Schulteich-Gelände, aber ungewohnter Ausblick: Im Feuchtbiotop sind sämtliche Gehölze entfernt!

 

Wo die Gruppe Broichbachtal nach wohlüberlegter Planung einheimische Sträucher gepflanzt hat, wo mittlerweile eine Sukzession in Richtung schützendem Dickicht um das Gewässer eingetreten ist, wo in diesem Jahr unter anderem Brutstätten von Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Zaunkönig registriert worden sind: gähnende Leere.

 

Nach den Verursachern braucht man nicht lange zu fahnden. Sie stehen noch - mit Astscheren und anderem Gerät bewaffnet - ganz in der Nähe. Zur Rede gestellt, geben sie an, einen Auftrag ausgeführt zu haben, - nämlich, das „Gestrüpp“ zu beseitigen. Auftraggeber: der Hausmeister. Wie eine Rückfrage am Freitag ergibt, ist die Schulleitung über die Vorgänge nicht informiert.

 

Wegen ähnlicher Vorfälle unter der vorangegangenen Schulleitung hat Wolfgang Voigt im Mai 1999 die Arbeit der Gruppe für beendet erklärt. Nun will man in diesem Jahr einen Neuanfang versuchen, unter neuen Bedingungen, wie man geglaubt hat. Es fällt schwer, den Gruppenmitgliedern die oben geschilderte Vorgehensweise zu erklären, zumal man im zurückliegenden Halbjahr versucht hat, durch schonende Pflegemaßnahmen den Außenbereich so herzurichten, dass er wieder für den Unterricht - speziell für Naturbeobachtungen – zur Verfügung steht.

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27. November 2001: Uhu-Beobachtungen   

 

Schöne Beobachtungen gelingen Mitgliedern unserer Gruppe an diesem Dienstag Nachmittag.

 

Vom NABU-Vorsitzenden Karl Gluth haben wir den Tipp bekommen. Seit einiger Zeit hält sich im Bereich der Freizeitanlage Broichbachtal ein ausgewachsener Uhu auf. Meist sitzt er tagsüber in einer Eiche nur wenige Meter über einem viel begangenen Weg.

Als wir nach etwa einer Stunde zur Schule zurückgehen wollen – auch, weil es bereits zu dämmern beginnt -, kommt Leben in den Vogel. Wir bleiben daher noch eine Weile, um zu verfolgen, wie er sich die Federn einzeln durch den Schnabel zieht. Entsprechend werden auch die Klauen peinlich gesäubert. Offenbar bereitet er sich auf die Jagd vor...

 

   Belegfoto vom 27.11.: WOLFGANG VOIGT

 

Beobachtungszeitraum: 21. November 2001 bis 20. Januar 2002 (Beobachter: GLUTH / GRUPPE BROICHBACHTAL / MOLL / VOIGT; Einzelbeobachtung: 19.2.2002, Quelle: MOLL)

Weitere Informationen zum Uhu gibt es unter http://www.eulen.de/

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9. September 2001: Gruppe Broichbachtal im Netz

 

An diesem Tag stellt Michael Voigt die Homepage der Gruppe Broichbachtal ins Internet. Knapp vier Wochen haben die Vorbereitungsarbeiten gedauert.

Es ist zunächst – gegenüber später - eine schlanke Version. „Wir über uns“, „Chronik“, „Termine“ und „Aktuelle Projekte“ geben aber bereits mehr als nur eine Visitenkarte ab (auch ohne Bilder).

 

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